Wasserrohrbruch mit vielen Folgen

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Einsatz bei strömendem Regen und unter Zeitdruck: Bis tief in die Nacht zum Montag wurde am Schaden der Wasserleitung in der Burgstallstraße gearbeitet.
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Erst in der Nacht zum Montag gelingt es, die kaputte Leitung in der Burgstallstraße zu reparieren. Stadtwerke bauen Notversorgung auf, auch die hat ihre Tücken.

Aalen

Die Stadtwerke-Mitarbeiter sprechen von „Störung“. Allerdings eine, die nicht alle Tage vorkommt, und bei der einiges zusammenkam. In der Burgstallstraße war das Rohr einer Trinkwasserleitung gebrochen. Von etwa 3 Uhr bis gegen 10 Uhr am Sonntag saßen große Teile der Oststadt, die Heide, der Rötenberg und Galgenberg, der Grauleshof, die Triumphstadt und das Zochental auf dem Trockenen. Bis 2 Uhr in der Nacht zum Montag dauerte es, bis der Bruch repariert war. 18 Mitarbeiter der Stadtwerke und 8 Mitarbeiter externer Firmen waren im Einsatz.

Die Arbeiten rund um die Schadensstelle in der Burgstallstraße werden wohl bis Ende dieser Woche dauern: die Unterspülungen der Straße reparieren, die Baugrube verfüllen, eine neue Asphaltdecke auftragen.

Rohrbruch in der Burgstallstraße: Kurz nach 3 Uhr am Sonntag gingen die ersten Meldungen bei der Störungshotline der Stadtwerke ein. Mitarbeiter des Bereitschaftsdienstes der Stadtwerke stellten fest: Die Trinkwasserleitung, die vom Langert herunterführt, muss ein Leck haben. 150 Liter Wasser pro Sekunde verschwanden im Nirgendwo. Gegen 6.30 Uhr wurde die schadhafte Stelle grob auf die Zone zwischen Burgstallkreisel und Wilhelm-Merz-Straße eingegrenzt und aus der Versorgung genommen, schildern die Stadtwerke auf ihrer Internetseite.

Dadurch kam es zum Ausfall der gesamten Wasserversorgung im Pelzwasen, Grauleshof und Heide. Die Gebiete Hüttfeld und Industriegebiet West wurden abgetrennt und über den Hochbehälter Osterbuch versorgt. Die Versorgung der Industriestraße wurde auf Unterkochen umgestellt.

Fieberhafte Suche: Bis gegen 17.45 Uhr am Sonntag dauerte es, um die genaue Stelle des Rohrbruchs zu orten. Oberirdisch war vom Schaden nichts zu sehen. Eine erste Grabung blieb erfolglos. Verschiedene technische Hilfsmittel, darunter Spezialgas, wurden eingesetzt. Die Freilegung des Defekts war schwierig, weil viel Restbeton eines alten Schachtes im Weg war. Der Druck des abfließenden Wassers hatte zudem einen Kanalschacht beschädigt. Die eigentliche Ursache für den Bruch des Wasserrohrs sei schwer auszumachen, sagt Stadtwerke-Pressesprecher Igor Dimitrijoski. „Oft kann man kaum feststellen, ob es ein Materialfehler oder Abnutzung war.“

Notversorgung am Sonntag: Am frühen Sonntagmorgen aktivierten Techniker der Stadtwerke Pumpwerke im ehemaligen Gaskesselgelände und in der Walkstraße sowie ein mobiles Pumpwerk in der Alten Heidenheimer Straße auf Höhe der Malteser. Um 10 Uhr hätten alle betroffenen Haushalte über diese Notversorgung wieder Wasser gehabt, heißt es.

Weitere Rohrbrüche: Die Notversorgung hatte ihre Tücken: Durch Druckschwankungen im Leitungsnetz gab es nicht nur einen weiteren Rohrbruch in der Schelmenstraße, sondern einen zweiten in der Leibnizstraße. Beide wurden noch im Laufe des Sonntags repariert.

Die große Frage: Viele Aalener zweifeln: Kann es sein, dass ein einziges Rohr bricht und so viele Teile der Stadt über Stunden kein Wasser haben? Laut Stadtwerke-Pressesprecher gibt es an vielen Stellen im Aalener Stadtgebiet aus Sicherheitsgründen „redundante Leitungen“, also Ersatzstränge. Ausgerechnet an dieser Leitung aber, die vom Hochbehälter Langert aus die Triumphstadt und die Oststadt mit Wasser versorgt, gebe es keine.

Krisenmanagement: Den gesamten Sonntag über waren die Stadtwerke lediglich telefonisch, über den Störungsdienst, zu erreichen. Ein Ding der Unmöglichkeit im Internetzeitalter, ärgerten sich SchwäPo-Leser, die mangelnde Informationen über Umfang und Dauer der Havarie kritisierten. Auf seiner Internetseite reagierte das Unternehmen erst am Montagmittag. Auf SchwäPo-Anfrage dazu heißt es von den Stadtwerken: Für solche „unangekündigten“ Fälle gebe es rund um die Uhr die Störungshotline. Einen zusätzlichen Bereitschaftsdienst für die Website könne man nicht vorhalten, das würden andere Energieversorger ebenso handhaben. Pressesprecher Igor Dimitrijoski: „Das Wichtigste ist doch, dass die Störung schnell behoben wird und dass die Leute schnell wieder versorgt sind. Viele Kunden haben positiv reagiert, als sie erfuhren, dass die Stadtwerke sich kümmern.“ Die Aalener Stadtverwaltung kündigt dazu an: „Wir nehmen die Kritik der Bürger*innen, dass es keine Information über Online-Quellen gab, gerne auf und werden das auch so an die Stadtwerke weitergeben.“

Zwischen 3.30 und 10 Uhr am Sonntag ging laut Stadtwerke eine dreistellige Anzahl von Anrufen auf der Störungshotline ein. Das sei eine „erhöhte Frequenz“ als sonst üblich.

Kommentar: Über eine mangelhafte Kommunikationspolitik zum Ausfall der Wasserversorgung.

Bis in die Nacht zum Montag wurde am Schaden der Wasserleitung in der Burgstallstraße gearbeitet.
Nach dem Wasserschaden in der Burgstallstraße wird der Verkehr umgeleitet.
Bis in die Nacht zum Montag wurde am Schaden der Wasserleitung in der Burgstallstraße gearbeitet.
Bis in die Nacht zum Montag wurde am Schaden der Wasserleitung in der Burgstallstraße gearbeitet.
Das Ersatzrohr in der Burstallstraße ist eingebaut.
Bis in die Nacht wurde am Schaden der Wasserleitung in der Burgstallstraße gearbeitet.

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