Vorerst keine durchtanzten Partynächte in Aalen

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Alles wegen Corona: "Tanzen verboten" heißt es seit Mitte März in allen Clubs und Diskotheken im Land. Viele Clubbetreiber bangen um ihre Existenz. Symbolfoto: pixabay/Grafik: bo
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Trotz Lockerungen bleibt das Corona-Tanzverbot bestehen. Was das für Club- und Discothekenbesitzer bedeutet – und wie sie damit umgehen.

Aalen

Restaurants, Bars und auch Kinos haben seit geraumer Zeit wieder offen. Wie der Corona-Lockerungs-Fahrplan für Tanzlokale aussieht, steht aber in den Sternen. Diskotheken- und Club-Besitzer stehen somit mit dem Rücken zur Wand. Denn laut aktueller Corona-Verordnung müssen Tanzlokale weiterhin geschlossen bleiben.

Somit ist seit gut vier Monaten der Tanzbetrieb in Aalen stillgelegt. Heißt für Nachtschwärmer: weiterhin keine Parties und durchtanzten Nächte am Wochenende – dazu bleiben Abifeiern aus und zahlreiche weitere Veranstaltungen.

"Aktuell bleibt uns nichts anderes übrig, als zu warten", sagt Mario Rampp, Geschäftsführer des Apfelbaums in Aalen.

Obwohl noch auf der Webseite des Apfelbaums der 1. Oktober als neuer Starttermin angegeben ist, schwindet die Hoffnung des Betreibers. "Der momentane Trend zeigt einfach, dass das wohl nichts wird", sagt Rampp.

Unter den aktuellen Hygienemaßnahmen sei eine Eröffnung nicht zielführend. Zwar könne man eine Registrierung per App mit virtuellen Getränkekarten schnell und leicht umsetzen. "Doch wer den Apfelbaum kennt, weiß, dass mit Maske und eineinhalb Metern Abstand Party machen bei uns einfach nicht möglich ist", sagt Mario Rampp. Die aktuelle Lage der Clubbetreiber beschreibt er als "Tod auf Raten" – denn wann es weitergeht, ist ungewiss.

Auch Alexander Rupp, Geschäftsführer des Club del Mar, wartet auf einen Wiedereröffnungstermin der Regierung. Jedoch hat sein Team laut Facebook die Corona-Zwangspause für eine kleine Renovierung der Sanitärräume genutzt.

Um die Schotten nicht komplett dichtzumachen, lassen sich einige Betreiber Alternativprogramme einfallen – sofern dies unter den gegebenen Vorschriften umsetzbar ist.

Aktuell bleibt uns nichts anderes übrig, als zu warten.

Mario Rampp Geschäftsführer Apfelbaum

Alternativprogramm in der Lola

"Ich wollte auf keinen Fall nur die Füße stillhalten", sagt Daniel Schwarzkopf. Geschäftsführender Gesellschafter der Lola. Gemeinsam mit seinem Team entstand die Idee, innerhalb des Aalener Autokinos, an zwei Tagen eine Autoparty auf dem Gelände zu veranstalten.

Und seit wenigen Wochen steht eine Teilfläche der Lola freitags und samstags als "Pop Up Bar" zur Verfügung. Tische und Stühle – anstatt Tanzfläche – stehen unter derzeit geltenden Hygienevorschriften für Gäste bereit. "Wir servieren unsere Lola-Drinks in lang vermisster Club-Atmosphäre unter unseren Discokugeln", sagt Daniel Schwarzkopf.

Das Konzept ist einfach: Gäste reservieren vorab eine Lounge oder einen Tisch und können danach kommen und die Lola-Atmosphäre genießen – auch wenn Tanzen derzeit nicht möglich ist. Dazu gibt es Musik vom DJ und Drinks. "Das Konzept geht auf. Wir sind regelmäßig komplett ausgebucht und die Gäste haben trotz aller Beschränkungen einen schönen Abend. So können wir einen – wenn auch kleinen – Teil unserer Verluste wieder auffangen", sagt Schwarzkopf.

Jedoch bleiben trotz Alternativen finanzielle Einbußen bestehen. Zwar gebe es ein Finanzpaket, das etwa 80 Prozent der Fixkosten übernehme, sagt Rampp. "Aber eigentlich sollten es 100 Prozent sein", findet der Apfelbaumbetreiber. Denn am Ende stünden Clubbetreiber trotzdem vor einem finanziellen Loch, wenn das Geschäft nach der Corona-Zeit nicht richtig anlaufe.

Existenzen vor dem Aus?

Aber Schwarzkopf weiß auch von Kollegen, die ihre Türen nach der Pandemie wohl für immer zulassen müssen. "Für die Club- und Szenegastronomie sind das einfach verloren gegangene Einnahmen, die wir nie wieder einspielen werden."

Das Tanzverbot gilt nach wie vor

Bußgeld: Wegen des Coronavirus sind in Baden-Württemberg Tanzveranstaltungen in Clubs und Diskotheken nach wie vor verboten. Weil hier das Infektionsrisiko als besonders hoch eingeschätzt wird. Bei Nichteinhalten der Auflagen zum Infektionsschutz vor Covid-19 beträgt das Bußgeld für Veranstalter und Geschäftsführer laut aktuellem Bußgeldkatalog des Landes Baden-Württemberg 500 bis 1500 Euro.

Was erlaubt ist: Lediglich der Betrieb als Bar, mit Tanzverbot und Maskenpflicht, ist für die Clubs möglich.

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