Von ÖDP bis Volt – wer hier kandidiert

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Am Sonntag ist Landtagswahl. Im Wahlkreis Aalen haben die Wählerinnen und Wähler an der Urne eine breite Auswahl von Kandidatinnen und Kandidaten.
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Im Wahlkreis Aalen treten auch Mitglieder kleinerer Parteien an, die bisher im Landtag nicht vertreten sind. Für diese politischen Ziele stehen sie ein.

Aalen

Zur Landtagswahl in Baden-Württemberg treten im Wahlkreis Aalen insgesamt 13 Kandidatinnen und Kandidaten an. Sieben von ihnen vertreten kleinere Parteien, die in dieser Wahlperiode im Landesparlament noch nicht vertreten waren, weil sie den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde nicht geschafft haben. Für solche kleineren, zum Teil eher unbekannten Parteien, stellen sich diesmal zur Wahl:

Matthias Wolff, ÖDP, Fachwirt für den Bahnbetrieb (IHK), Aalen: "Demokratie bedeutet Vielfalt und ist in meinem Verständnis bunt! Eines Tages werden unsere Kinder mit dem Ergebnis unseres Tuns und Nicht-Tuns konfrontiert. Das wichtigste Ziel muss daher der Schutz unserer Natur sein und damit der Erhalt unserer Lebensgrundlage. Klimaschutz, Tierschutz und Artenschutz sind darin inbegriffen. Der CO2- Ausstoß muss verringert werden! Ich wünsche mir, dass die ÖDP die Fünf-Prozent-Hürde schafft und in den Landtag von Baden-Württemberg einzieht!"

Marcel Christof, "Die Partei", IT-Ingenieur, Aalen: "Oftmals erhalte ich auf die Frage ‘Kennen Sie Die Partei?' die Antwort ‘Ach, die Spaßpartei'. Doch weit gefehlt, Die Partei ist der extremen Mitte zuzuordnen, und mit Spaß hat unsere Politik wenig zu tun. Für meinen Wahlkreis ist ein Ziel die Wiedererrichtung des Limes – ganz nach dem Motto "Teilen verbindet", das Verständnis für Ausgegrenzte schafft. Folgend stellt sich die Frage, ob Aalen weiterhin an zweiter Stelle stehen bleiben soll? Deshalb fordere ich die Ausgliederung Aachens aus dem Bundesgebiet. Nachrangig gebe ich mich auch mit einer Umbenennung in Aaalen zufrieden, damit unsere Stadt wieder an die erste Stelle rückt. Für die Die Partei erhoffe ich mir bei der Landtagswahl ein Ergebnis von 100 Prozent + X, wobei X natürlich für die zu erreichenden Überhangmandate steht."

Dr. Franz Josef Grill, Freie Wähler, Arzt, Ellwangen: "Ich stehe für den Erhalt der dezentralen Krankenhausstruktur und die Förderung der medizinischen Versorgung in ländlichen Gebieten. Profit darf nicht die wesentliche Triebfeder im Gesundheitssystem sein. Im Bereich Bildung setze ich mich für das dreigliedrige Schulsystem mit Rückkehr zum G9 ein. Die Verkehrsinfrastruktur möchte ich durch den Ausbau der B 29 sowie der Remstal- und Jagsttalbahn verbessern. Das Erreichen des Klimazieles gelingt nicht durch radikalen Verzicht, sondern durch die Entwicklung und Nutzung nachhaltiger Technologien. Außerdem müssen unsere Landwirte von Bürokratie befreit und für ihre Produkte fair bezahlt werden. Der Breitbandausbau sowie ein flächendeckendes, zeitgemäßes Mobilfunknetz sind längst überfällig. Ich möchte ehrenamtliches und freiwilliges Engagement als integratives und unverzichtbares Element unserer Gesellschaft unterstützen."

