Wahre Hingucker mit Patina

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Peter König und seine beiden Enkel Tom und Fabian fertigen seit Jahren filigrane Engel und andere schöne Figuren aus Metall. Wir haben uns das angesehen. Von Benedikt Walther

Aalen

Fuchs, Hase, Elefant und vor allem Engel: Der Seniorchef der Firma Vitus König, Peter König, macht aus Metall allerlei Figuren. Die bastelt er nicht alleine, zwei seiner Enkel helfen ihm dabei. Was als kleines Projekt begonnen hat, ist inzwischen zur Routine geworden, denn in der Winterzeit fertigt das Trio immer eine neue Edition mit neuen Figuren. Die Schwäbische Post hat die Figurenmacher in der Werkstatt besucht.

König öffnet die Türe, im Wohnraum stehen seine beiden Enkel Tom und Fabian vor einer Kommode, die gespickt ist mit kleinen Figuren. Jede Figur sieht ein bisschen anders aus und das hat auch seine Gründe.

Doch das lässt sich besser in der Werkstatt erklären, also geht es in den Keller. Dort befinden sich eine Werkbank und ein Sammelsurium an säuberlich aufgereihten Werkzeugen, die das Trio verwendet, um die Figuren zu fertigen.

Wie die Idee mit den Engelsfiguren aufkam, das weiß Seniorchef König auch nicht mehr so genau, aber woher die Inspiration kam, daran kann er sich sehr gut erinnern: "Bei dem Infotag in der Firma, es war 2014, haben die Flaschner Rosen aus Blech gebastelt, um zu zeigen, was sie können", sagt er.

2015 verkauft König mit seinen Enkeln Tom und Fabian auf dem Adventsmarkt Engel, die er aus Kupfer gemacht hat. Die beiden, inzwischen 14 und 15 Jahre alt, kommen jeden Freitag zu Besuch zu den Großeltern, da wurde und wird nicht selten an neuen Ideen gewerkelt.

Um ihren Engeln ein unverwechselbares Aussehen zu verleihen, verwendet das Trio zu Beginn Kupfer mit einer natürlichen Patina, die auch Edelrost genannt wird. Dadurch färbt sich das Metall türkis. Da das Verfahren sehr aufwendig ist und die Patina üblicherweise über 20 Jahre entsteht, wie man an vielen Kirchtürmen beobachten kann, nutzen die Bastler inzwischen Aluminium mit einer Beschichtung, die ähnlich aussieht.

Doch wie wird eine Figur, in diesem Fall ein Engel, gemacht? Zuerst wird die Silhouette auf einem Metallstück aufgezeichnet. Anschließend wird entlang der gemalten Linien die Form mit einer elektrischen Schere ausgeschnitten, wie Fabian demonstriert. Mit der Handschere gibt es ein bisschen Feintuning, ehe die scharfen Kanten mit der Feile bearbeitet werden, damit man sich daran nicht schneidet. Dann wird die Form, je nach Vorlage, gebogen und mit Accessoires wie Krawatte oder Heiligenschein versehen.

Inzwischen gibt es jedes Jahr eine andere Engel-Edition und die zierlichen Figuren haben einen richtigen Fanclub.

"Manche Bekannte und Freunde warten inzwischen auf ihren Engel", sagt Tom, während sein Großvater Handyfotos zeigt, auf denen Kamine mit ihren Kreationen abgebildet sind.

War die Engel-Auflage zu Beginn mit zehn Exemplaren relativ gering, trifft sich das Familien-Team inzwischen jedes Jahr ab Oktober, um zwischen 50 und 60 Engel zu gestalten. Rund eine Stunde dauert das je Exemplar.

Doch nicht nur Engel macht das Dreier-Gespann, auch Igel, Giraffen sowie andere Tiere oder Stelen mit Leuchtfunktion haben sie schon gefertigt. Die Ideen gehen nicht aus oder wie es Peter König sagt: "Uns wird nicht langweilig."

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