Waldfriedhof: Desolate Wege werden saniert

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Waldfriedhof: Etliche Wege sind in desolatem Zustand.
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Im Umweltausschuss spricht Claus Albrecht von einer unwürdigen Situation bei den Urnenerdgräbern.

Aalen. Auf dem Waldfriedhof sowie auf dem katholischen Friedhof in Fachsenfeld müssen dringend Wege saniert werden. Der Umweltausschuss des Gemeinderats hat jetzt Arbeiten an den günstigsten Bieter, die Firma Zäh aus Wassertrüdingen, vergeben. Gesamtinvestition inklusive Planungskosten: 145 000 Euro – das sind fast 27 Prozent mehr als im Februar kalkuliert, informiert die Stadtverwaltung in der Sitzungsvorlage. Begründung: der Ukraine-Krieg mit Rohstoffknappheit und Preissteigerungen bei Stahl, Asphalt und Energie.

Waldfriedhof: Der Friedhofsweg bei den Abteilungen 11/12 und 7/9 ist teilweise in einem sehr desolaten Zustand. Der zu sanierende Abschnitt ist etwa drei Meter breit und 50 Meter lang, eingefasst mit Granitpflaster. Die Höhenlage und das Gefälle des Wegs sollen nicht wesentlich verändert werden.

Friedhof Fachsenfeld: Die etwa zwei  Meter breiten Friedhofswege entlang der Abteilungen E, G und I haben Setzungen, Risse und Löcher. Auf zirka 60 Metern müssen Asphaltbelag und Einfassungen saniert werden.  

Die Wege verbinden zwei Brunnen-Plätze. Der Asphalt-Belag der Plätze mit Einfassung wird ebenfalls erneuert. Claus Albrecht (Freie Wähler) nutzte die Gelegenheit zur Mahnung an die Verwaltung und seine Gemeinderatskolleginnen und -kollegen: Was jetzt in Angriff genommen werde, könne „nur ein erster Schritt“ sein. Andere Wege auf dem Waldfriedhof seien in ähnlich schlechtem Zustand, zum Beispiel im Grabfeld 4, hinunter zum Kolumbarium. Albrecht: „Wir müssen konsequent dranbleiben.“ Thomas Wagenblast (CDU) pflichtete ihm bei und plädierte auch dafür, die untere Eingangstür in Richtung Greut zu sanieren: „Die geht schwer auf und fällt heftig zu. Das müssen wir rasch angehen.“

Barrierefreiheit: Claus Albrecht brachte bei der Gelegenheit einen anderen Kritikpunkt zum Waldfriedhof aufs Tapet: Im Grabfeld 21 und 12 seien die Wege zwischen den Urnenerdgräbern nur 40 Zentimeter breit. Unmöglich zu begehen, wenn man auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen sei, kritisierte der Freie-Wähler-Vertreter. Gerade für Ältere gebe es oft nur die Möglichkeit, auf dem Hauptweg stehen zu bleiben, „in deutlichem Abstand zu den Gräbern ihrer Liebsten“. Gerade in der heutigen Zeit, wo man überall in der Stadt Barrierefreiheit schaffe, finde er diese Situation „unwürdig“.

Baubürgermeister Wolfgang Steidle identifizierte die schmalen Wege klar als „Fehler der Vergangenheit“. Wegen der langen Ruhezeiten lasse sich das aber nicht von heute auf morgen ändern.

Maya Kohte, Leiterin des städtischen Grünflächenamts, konstatierte, die Bestattungskultur sei grundlegend im Wandel. Seit Wegfall des Sterbegelds und in der immer mobiler werdenden Gesellschaft wachse der Anteil der Urnenbestattungen stetig – aktuell liege er bei 80 Prozent. Kohte: „Da ist es eine große Herausforderung, wie man die Friedhöfe gestaltet.“ Und zwar nicht nur wegen der Gräber, sondern auch wegen ihrer ökologischen Funktion und ihrer Bedeutung als Erholungsort. Sie zollte Aalen „großes Lob für den Erhalt der Friedhofskultur“. Bea Wiese

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