Karlheinz Siegmund, "dieBasis", Psychotherapeut, Aalen: dieBasis steht für eine völlig neue Politik, in welcher die Bürger in alle Entscheidungen einbezogen werden sollen. Die Säulen Freiheit, Machtbegrenzung, Achtsamkeit und Schwarmintelligenz geben unser Handeln vor. Wir möchten der fortschreitenden Konzentration von Macht und Gütern entgegenwirken, den Einfluss von Lobbyinteressen einschränken. Politische Ämter müssen stärker kontrolliert werden. Wir setzen uns für die Zukunft des Mittelstandes, des Handels, der Dienstleistungen, der Kultur ein, mit hohem Stellenwert für regionale Akteure. Wir stehen für eine offene Debattenkultur und die Wiederherstellung und den künftigen Erhalt unserer Grundrechte. Die Altparteien werden einen deutlichen Stimmenverlust hinnehmen müssen. Umfragen zeigen auf, dass viele Bürger nach Alternativen suchen. "dieBasis" kann eine Antwort auf diese Suche sein. Ich sehe dieBasis nach der Wahl im Landtag vertreten."

Christoph Haberl, Klimaliste BW, Dipl.-Geologe, Westhausen: "Als Kandidat der Klimaliste Baden-Württemberg will ich erreichen, dass unser Bundesland bis 2030 klimaneutral ist. Nur so lässt sich die Erderwärmung bei 1,5 Grad begrenzen. Als innovationsfreudiges Land müssen wir international eine Vorreiterrolle einnehmen und für Klimagerechtigkeit eintreten. Bislang sind wir beim Klimaschutz kaum vorangekommen, das hat die aktuelle Landesregierung zu verantworten. Wer konsequenten Klimaschutz will, muss daher die Klimaliste wählen. Für eine Energiewende und den Kohleausstieg bis 2025. Für den raschen Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energien sowie Speichertechnik und Sektorenkopplung. Für eine echte Verkehrswende und klimafreundliches Bauen und Heizen. Für eine nachhaltige Landwirtschaft und weniger Lebensmittelverschwendung. Um das zu erreichen, werden wir am 14. März 2021 zusammen mit mutigen Wählerinnen und Wählern die Fünf-Prozent-Hürde knacken."

Frank Josef Gruber, Partei W2020, Gastwirt, Neresheim: "Wir wollen eine Demokratie, die auf drei stabilen Säulen steht: Freiheit, Gerechtigkeit und Verantwortung. Freiheit bedeutet für uns zum Beispiel: Orientierung am Grundgesetz, Gesundheit vor Profitinteressen und freie Therapiewahl, freie und unabhängige Medien. Verantwortung bedeutet für uns zum Beispiel: Ökolandbau und artgerechte Tierhaltung, Schutz von Ressourcen, Förderung einer Wirtschaft, die den Menschen dient sowie gerechte Steuern. Soziale und politische Gerechtigkeit bedeutet für uns: mehr Bürgerbeteiligung auf allen Ebenen. Eine bedingungslose Grundversorgung für unsere Bürger. Eine transparente und umfassende Aufarbeitung der Corona-Krise."

Anne Lobecke, Partei "Volt", Managerin Frachten B.Sc., Aalen: "Ich möchte vor allem Frauen und jungen Menschen eine Stimme in der Landespolitik geben. Der Ansatz von Volt ist es hierbei, bereits erprobte Lösungen auf lokale Gegebenheiten anzupassen und anzuwenden. Beim Klimaschutz lassen sich auch ohne Verbote positive Wirkungen erzeugen, indem Bürgerinnen und Bürger durch Anreize zu nachhaltigem Handeln motiviert werden. Zur Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs gilt es eine attraktive und kostengünstige Alternative insbesondere im ländlichen Raum zu schaffen. Um die medizinische Versorgung im "Ländle" zu stärken, sind Initiativen zu ergreifen, die den Landärztemangel reduzieren, sowie die Attraktivität von Gesundheitsberufen steigern. Für Volt erhoffe ich mir mindestens 1,5 Prozent Stimmenanteil.

Anne Lobecke
Matthias Wolff
Marcel Christof
Frank Josef Gruber
Dr. Franz Josef Grill
Christoph Haberl
Karlheinz Siegmund

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