Was 2022 in den Ortsteilen ansteht

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Die Ebnater Steige von Unterkochen aus gesehen. Die Diskussion und die Bürgerbeteiligung zum Albauf-stieg nennt Ortsvorsteher Florian Stütz als wichtigsten Punkt im neuen Jahr. Archivfoto: Oliver Giers
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Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher sprechen über Probleme, die in Wasseralfingen, Unterkochen, Fachsenfeld, Ebnat, Dewangen, Waldhausen und Hofen zu lösen sind.

Aalen

Fehlende Kinderbetreuungsplätze, zu wenig Wohnraum, kein Arzt mehr im Ort: In den Aalener Teilorten stehen im neuen Jahr zahlreiche Aufgaben an. Die SchwäPo hat dazu drei Fragen an die Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher gestellt und daraus die dreiteilige Serie „Zukunft der Teilorte“ gemacht. Im ersten Teil antworten die Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher auf die Frage: „Was ist das drängendste Problem, das in Ihrem Ort 2022 gelöst werden muss, und wie wollen Sie es angehen?“

Andrea Hatam

Andrea Hatam (Wasseralfingen) sagt: „Am wichtigsten ist der Bau von neuem Wohnraum, denn die Nachfrage ist sehr groß.“ So werde Anfang des Jahres mit dem Bau einiger Mehrfamilienhäuser in der Maiergasse begonnen, wodurch zahlreiche Wohnungen entstünden. „Dringend gebraucht werden aber auch Einfamilienhausbauplätze“, findet die Wasseralfinger Ortsvorsteherin.

Florian Stütz

Florian Stütz (Unterkochen) nennt als wichtigste Frage die Problematik um den Albaufstieg. „Wichtig ist, dass wir die Bürgerbeteiligung so niederschwellig wie möglich machen, so dass nochmals alle Varianten angesprochen und entsprechend geprüft und klassifiziert werden können.“ Außerdem werde die Entwicklung des Ortskerns von Unterkochen 2022 einen großen Stellenwert einnehmen. „Hier ist die Kreativität des Ortschaftsrates sowie die Kompetenz der Fachämter gefragt und miteinander zu kombinieren“, sagt der Ortsvorsteher.

Sabine Kollmann

Sabine Kollmann (Fachsenfeld) denkt zuerst an die 20 Kinderbetreuungsplätze, die im Ort fehlen (Anm. der Redaktion: Der dritte Teil der Serie behandelt das ausführlich). „Der zweite wichtige Punkt, der unseren Ort bewegt, ist die Schließung der Hausarztpraxis im Dezember“, sagt Kollmann. Relativ kurzfristig hätten die Beteiligten diese Information verkraften müssen. Die Fachsenfelder Ortsvorsteherin zählt auf, was bereits unternommen wird: „Die umliegenden Praxen haben so viele Patienten wie möglich aufgenommen, andere Praxen haben sich bereiterklärt, Hausbesuche bei bettlägerigen Patienten zu übernehmen, das Landratsamt und die Kreisärzteschaft sind in Kontakt mit ausbildenden Kliniken, Anzeigen sind geschaltet.“ Wichtig sei die Kampagne der Stadt mit Bannern, die darauf hinweisen, dass im Welland Ärzte gesucht werden. „Immerhin sind zehn Prozent der Aalener Bevölkerung ohne wohnortnahe ärztliche Versorgung“, merkt Kollmann an.

Manfred Traub

Manfred Traub (Ebnat) nennt gleich mehrere wichtige Themen, die ihm zufolge dieses Jahr angegangen werden müssen. Unter anderem zählt er auf: „Die Kinderbetreuung muss den fortgeschriebenen Bevölkerungsentwicklungen und den Erfordernissen angepasst werden.“ Außerdem sei „die Herstellung der sicheren Radwegeverbindung vom Tal aufs Härtsfeld auf der Trasse der ehemaligen Eisenbahnverbindung einschließlich Teil-Öffnung des Tunnels“ ein wichtiges Thema. Dass es um eine Teil-Öffnung, nicht um eine Öffnung geht, betont er dabei. Nachdem die Nordumgehung nun freigegeben ist, stehe die Planung der innerörtlichen Hauptverkehrswege an.

Andrea Zeißler

Andrea Zeißler (Dewangen) möchte nicht von Problemen, sondern von Aufgaben sprechen. „Beispielsweise möchten wir unsere Ortsdurchfahrt schöner gestalten“, sagt sie. Beim „PIN-Mit“-Spaziergang im Herbst seien interessante Vorschläge aus der Bevölkerung gekommen, die von Bepflanzungen über Beleuchtungsmöglichkeiten bis hin zur Überplanung des Bereiches Bachwiesen reichten. Die Dewanger Ortsvorsteherin spricht eine weitere Aufgabe an: „Aktuell essen zweimal pro Woche die Kinder, die eine Ganztagesbetreuung an der Schwarzfeldschule gebucht haben, in zwei Etappen im Foyer der Wellandhalle.“ Im neuen Jahr werde es an drei Tagen in zwei Etappen ein Mittagessen während der Ganztagesbetreuung in Dewangen geben. Bei Bedarf sogar an fünf Tagen. „Da hierfür das Foyer der Wellandhalle aus allen Nähten platzt und dies überhaupt nur durch massiven Personaleinsatz umsetzbar ist, muss dringend eine Interimslösung geschaffen werden“, sagt Zeißler.

Patrizius Gentner

Patrizius Gentner (Waldhausen) zählt mehrere wichtige Themen für den Ort auf: die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt, die Kreuzung Deutschordenstraße/Teckstraße, die Entwicklung freier Flächen im Ortskern und die Gestaltung der Ortsmitte. Dank der Aufnahme ins Landesprogramm „Ortsmitten gemeinsam, barrierefrei und liebenswert gestalten“ seien viele gute Ideen dazu eingegangen. „Um diese Themen weiterzuentwickeln, sind für 2022 weitere Beteiligungstermine geplant“, sagt Gentner.

Christian Wanner

Christian Wanner (Hofen) sagt: „In der Ortschaft Hofen und deren Teilgebieten gab es in den letzten 20 Jahren kein zu erschließendes Baugebiet, um die große Nachfrage der Bürgerinnen und Bürger auch nur ansatzweise befriedigen zu können.“ Es sei für den Ortschaftsrat eine wichtige Aufgabe, einer weiteren Abwanderung von jungen, engagierten Bürgerinnen und Bürgern in umliegende Gemeinden entgegenzuwirken. So sollen auch bestehende Objekte und Baulücken mit einbezogen werden, um dem Wohnraumbedarf nachzukommen. Wanner appelliert an die Besitzer ungenutzter Flächen, Entgegenkommen zu zeigen. Um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, sei die Umsetzung des Baugebiets „Eichholzweg“ eines der wichtigsten Themen für das kommende Jahr. „2022 gilt es, den Bebauungsplan für das Wohngebiet konkret zu formulieren und die Preise festzusetzen“, sagt der Hofener Ortsvorsteher.

Dass es im Ort keinen Hausarzt mehr gibt, ist ein Problem in Fachsenfeld. Symbolfoto: Jonas Glaubitz – stock.adobe.com
Zu wenig Wohnraum, zu wenige Bauplätze: ein Problem in mehreren Teilorten.

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