Was der neue Hochschul-Rektor plant

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Prof. Dr. Harald Riegel hat zum 1. Januar das Rektorenamt der Hochschule Aalen angetreten.

Professor Dr. Harald Riegel startet als neuer Rektor der Hochschule Aalen. Der promovierte Physiker bringt langjährige Erfahrungen aus Wirtschaft, Forschung und Hochschule mit.

Aalen

Prof. Dr. Harald Riegel erinnert sich noch ganz genau daran, als Ende der 70er Jahre die ersten Spaceshuttles ins All starteten und er als Jugendlicher gebannt vor dem Fernseher saß. Und wie sehr diese beeindruckenden Bilder sein Interesse für physikalische Zusammenhänge befeuerten. Bald stand für ihn fest, dass er nach dem Abitur Physik studieren würde.

Heute, rund 40 Jahre später, kann er nicht nur auf eine erfolgreiche Karriere in der Industrie und auf eine Berufung als Physikprofessor an die Hochschule Aalen zurückblicken, sondern ist nun auch neuer Rektor der Hochschule Aalen. "Ich freue mich sehr auf diese spannende Aufgabe. Die Hochschule Aalen zu leiten, ist eine Herausforderung, die mich anspornt", sagt der 56-Jährige. In seiner neuen Funktion reizen ihn die vielen Möglichkeiten, die Rahmenbedingungen für gute Lehre, innovative Forschung und Transfer zu gestalten. "Schon als Professor oder Professorin sind die Gestaltungsspielräume an einer Hochschule phänomenal. Hier kann man etwas bewegen, sich frei entfalten und sich selbst verwirklichen", schwärmt Riegel und fügt mit großer Begeisterung hinzu: "Als Rektor potenzieren sich die Entfaltungsmöglichkeiten jetzt noch einmal." Es sei ein großes Geschenk, ein so wohlbestelltes Feld übernehmen zu dürfen. "Wir sind eine bärenstarke Hochschule", betont Riegel.

Ein wesentliches Ziel seiner Amtsführung sieht er darin, die Stärken der Hochschule Aalen weiter auszubauen. Denn nur was besser werde, bleibe gut, ist der neue Rektor überzeugt. Hier setzt er auf eine gemeinschaftliche Weiterentwicklung des starken Bündnisses auf kommunaler und regionaler Ebene sowie mit den Unternehmen der Region.

Wichtig sei es beispielsweise, im Schulterschluss mit der Wirtschaft weitere attraktive Studienangebote zu entwickeln. "Wir müssen unsere Angebote permanent anpassen. Für die Unternehmen der Region, die auf bestens ausgebildete Arbeitnehmende angewiesen sind und für den regionalen Arbeitsmarkt", sagt der gebürtige Franke.

Und die Angebote der Hochschule Aalen fangen nicht erst mit dem ersten Semester an, sondern schon wesentlich früher: Mit dem explorhino Experimente-Museum und dem Schülerforschungszentrum können Kinder und Jugendliche die spannende Welt der Naturwissenschaften und Technik entdecken.

"Es ist wichtig, schon die Kindergarten- und Schulkinder für diese Themen zu begeistern. Die MINT-Bildung ist in Zeiten des Fachkräftemangels von elementarer Bedeutung für Gesellschaft und Region", hebt Riegel hervor.

Mit explorhino habe die Hochschule ein Alleinstellungsmerkmal, das es weiterhin mit aller Kraft zu fördern gelte. "Eigentlich sind wir eine Hochschule fürs ganze Leben - vom frühen Kindesalter übers Studium bis hin zu unseren vielfältigen Weiterbildungsangeboten. Das ist doch toll!", freut er sich.

Ein großes Anliegen ist es Riegel auch, im Hinblick auf die fortschreitende Digitalisierung die Industrie bei den entsprechenden Transformationsprozessen zu unterstützen. Hier spiele die Hochschule mit ihrer anwendungsorientierten Forschung und dem entsprechenden Transfer in die Wirtschaft eine ganz große Rolle, so Riegel, der in diesem Zusammenhang auch auf die Forschungsstärke der Hochschule und den Campus als "Biotop für Gründungen und Start-ups" verweist. "Da wird sich noch einiges tun" prophezeit Riegel und fügt lachend hinzu: "Meine Vision ist es, salopp gesagt, dass die Leute mir die Bude einrennen mit der Frage, wo sie auf diesem Campus ein Gebäude für Ausgründungen hinstellen dürfen."

Als leidenschaftlicher Forscher, der bislang rund 6,5 Millionen Euro für Forschungsaktivitäten eingeworben und erfolgreich das LaserApplikationsZentrum (LAZ) an der Hochschule Aalen etabliert hat, ist es ihm ein Anliegen, die Grundlagenforschung nicht zu vernachlässigen. "Ich freue mich auch sehr darauf, die neuen Forschungsgebäude weiter mit Leben zu füllen. Da haben wir wirklich eine ganz tolle Forschungsinfrastruktur", sagt Riegel begeistert. 2020 wurde er für sein großes Engagement mit dem Forschungspreis der Hochschule Aalen ausgezeichnet. Zu den Herausforderungen im neuen Amt wird es auch gehören, trotz der anhaltenden Corona-Krise weiterhin verlässliche und stabile Rahmenbedingungen für Studium und Lehre zu garantieren. "Der Wechsel zur hybriden Lehre ist uns sehr gut gelungen. Das hat uns auch die Auszeichnung von Deutschlands größtem Studienbewertungsportal "StudyCheck" bestätigt. Dennoch sind und bleiben wir eine Präsenzhochschule", betont Riegel. "Aber die zusätzlich gewonnene Digital-Kompetenz und die positiven Effekte der hybriden Lehre werden wir weiter nutzen. Die Hochschulbildung im digitalen Zeitalter bleibt ein spannendes Thema."

Ein besonderes Augenmerk legt der neue Rektor, der mehrere Jahre in den USA gelebt und gearbeitet hat, auf die weitere Internationalisierung der Hochschule. Bereits als Prorektor waren Riegel die Pflege und der Ausbau internationaler Kontakte besonders wichtig. "Mit diesem Thema habe ich mich in den vergangenen sieben Jahren sehr intensiv befasst und weltweit Kontakte aufgebaut. Solche Netzwerke sind in jeglicher Hinsicht befruchtend und hilfreich."

Für sein Amt als Rektor einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften ist Riegel bestens gerüstet. Nach seinem Physikstudium war er 13 Jahre lang in der Industrie tätig, unter anderem beim Messgerätehersteller Endres+Hauser in Gerlingen und beim Automobilzulieferer Mahle Behr GmbH & Co. KG in Stuttgart. Parallel dazu übernahm er Lehraufträge, um sich dann 2009 auf die Ausschreibung für die Physik-Professur an der Hochschule Aalen zu bewerben.

"Die Arbeit mit den Studierenden ist unglaublich bereichernd. Zu erleben, wie aus Heranwachsenden ausgereifte Persönlichkeiten werden, das ist toll!", sagt der dreifache Familienvater begeistert. "Es macht mir große Freude, etwas mit den Menschen weiterzuentwickeln. All diese Talente in ihrer Vielfalt einzubinden, neue zu finden, zu fördern und einen Gemeinschaftssinn zum Wohle der Hochschule und der Region Ostwürttemberg zu bilden ? das ist die Basis für alles", so der neue Rektor.

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