Was den Aalener Räten wichtig ist

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Der neue Aalbäumleturm, die Rathaussanierung, die ärztliche Hausarztversorgung, eine Eislaufhalle und ein Pumptrack und Dirtpark für die Oststadt beschäftigte die Räte. ÌÌFotos: opo, privat
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Neun Stunden lang haben die Gemeinderäte am Donnerstag beraten, wofür sie im laufenden Haushaltsjahr Geld ausgeben wollen - oder nicht. Unter anderem das waren die Themen.

Aalen

Neun Stunden lang haben die Aalener Gemeinderäte in öffentlicher Sitzung am Donnerstag beraten, wofür sie im laufenden Haushaltsjahr wie viel Geld ausgeben wollen - oder nicht. Und weil es diesmal so viele Anträge von Fraktionen und Zählgemeinschaften gab wie selten zuvor, reichte die Zeit am Ende nicht aus. So fiel kurz vor 22 Uhr die gemeinsame Entscheidung, dass alle Anträge in Verbindung mit dem Aalener Bäderkonzept in der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 17. Februar diskutiert und beraten werden. Am Donnerstag waren unter anderem diese Anträge Thema:

Der Aalbäumle-Turm: Die Zählgemeinschaft Birkhold-Traub hatte festgestellt, dass die für das Jahr 2024 anberaumten Planungen für einen neuen Turm zu spät kommen. Zumal die statische Beurteilung des Turms eine maximale Nutzungsdauer bis 2024 ergeben habe. „Wir können nicht erst mit Überlegungen beginnen, wenn der Turm bereits ausgemustert ist“, sagte Inge Birkhold. OB Frederick Brütting signalisierte, den Planungsansatz für den neuen Turm auf 2023 vorzuziehen. Der Gemeinderat solle sich aber vorab überlegen, welche Ansprüche der neue Turm erfüllen soll. Die Stadtverwaltung beabsichtigt, Anfang 2023 eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung des Gemeinderats einzurichten, um das Projektziel zu formulieren.

Skaten, Pumpen, Biken: Ein „Trainingsangebot Pumptrackanlagen“ liegt der CDU-Fraktion am Herzen. Weiter sollen fürs Mountainbiken am Ostalb-Skilift 15 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie eingeplant werden. Die Grünen-Fraktion wiederum fordert 60 000 Euro für einen Dirtpark, der „spätestens im Sommer 2022“ in der östlichen Kernstadt realisiert werden soll; sowie 80 000 Euro für den Bau eines Pumptracks und die Vergrößerung der bestehenden Skateranlage an der Hochbrücke.

In puncto Dirtpark signalisiert die Stadtverwaltung, dass man ein geeignetes Grundstück suchen wolle. In den Planungsprozess sollen neben den künftigen Nutzern auch die Mountainbike-Manager einbezogen werden. Mit einer tatsächlichen Umsetzung rechnet die Stadtverwaltung allerdings erst in 2023. Indessen werden aktuell die Verlegung und Erweiterung der Skateranlage hinter der Samariter-Werkstatt auf die andere Seite der Bahnlinie geprüft. Die Kombination einer vergrößerten Skateranlage mit einem Pumptrack könne einen attraktiven Sport- und Jugendtreff in der Kernstadt schaffen. Zudem will die Stadtverwaltung dem Gemeinderat im laufenden Jahr eine Konzeption für einen Mountainbike-Lift am Ostalb-Skilift vorstellen.

Eine Eishalle für Aalen: „Zwischen Nürnberg und Stuttgart war Aalen früher die Stadt, die fürs Eislaufen bekannt war“, kommentierte Norbert Rehm (Aktive Bürger) seinen Antrag. Nach dem Abriss der Halle habe sich die Stadtverwaltung zwar um eine kostengünstige neue Halle bemüht. „Aber einen Schlussbericht hat es nie gegeben.“ Er, Rehm, wisse zwar, dass die Stadt aktuell eine Eislaufhalle nicht finanzieren kann. „Aber wie beim Aalbäumleturm sollte man so eine Investition mit einem entsprechenden Vorlauf ins Auge fassen.“

