Walkstraße: Baustart Bahnunterführung naht

+
Der beschrankte Bahnübergang Walkstraße produziert nicht nur Verkehrsstaus, sondern birgt auch große Gefahren vor allem für Fußgänger und Radfahrer.
  • schließen

Nach Jahrzehnten der Planungen und Verhandlungen: Der Aalener Gemeinderat wird am 30. Juni den Baubeschluss für die Beseitigung des beschrankten Bahnübergangs Walkstraße fassen.

Aalen. Es ist ein historisches Datum: Am 30. Juni, in öffentlicher Sitzung, wird der Aalener Gemeinderat endlich den Baubeschluss für die Beseitigung des beschrankten Bahnübergangs Walkstraße fassen können. „Ich bin sehr froh, dass alle Unterschriften jetzt da sind und wir endlich einen Knopf dran machen können an den Baubeschluss“, verkündete sinngemäß Oberbürgermeister Frederick Brütting in der vorberatenden Sitzung des Bauausschusses des Gemeinderats. 


Damit findet eine beinahe unendliche Geschichte nun doch noch ein gutes Ende. Nach Aussage des Ersten Bürgermeisters Wolfgang Steidle reichen die Bestrebungen zur Beseitigung des Bahnübergangs Walkstraße nach Aktenlage bis 1988 zurück. „Aber es gibt viele Menschen, die bezeugen können, dass das Thema schon viel früher Stadtverwaltung und Gemeinderat bewegt hat.“ Steidle erinnerte an den jüngst verstorbenen SPD-Stadtrat Albrecht Schmid, ein Oststädter, der sich seit Jahren „mindestens in jeder Haushaltsberatung“ drängend nach dem Stand der Dinge erkundigt habe. Denn allen voran die Bewohner der Oststadt, von Grauleshof und Pelzwasen, sind seit Jahrzehnten die Leidgeprüften der Staus und gefährlichen Verkehrssituationen am beschrankten Bahnübergang Walkstraße. 


„Heute bereiten wir einen Baubeschluss vor, den wir eigentlich schon vor zwölf Jahren hätten treffen können“, merkte CDU-Fraktionssprecher Thomas Wagenblast an. Zumal der Bebauungsplan für die Beseitigung des Bahnübergangs, wie Baubürgermeister Steidle zuvor sagte, schon seit dem 23. Mai 2012 rechtskräftig ist. 


Allerdings hatte das Gremium das Projekt damals wegen der Finanzkrise zurückgestellt. Das hatte nicht nur erneute langwierige Verhandlungen mit der Bahn zur Folge, sondern euch deutliche Kostensteigerungen: Allein seit der letzten Kostenberechnung im Jahr 2018 bis Februar 2022 sei mit einer Kostensteigerung von rund 25 Prozent zu rechnen, sagte Tiefbauamtsleiter Stefan Pommerenke. 


CDU-Stadtrat Thomas Wagenblast wurde deutlicher: „Aus den ursprünglich veranschlagten Kosten von insgesamt 9,6 Millionen Euro werden laut aktueller Berechnung insgesamt mindestens 20,34 Millionen Euro.“


Aufgrund der aktuellen Preisentwicklungen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg sei mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen, so Pommerenke. Von Vorteil sei, dass das Projekt nun von einem neuen Bundesgesetz profitiert, das 2020 verabschiedet wurde. Das bisherige Kostendrittel der kreuzungsbedingten Kosten der Stadt, so Pommerenke, werde nun von Bund, Land und Bahn getragen. Nach aktuellem Stand sind das insgesamt 16,9 Millionen Euro.


Dennoch bleiben nach aktueller Berechnung weitere 3,44 Millionen Euro an der Stadt hängen, Kosten, die im „Umfeld“ der Maßnahme entstehen; beispielsweise beim Straßenbau von der Walkstraße bis zum künftigen Kreisverkehr in der Alten Heidenheimer Straße oder beim Bau des kombinierten Geh- und Radwegs. 


Mit den Projektbeteiligten und dem Regierungspräsidium, so Pommerenke weiter, sei abgestimmt worden, dass bei einer Kostenüberschreitung der vertraglich vereinbarten 16,8 Millionen Euro kreuzungsbedingten Kosten eine weitere Nachtragsvereinbarung zur Preissteigerung getroffen wird. Heißt: Die Stadt Aalen bleibt also auch im Falle einer Erhöhung der kreuzungsbedingten Kosten von Zahlungen verschont. 


Wie es nun weitergeht: Laut Pommerenke werden im vierten Quartal dieses Jahres fünf Gebäude abgerissen, um Raum zu schaffen für die Maßnahme. Im ersten Quartal 2024 soll der Straßenbau für den kleinen Kreisverkehr Alte Heidenheimer Straße/Hegelstraße beginnen, ab dem 1. Quartal 2025 beginne der Bau der Eisenbahnüberführung und ab dem 4. Quartal 2025 sei Baustart der Grundwasserwanne für die Bahnunterführung. Pommerenke rechnet mit einer Fertigstellung des Projekts Ende 2028. 


Angesichts der „schweren Geburt“ rief Michael Fleischer (Grüne) erleichtert „Halleluja!“ Ihm ist eine Anbindung der künftigen Unterführung ans städtische Radwegenetz wichtig. Er beantragte, dieses Thema als einen gesonderten Tagesordungspunkt dem Gemeinderat zur Beratung vorzulegen. Der OB antwortete, dass der Radweg außerhalb der Unterführung ein Thema für den Herbst 2022 werden könnte. „Innerhalb der Unterführung ist die Planung aber schon festgezurrt.“


Die Ausschussmitglieder haben dem Gemeinderat bei einer Enthaltung (Carmen Venus, Grüne) den Baubeschluss einstimmig empfohlen. 

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Kommentare