VR-Bank Ostalb schüttet Dividende aus

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Sehen die VR-Bank Ostalb trotz Niedrigzins und Pandemie gut aufgestellt (von links): Vorstandsvorsitzender Kurt Abele, Vorstand Olaf Hepfer, Aufsichtsratsvorsitzender Roland Wendel und Vorstand Ralf Baumbusch.
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Die Vertreter der Genossenschaft haben zum zweiten Mal virtuell abgestimmt. Pandemie und Niedrigzins hinterlassen Spuren: Die Kontoführungsgebühren dürften bald steigen.

Zum zweiten Mal hat die VR-Bank Ostalb ihre Vertreterversammlung rein virtuell abgehalten. Von den 368 gewählten Vertretern, die die gut 55 000 Genossenschaftsmitglieder repräsentieren, schalteten sich 182 zu und stimmten unter anderem für eine Dividende in Höhe von 1,5 Prozent. Insgesamt knapp 820 000 Euro werden damit an die Mitglieder ausgeschüttet.

Ergebnis

„Die Ertragslage ist angesichts der festzementierten Negativzinsphase und der Corona-Pandemie ordentlich“, sagt Kurt Abele, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Ostalb. Wie sein Vorstandskollege Ralph Baumbusch ausführt, wird auf der Ostalb weiter fleißig gespart: Das betreute Kundenvolumen der Bank stieg um 7,3 Prozent auf mehr als 4,5 Milliarden Euro. Die betreuten Kundenforderungen nahmen um 6,6 Prozent zu, was vor allem auf die erhöhten Baufinanzierungsnachfragen und die Corona-Kredite zurückzuführen sei. „Bei den Investitionsfinanzierungen ist eher Zurückhaltung zu spüren“, so Baumbusch. Das Zinsergebnis ging insgesamt um 2,4 Millionen Euro auf nun 30 Millionen Euro zurück. Eine Million Euro fehlt der VR-Bank hier, weil die Europäische Zentralbank der genossenschaftlichen DZ Bank AG sowie der Münchner Hypothekenbank verboten hat, 2020 Dividenden auszuschütten. Unter dem Strich steht ein operatives Ergebnis, das im Jahr 2020 von 15,2 auf 14,1 Millionen Euro zurückgegangen ist.

Kunden

Den Niedrig- und Negativzins bekommen auch die Kunden zu spüren. „Wir sind leider gezwungen, mit Kunden, die höhere Guthaben besitzen, Gespräche zu führen“, so Kurt Abele. Dabei solle es aber nicht vorrangig um Verwahrentgelte, sondern um alternative Anlagemöglichkeiten für das Geld gehen. Aber auch die Gebühren für das Girokonto dürften steigen. Angepeilt ist eine Gebührenanpassung zum 1. Oktober dieses Jahres. Ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH), wonach Bankkunden ihre Zustimmung zu einer Gebührenerhöhung nicht stillschweigend erteilen, könnte den Prozess allerdings verzögern. Abele appelliert hier, die regionale VR-Bank, die sich für lebendige Stadt- und Ortskerne stark mache, nicht mit „Banken aus der Steckdose“ in einen Topf zu werfen.

Mitarbeiter

Die Zahl der Mitarbeiter bei der VR-Bank Ostalb sank im Jahr 2020 von 350 auf 335. Auf Vollzeit-Stellen umgerechnet, ging die Zahl der Beschäftigten von 298,2 auf 276,3 zurück. Angepeiltes Ziel sei die Zahl von 250 Vollzeit-Stellen in den Jahren 2024 oder 2025, so Vorstandsmitglied Olaf Hepfer. Dies soll ausschließlich durch natürliche Fluktuation erreicht werden.

Wirtschaftliche Lage

Nach einer starken Eintrübung der Wirtschaft 2020 und Anfang 2021 hoffen die Banker auf eine Erholung im zweiten Halbjahr - auch dank Impfkampagne und Schnelltest-Verfügbarkeit. „Der Industriesektor hat sich robust gezeigt“, sagt Olaf Hepfer, der auf einen Aufwärtstrend auch in anderen Branchen setzt. Große Herausforderungen für die VR-Bank blieben die anhaltende Niedrigzinsphase, die zunehmende Digitalisierung und das sich ändernde Kundenverhalten. „Als systemrelevante Branche durften unsere Mitarbeitenden während der ganzen Pandemiephase mit kontinuierlichem Hygienekonzept für unsere Mitglieder und Kunden da sein“, meint Olaf Hepfer und ergänzt: „Die Erreichbarkeit und die Kundennähe war über alle Zugangswege somit dauerhaft sichergestellt.“ Größere Risiken durch Insolvenzen und Kreditausfälle in der Zukunft sieht die Bank nicht. Dennoch geht die Bank davon aus, „dass die in manchen Branchen extremen und monatelangen Einschränkungen hier zu Belastungen führen könnten“. Dafür ist die VR-Bank jedoch laut Kurt Abele „gut gerüstet“.

Aufsichtsrat

„Wir sind zufrieden mit der Zahl der Vertreter, die an der virtuellen Versammlung teilgenommen haben - das ist mit fast 50 Prozent ein höherer Anteil als bei anderen Volks- und Raiffeisenbanken“, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Roland Wendel. Aus dem Gremium, dem er vorsteht, schieden Gerhard Hackner aus Lorch und Peter Schacherer aus Essingen altersgemäß aus. Wiedergewählt als Aufsichtsräte wurden Raynulf Jehle (Schwäbisch Gmünd), Maxi Renz (Heubach), Joachim Schubert (Aalen-Ebnat) und Hermann Schwarz (Neresheim-Dorfmerkingen). Damit hat das Gremium die Zielgröße erreicht, die bei der Fusion der Banken aus Aalen und Schwäbisch Gmünd 2017 vereinbart worden war: Von damals 18 auf heute 12 Aufsichtsräte.

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