Vorsicht – ein Aalenwaran

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Die Ahnen des Ginkgo-Baums sind 250 Millionen Jahre alt.
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Warum zwei riesige Echsen in den Pflanzinseln der Baumschule Weber in der Beinstraße angekettet sind.

Aalen

Der Waran hat den Anschlag unflätiger Zeitgenossen überlebt. Seine klaffende "Wunde" am Schwanz ist versorgt. Jetzt regeneriert die riesige Echse – von Schwäbisch Haller Künstlerinnen für die Sommeraktion Aalen City blüht-urzeitlich angefertigt – unterm Regenbaum in der Beinstraße.

Der Waran ist ein Überlebenskünstler. Immerhin lässt sich die Gattung in der Evolution rund 40 Millionen Jahre zurückverfolgen. In freier Wildbahn trifft man lebende Exemplare dieser großen Echsen heute nur noch in Indonesien an.

Den "Aalenwaran" hat es nie gegeben. Es ist ein von Künstlerhand gefertigtes Exemplar, das Nicole Weber von der Baumschule Weber in Adelmannsfelden in der Beinstraße mitten hinein platziert hat in eine Vegetation aus Farnen, Gräsern und allerlei großblättrigen Gewächsen. "Lebende Fossilien" ist das Motto der von der Baumschule Weber für die Sommeraktion Aalen City blüht - urzeitlich bestückten Pflanzinseln am Regenbaum, vor der Kombrecht-Engel-Schule und vor First Floor in der Mittelbachstraße.

Nicht einfach sei die Umsetzung des Aktionsthemas diesmal gewesen, meinen Baumschulgärtnerin Nina Döllerer und Inga Weber von der Baumschule Weber. Zumal es in der Urzeit kaum farbig Blühendes gab. Grün und hochgewachsen, mit Nadeln oder Blättern, ist demnach das Meiste von dem, was sie in ihren Rabatten in der Beinstraße und in der Mittelbachstraße präsentieren. Und einiges davon sieht noch genauso aus wie vor vielen Millionen Jahren.

Beispielsweise der Ginkgo-Baum. Er gilt als ein klassisches lebendes Fossil – denn die ausgestorbenen Dinosaurier und der lebende Ginkgo-Baum sind gleichalt. Bestimmt haben also schon Saurier vor rund 250 Millionen Jahren seine Blätter gefressen. Oder zum Beispiel die Zimmertanne (Araukaria) mit ihren dicht benadelten waagerecht ausladenden Ästen. "Sie war während der Jura- und Kreidezeit über die gesamte Erde verbreitet", wissen Weber und Döllerer.

In der Urzeit gab es kaum farbig Blühendes.

Nina Döllerer Baumschule Weber

Oder auch die Mammutbäume, deren Nachweis bis zu 15 Millionen Jahre zurückverfolgt werden kann. Unter jene duckt sich vor der Kombrecht-Engel-Schule ein zweiter Waran - mit türkis-farbenen Schuppen aus dem Leder ausrangierter Schuhe. Skurriles Detail am Rande: Auf einem kleinen Hinweisschild informiert Nicole Weber über dessen "Rückführung". Das Tier war unfreiwillig ausgebüxt - von unbekannter Hand entführt worden ans Kocherufer. Jetzt fristet es – wie sein Artgenosse unterm Regenbaum – angekettet sein Dasein.

"Aber mit vielen Pflanzen hier haben wir geschummelt", verraten Döllerer und Weber. Denn die "Farbtupfer" wie Buntnessel, Fächerblume, Margeriten und die Canna-Staude gehören in die Neuzeit. Den Urvogel Archäopterix scheint das nicht zu stören – halb versteckt zwischen Farnen und Moos breitet er seine Kunststoff-Schwingen aus, als flöge er hinaus.

Kindergärten können sich um die Saurier und die anderen Urtiere aus Kunststoff bewerben, die derzeit noch die Plätze der Sommeraktion Aalen City blüht - urzeitlich beleben. Ein Anruf beim Aalener Citymanagement genügt, Tel. (07361) 522520.

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"Ja, wo ist er denn?", scheinen Nina Döllerer (l.) und Inga Weber von der Baumschule Weber, Adelmannsfelden, durch hohe Gräser und Schilf zu rufen. Der von Künstlerhand gestaltete Waran gibt keinen Mucks von sich.
Kleine und höhere Mammutbäume in der Mittelbachstraße.

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