Was Musikschullehrer im KubAA auf die Beine stellen

+
Das Kollegium der Aalener Musikschule erstmals vereint auf der Bühne des Aalener Kulturbahnhofs.
  • schließen

Das Kollegium der Aalener Musikschule hat ein vielfältiges, niveauvolles Konzert gegeben.

Aalen. Wenn Lehrerinnen und Lehrer öffentlich musizieren, geht’s vornehm zu und ausführlich und ganz nach der konzertanten Sitte. Und das ist gut so, wie vor Kurzem im Konzertsaal des Kulturbahnhofes zu hören war. Der KubAA ist die neue Heimat der Aalener Musikschule, dessen Kollegium sich unter dem Künstlernamen „Centro Verde“ zum Konzert zusammengefunden hat. „Mehr Musik“ wurde das Programm übertitelt, das seinem Namen Ehre machte.

Magische Aufführung

Erstes Stück des Abends: die Cello-Suite 4 von J.S. Bach, als Crossover dargebracht von Daniela Müller mit dem Baritonsaxophon und Vjaceslav Kiselev mit dem Cello. Alle sieben Sätze/Tänze wurden abwechselnd gespielt, zu einigen davon tanzte Nina Ammon in eigener Choreographie filigran und ausdrucksstark. Eine nahezu magische, halbstündige Aufführung.

Auch das folgende Blockflöten-Sextett (Sonnhild Nollenberger, Chloe Shinn, Rolf-Peter Barth, Birgit Trost, Waldtraud Bergstein, Kerstin Barwitz) nahm sich bei frischen Tempi viel Zeit, eine Bläsersinfonie von Bachsohn Johann Christian auszuführen; und gleich im Anschluss eine eher experimentelle Gedichtvertonung von Agnes Dorwarth (geb. 1933) mit Kerstin Barwitz als dezente Sprecherin. In dem Schubert-Opus 129 war Kerstin Barwitz dann als großer Sopran mit ausdrucksstarkem Tremulo sängerisch zu bewundern, begleitet von Christof Wegel (Klarinette) und der Pianistin Vitaliya Fedosenko.

Den ersten Teil des opulenten Konzertes rundete Neven Sulic (Gitarre), mit zwei Stücken von Leo Brouwer (*1939) ab und einer Fantasia von Mario Castelnuovo-Tedesco, gemeinsam musiziert mit Karin Toth am Flügel.

Der Jazz kam nach der Pause mit einem humoresken Stück von Teddy Bor, Bach at the double for swing trio mit Sätzen wie u.a. „Lager mit schmalz – in the mood“, fein dargebracht von Stephan Kühling, Birgit Trost und Ute Ruth (Kontrabass).

Speziellen und begeisternden Jazz gab der sehbehinderte Schlagzeuger Philipp Schiegl mit dem Snaredrum-Stück von Mitch Markovich (*1944) und einem konventionellen Stück von Rob Leytham. Horst Franke setzte mit „Angel Eyes“ von Matt Dennis unter anderem einen starken Akzent als komplexer Jazz-Pianist. Er wurde begleitet von Ute Geiger-Ruth, Bass.

Zum „Blauen Krokodil“ von Christian Bolz war die Bühne noch einmal gut ausgenutzt, ein buntes Sextett mit Christian Bolz und Daniela Müller (Saxophone), der standfesten und behänden Ute Geiger-Ruth (Kontrabasse), mit Martin Rosengarten am Flügel und dem famosen Schlagzeuger Thomas Göhringer. Zwei Jazz-Kompositionen folgten, das aufwendige „Nica’s dream“ von Horace Silver und Oliver Nelsons Stolen Moments.

So ging eine eindrucksvolle Leistungsschau der Aalener Musikschule mit einem schönen Konzert von soliden Solisten und höchstpersönlichen Musikerinnen und Musikern zu Ende. Rainer Wiese

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare