Warum Dr. Fashion weiterhin geöffnet hat

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"Durch die neue Corona-Verordnung wird sich für uns nicht viel ändern", meint Uli Riegel, Inhaber von Dr. Fashion.
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60 Prozent seines Umsatzes will er mit Brot, Blumen, Wurst und Wein machen.

Aalen. "Da haben Sie mich jetzt eiskalt erwischt", sagt Uli Riegel, Inhaber von Dr. Fashion. Als einziger Modehändler in Aalen hält er seinen Laden in der Radgasse weiterhin geöffnet, weil er schon vor der Corona-Pandemie zusätzlich Blumen und Lebensmittel im Angebot hatte. Und weil er damit, wie in der damals geltenden Corona-Verordnung vorgeschrieben, 60 Prozent seiner Verkaufsfläche befüllt hatte.

Was dem Ladeninhaber indes bis Dienstagmorgen nicht bewusst war: Dass seit Montag laut der neuen Corona-Verordnung des Landes der Verkauf von kompletten Mischsortimenten vor Ort im Geschäft nur dann gestattet ist, wenn der erlaubte Sortimentsteil wie Lebensmittel und Hygieneartikel mindestens 60 Prozent des Umsatzes einspielt. Nur in diesem Fall würde der Ladeninhaber dann weiterhin alle Sortimente verkaufen dürfen – also auch Mode. Andernfalls, so die neue Verordnung, dürfe im Laden nur das aktuell erlaubte Sortiment, dürften also nur Nahrungsmittel, Blumen und Drogeriewaren über den Ladentisch gehen.

"Durch diese neue Regelung wird sich für uns nicht viel ändern", ist sich Uli Riegel nach kurzem Nachdenken sicher. Denn, so bitter es auch sei: Durch die verordneten Schließungen von Einzelhandel und Gastronomie herrsche in der Innenstadt aktuell wieder gähnende Leere. Daher komme auch zu ihm derzeit kaum ein Kunde extra für einen klassischen Einkaufsbummel. "Wer zu meiner Ladentür hereinkommt, sucht momentan ohnehin hauptsächlich Dinge für den täglichen Bedarf – Blumen, Weine und frisches Bio-Brot aus dem Holzbackofen."

Im übrigen ist momentan auch noch gar nicht geklärt, wer die Einhaltung dieser neuen Corona-Verordnung kontrolliert. Ist es Aufgabe des städtischen Ordnungsamts? Oder der Gewerbeaufsicht der Landkreisverwaltung? "Das wird gerade abgeklärt", sagt der städtische Pressesprecher Sascha Kurz. "Aber um eine Kontrolle in den nächsten Tagen wird Dr. Fashion wahrscheinlich nicht herumkommen, so leid es uns tut", mutmaßt Kurz.

Geöffnet hat Dr. Fashion wieder seit Anfang März. Möglich wurde dies mit der zum 1. März geänderten Corona-Verordnung durch die der Verkauf von Blumen wieder erlaubt wurde. Seither machen Blumen und Lebensmittel 60 Prozent seiner Ladenfläche aus.

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