Der OB entgegnete, dass die Stadt das Problem jetzt nicht lösen könne. „Wir haben dafür kein Geld und kein Konzept in der Schublade.“ Inge Birkhold (Zählgemeinschaft Birkhold-Traub) schlug vor, das Thema in die Potenzialanalyse Tourismus aufzunehmen. „Wir können eine Lösung überdenken von einer Halle, die im Sommer anderweitig genutzt werden kann.“

Ärztliche Versorgung im Welland: Die Suche nach einem Hausarzt, der sich in Dewangen niederlassen will, ist seit Jahren erfolglos. Nachdem Dr. Bernd Musold in Rente gegangen ist, droht Fachsenfeld ein ähnliches Schicksal. In Sorge um die ärztliche Versorgung in den Teilorten Fachsenfeld und Dewangen hatte die SPD-Fraktion die Stadt Aalen um Mithilfe bei der Erarbeitung eines Konzepts für die ärztliche Versorgung „Welland“ gebeten.

Die Stadtverwaltung teilt in ihrer Stellungnahme diese Sorge. Darum hat die Stadt vor noch nicht allzu langer Zeit eine Werbekampagne aus der Taufe gehoben: „Dorf, leider Single, sucht Hausärzt*in fürs Leben“, steht auf einem Banner etwa in Dewangen. Die städtische Wirtschaftsförderung bietet Unterstützung bei der Suche nach Praxisräumen und einer Wohnung. „Wir sind inzwischen mit zwei Ärzten in Kontakt, die deutliches Interesse bekunden“, berichtete Felix Unseld, städtischer Wirtschaftsförderer. Einen entsprechenden Vorschlag wolle man dem Gemeinderat im ersten Halbjahr 2022 vorstellen. Helmut Gentner (SPD) empfiehlt, auch in Richtung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) zu denken. Roland Hamm (Die Linke), appelliert an die Stadt, bei der Suche nach Hausärzten mit dem Landkreis zu kooperieren.

Einrichtung eines Jugendgemeinderats: „Die Vorarbeiten sind abgeschlossen“, kommentiert OB Frederick Brütting einen entsprechenden Antrag der Grünen-Fraktion. Erstmals am 16. März werde der Gemeinderatsausschuss darüber beraten. Der Beschluss werde anschließend im Gemeinderat gefasst. Brütting: „Wir wollen jetzt Nägel mit Köpfen machen.“

Professioneller externer Support für Schul-IT: Für Arian Kriesch (FDP/FW) gehört die Unterstützung bei Hardware- und Softwareproblemen der zunehmenden Zahl von digitalen Endgeräten bei Stadtverwaltung Schulen und Einrichtungen nicht in das Aufgabenfeld einer Stadtverwaltung. „Wir werden diese Fachleute nicht in ausreichender Zahl bei der Stadtverwaltung anstellen können“, argumentiert er und plädiert, diese Dienstleistungen extern zu vergeben. „An dem Konzept sind wir dran“, meint Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann. „Wir müssen externe Dienstleister genau in die Standards einweisen.“

Rathaussanierung weiter verschieben: Für die Fraktion FDP/FW fordert Arian Kriesch, die vollständige Rathaussanierung zu verschieben: auf die Zeit nach der Pandemie und nach Fertigstellung des Kombibads im Hirschbach. „Denn wir können uns gerade nicht alles leisten, was wir brauchen“, sagt er im Hinblick auf die klamme Haushaltskasse.

Baubürgermeister Wolfgang Steidle erwiderte, dass der Zustand einiger Fassadenbereiche viel schlechter sei, als in den ersten Untersuchungen der Fachleute beschrieben. „Es ist höchste Zeit für diese Sanierung.“ Thomas Wagenblast (CDU) bekräftigte: „Wir müssen die Sanierung sukzessive abarbeiten, sonst machen wir Bürgervermögen kaputt.“ Und auch Michael Fleischer (Grüne) unterstützt die Stellungnahme der Stadtverwaltung. Seine Fraktion habe zwar schon zwei Mal den Antrag gestellt: erst das Kombibad, dann das Rathaus. „Aber zum jetzigen Zeitpunkt, da man begonnen hat, spricht viel dafür, dass man weitermacht.“ Weil die Schäden so groß sind, werde man für die Sanierung des gesamten Rathauses mehr Zeit brauchen, als angenommen, deutet der OB an.

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