Warum Heiligabend im Greut Gottesdienst feiern?

  • Weitere
    schließen
+
-
  • schließen

Nachgehakt Was die christlichen Kirchen zu Weihnachten in Aalen planen, sehen manche kritisch. Das sagen die Verantwortlichen.

Aalen

Die Corona-Pandemie verlangt kreative Alternativen. Auch für die Gottesdienste an Weihnachten. Die vier Aalener christlichen Kirchen waren bekanntlich bereits aktiv und haben sich für drei ökumenische Open-Air-Gottesdienste an Heiligabend auf dem Greutplatz entschieden. Das stößt nicht bei allen in der Kocherstadt auf Begeisterung.

Während die einen fragen, weshalb nicht die Ostalbarena mit ihrer vorhandenen Infrastruktur, wie Lautsprecheranlage und überdachte Sitzplätze, genutzt wird, sorgt sich Grünen-Sprecher Michael Fleischer, dass die Gottesdienste zu einem sogenannten Superspreading-Event werden könnten. Die "Veranstalter" – Kirchen und Stadtverwaltung – sind aber überzeugt, mit dem Greutplatz die richtige Wahl getroffen zu haben.

Was ist die Idee? Bereits vor einigen Wochen entstand die Idee, die Heiligabend-Gottesdienste nicht in den einzelnen Kirchen, sondern ökumenisch an einem zentralen Ort zu veranstalten. "Zur Diskussion standen nicht nur die Ostalbarena, sondern auch der Kulturbahnhof sowie die Innenstadt", sagt Dekan Ralf Drescher. Bei einem Ortstermin im Stadion habe man sorgfältig das Für und Wider abgewogen, ergänzt der katholische Pfarrer Wolfgang Sedlmeier.

Das Stadion, ein idealer Platz? "Auf den ersten Blick scheint das Fußballstadion prima geeignet", sagt Sedlmeier. Es gebe eine Lautsprecheranlage, überdachte Sitzplätze und den Altar könne man auch aufbauen. Aber der Schein trüge. "Bei näherem Betrachten, hatte das Stadion plötzlich keine Priorität mehr", sagt auch Dekan Drescher.

Weshalb der Greutplatz? Einer, der sich mit Veranstaltungen auskennt, ist Christian Mathéus. Der Meister für Veranstaltungstechnik, der in die Auswahl eingebunden war, erläutert, weshalb der Greutplatz am Ende die Nase vorn hat.

Die Bühne: "Im Greut ist der Aufbau der Bühne unproblematisch", sagt Mathéus. Der Untergrund sei fest, egal bei welchem Wetter. "Im Stadion müsste die Bühne mit einem Schwerlastboden unterlegt werden", so der Experte. Das bedeute mehr Aufwand. Zudem sei die Zufahrt leichter und der Rasen sei geschont.

Im Stadion müsste die Bühne mit einem Schwerlastboden unterlegt werden.

Christian Mathéus Meister für Veranstaltungstechnik

Strom & Co.: Die Infrastruktur, der Strom etwa, ist laut Mathéus auf dem Greutplatz besser positioniert und somit einfacher nutzbar.

Wege und Sitzplätze: Auf dem Greutplatz seien die Wege kurz; alles sei barrierefrei zu erreichen, sagt der Experte. Zu- und Ausgang seien getrennt. "Im Prinzip stehen die Besucher während der 35-minütigen Gottesdienste", erklärt Dekan Drescher. Es gebe nur wenige Sitzplätze. "Für diejenigen, die keine halbe Stunde stehen können", sagt Drescher. Alles sei kurz gehalten – wegen Corona.

Größe und Liturgie: "Der Greutplatz hat die ideale Größe", sagt Dekan Drescher. Die drei Feiern seien identisch. Maximal seien 500 Besucher zugelassen. "Die verlieren sich in einem Stadion." Auf dem Greutplatz könne eine liturgische Atmosphäre entstehen. Was genau die Besucher an Heiligabend erwartet, wollen Drescher und Sedlmeier jetzt noch nicht preisgeben.

Hygienekonzept: Neben den getrennten Wegen werden die Kontaktdaten der Gottesdienstbesucher erhoben. "Es werden die geltenden Abstands- und Hygienevorschriften eingehalten", versichert OB Thilo Rentschler. Alle Planungen stünden unter dem Vorbehalt der neuen Corona-Regelungen. Wenn wir nicht dürfen, werden wir es auch nicht machen."

Wer trägt die Kosten? "Das Weihnachtsfest zu feiern ist für die Menschen sehr wichtig", sagt der OB. Deshalb unterstütze die Stadt gerne die Einladung der christlichen Kirchengemeinden, gemeinsam den Heiligen Abend zu feiern. Daher trage die Stadt die Kosten für die Bühneninstallation.

Gottesdienst und Impfzentrum: Laut OB Rentschler ist der Greutplatz groß genug für beides. Zudem rechnet der OB mit dem Impfzentrum ab 15. Januar.

Mehr zum Thema

-

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL