Walkstraße: Kein Baubeginn 2020

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Mit einer Verschwenkung wird der Verkehr einst viereinhalb Meter tief unter der Bahnlinie hindurch geführt. Derzeit verbindet noch der Bahnübergang die beiden Hälften der Walkstraße. Grafik: ca
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Oberbürgermeister Thilo Rentschler hatte ursprünglich auf einen Baubeginn in 2020 gehofft. Warum daraus nun doch nichts wird.

Aalen

Einer fehlt immer noch. Der sogenannte letzte Haken. Der das Signal auf Grün schaltet und endlich den Weg freigibt für die Bauarbeiten zur Beseitigung des Bahnübergangs Walkstraße. Vor genau einem Jahr wagte OB Thilo Rentschler die Prognose, der Bau könne Ende 2020 beginnen. Er hat sich getäuscht.

"In diesem Jahr wird definitiv nichts mehr passieren", weiß Projektleiter Josef Blank vom städtischen Tiefbauamt. Aber woran hängt‘s? Denn bereits vor einem Jahr hatte Rentschler bekannt gegeben, dass die Eisenbahnkreuzungsvereinbarung Anfang 2019 endlich von der Deutschen Bahn unterzeichnet wurde. "Momentan durchläuft das Projekt seine letzte Prüfphase beim Bundesverkehrsministerium", weiß Blank. Sobald von dort grünes Licht komme, können die Bagger anrücken. "Wir hoffen alle schwer, dass das im kommenden Jahr geschieht."

Erst wenn das Projekt freigegeben ist, können auch die vorbereitenden Arbeiten starten. Denn vor Beginn der Tiefbauarbeiten müssen einige Gebäude abgerissen werden: Die zwei leer stehenden Häuser Alte Heidenheimer Straße 80 und 82 müssen weichen, um Raum zu schaffen für den geplanten Kreisverkehr an der Alten Heidenheimer Straße/Hegelstraße, in den die spätere Unterführung mündet (siehe Grafik). Ebenfalls abgerissen wird das baufällige Haus an der Ecke Walkstraße/Ulmer Straße sowie die benachbarte leer stehende Halle der Gesenkschmiede Schneider (GSA).

Ein Ablaufplan mit genauer zeitlicher Taktung ist noch nicht aufgestellt. Bekannt indes sind die einzelnen Abschnitte:

Die Eisenbahnbrücke: Der erste Bauabschnitt, so Blank, sei das Brückenbauwerk für die Eisenbahn, das von der Bahn geplant werde. "Die Brücke wird außerhalb des Bereichs hergestellt und dann eingeschoben. Dieser gesamte Prozess könnte ein Jahr dauern", meint Blank. Parallel starte die Verlegung der Leitungen. Vor allem betreffe das einen ziemlich großen und wichtigen Leitungsstrang der Telekom, der parallel zur Alten Heidenheimer Straße verläuft. "Weil die Leitungen nicht tief genug liegen, müssen sie außen um das spätere Unterführungsbauwerk herumgelegt werden." Die Telekom rechne mit einer Bauzeit von einem halben Jahr.

In diesem Jahr passiert definitiv nichts mehr.

Josef Blank städtischer Projektleiter

Die Grundwasserwanne: In einem zweiten Abschnitt entsteht als notwendiger Unterbau der Unterführung eine sogenannte Grundwasserwanne, verankert mit Betonpfählen. Blank: "Der Bau wird sicher weitere eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen."

Der Straßenbau: In einem dritten Abschnitt wird dann die Straße unter der Bahnlinie hindurch gebaut. Vorgesehen ist eine Fahrbahnerweiterung im Mündungsbereich der Alten Heidenheimer Straße, mitsamt Kreisverkehr.

Fußgänger und Radfahrer: Ein kombinierter Fuß- und Radweg führt künftig auf beiden Seiten der Unterführung entlang – auf halber Höhe. Während die Unterführung für den motorisierten Verkehr 4,50 Meter tief gelegt wird, liegt der Radweg nur zweieinhalb Meter tief.

Unsicherheitsfaktor ist das noch unbekannte Ausmaß der Altlasten, die bei den geplanten Abrissen an der Ulmer Straße zum Vorschein kommen könnten. Blank: "Das ist dann immer ein gewisses Lotteriespiel im Hinblick auf die entstehenden Kosten."

Die Gesamtkosten – und wer sie trägt

Beim Projekt Bahnunterführung Walkstraße wird im aktuellen Haushaltsplan der Stadt mit Gesamtkosten von 15,2 Millionen Euro kalkuliert. Und mit einem Eigenanteil der Stadt von rund fünf Millionen Euro.

Bei Eisenbahnkreuzungsmaßnahmen werden die Gesamtkosten gewöhnlich gedrittelt zwischen Stadt, Bahn und Bund. Da aber im Falle der Bahnunterführung Walkstraße auch ein städtisches Industriegleis erhalten bleiben soll, muss sich die Stadt mit 9 Prozent am Kostendrittel der Bahn beteiligen. Das städtische Industriegleis verfügt derzeit nur noch über einen Nebenanschluss und wird von der Firma GSA nur noch sehr eingeschränkt genutzt.

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