Was Aalener Reservisten in Italien tun

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Das Tor, komplett neu gebaut von Reservisten aus Aalen.
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Normalerweise sind im Trauermonat November Haustürsammlungen für den Erhalt von Gedenkstätten – Wie das in Coronazeiten ist.

Aalen/Pomezia

Sie gehören seit vielen Jahren zu den ganz aktiven an der Sammeldose: die Mitglieder des Krieger- und Reservistenvereins Waldhausen. Seit Jahrzehnten schon sind sie immer im Trauermonat November unterwegs, um Spendengelder zu sammeln für die Kriegsgräberfürsorge. Und das mit großem Erfolg: Im vergangenen Jahr sammelten sie den größten Betrag einer Einzelgruppe im Bezirksverband Nordwürttemberg. Fast 2000 Euro, gesammelt nur in Waldhausen, wie der Vorsitzende Hans-Peter Graser berichtet.

Doch in diesem Corona-Jahr ist dies, wie so vieles andere auch, nicht möglich gewesen. Die Reservisten von Waldhausen wollten "nicht dazu beitragen, das Virus weiter zu verbreiten", sagt Graser. Daher haben seine Kameraden und er sich schweren Herzens dazu entschlossen, in diesem Jahr auf eine Sammlung von Haus zu Haus zu verzichten, "zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger". Dabei haben es die Reservisten aber nicht belassen. "Wir werden der Kriegsgräberfürsorge für ihre weiterhin wichtige Arbeit einen angemessenen und respektablen Betrag aus der Vereinskasse zukommen lassen", erklärt Graser – und hofft, dass es viele Bürger dem Verein gleichtun und direkt spenden.

Wie wichtig die Arbeit des Volksbundes Kriegsgräberfürsorge ist, das schildert Holger Klöpfer, Organisationsleiter in der Aalener Kreisgeschäftsstelle des Reservistenverbandes und Hauptfeldwebel der Reserve. "Wer einmal so eine Gedenkstätte besucht, der lernt zu schätzen, was Frieden heißt", sagt Klöpfer. Er ist gewissermaßen Anwender der gesammelten Gelder – und kümmert sich mit anderen Aalenern darum, dass Gedenkstätten gepflegt werden. So war eine Gruppe unter seiner Leitung Ende September, Anfang Oktober zu einem Kriegsgräbereinsatz in Pomezia in der Nähe von Rom. Konkret ging es darum, die eine Toranlage der Gedenkstätte zu verlegen. Geplant haben dies der Tief- und Straßenbauexperte Hartmut Lucke und der Metallbauer Timo Klöpfer zusammen mit einer Architektin des Volksbundes. Wegen Corona habe das schon lange geplante Vorhaben immer wieder verschoben werden müssen. Es konnte erst in der Zeit, als die Infektionszahlen etwas niedriger waren, angegangen werden: der Um- und Einbau der neuen Toranlage. Mit dabei waren Hartmut Lucke, Anton Haratik, Markus Hägele, Sven Winkler, Holger, Timo, Florian und Lothar Klöpfer und Mario Taege.

Ein Großteil der Gelder für Aktionen wie die von Holger Klöpfer beschriebene sind Spendengelder, gesammelt etwa von den Reservisten in Waldhausen. Auch Klöpfer und andere Reservisten sammeln, etwa im November auf dem Waldfriedhof in Aalen, wenngleich das Ergebnis "nicht so wie in den Jahren davor", gewesen sei, wie Klöpfer berichtet. Dennoch ist Klöpfer aufgefallen, dass immer mehr junge Menschen spenden, was ihn freut. Er findet es wichtig, dass junge Menschen diese Stätten besuchen. Wer auf Gräber von 28 000 Gefallenen blicke wie in Pomezia, darunter die Gräber von 16-, 17-jährigen Soldaten, der denke anders über den Krieg. Deswegen seien die Gedenkstätten und Friedhöfe eine Mahnung, "damit so etwas wie Weltkriege nie mehr vorkommt".

Er und Graser hoffen nun, dass der Aufruf des Volksbundes zur Spende per Überweisung etwas bringt. Wie auch immer, Klöpfer plant schon den nächsten Einsatz zur Pflege von Kriegsgräbern in zwei Jahren.

Gespendet werden könne unter Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Bankverbindung: BW Bank Stuttgart IBAN: DE30 6005 0101 0002 6266 64, Verwendungszweck: Kriegsgräbersammlung 2020 Aalen-Waldhausen oder Aalen.

Ein Aalener Kranz zum Gedenken an die Gefallenen.
Die Bauarbeiten in Pomezia sind in vollem Gange.
Gemeinsam mit ehemaligen italienischen Soldaten treffen sich die Reservisten aus Aalen nach dem Abschluss der Arbeiten an der Gedenkstätte in Pomezia am Ehrenmal.

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