Weihnachtscircus Alessio steht in den Startlöchern

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Der Weihnachtscircus Alessio ist wieder in Aalen. Leuchtend macht er auf sich aufmerksam.
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Mit welchen Herausforderung derzeit kämpft – und wie die Direktorin zu den Vorwürfen von Tierschützern steht.

Aalen. Hinter dem Weihnachtscircus Alessio liegt eine schwere Zeit. Und auch jetzt ist es aufgrund der aktuellen Coronamaßnahmen nicht leicht. Dennoch – oder gerade deswegen – werkeln eine Woche vor der Premiere die Mitglieder der Zirkusfamilie an allen Ecken und Enden. Der Eingang wird weihnachtlich geschmückt, Zirkusdirektorin Tina Quaiser arbeitet an der Lichttechnik.

"Wir wollen das jetzt einfach durchziehen, wieder durchstarten."

Tina Quaiser, Weihnachtscircus Alessio

"Wenn kein Lockdown kommt, sind wir eigentlich zufrieden", sagt sie. Dabei habe die Crew sich Gedanken gemacht, ob sie überhaupt ihre Zelte in Aalen aufschlagen soll. Zu diesem Zeitpunkt galt noch die 2G-Regel. Mittlerweile müssen auch Genesene und Geimpfte, die nicht geboostert sind oder deren vergangene Impfung weiter zurückliegt als sechs Monate, einen negativen Test vorweisen. "Aber als diese Regel kam, haben wir schon alles bestellt."

Trotzdem freut sich Quaiser darüber, wieder in Aalen zu sein. "Wir wollen das jetzt einfach durchziehen, wieder durchstarten und auch unsere Schulden abbauen", betont sie. Denn zu der coronabedingten Pause kam auch noch ein eingestürztes Zelt – Spenden haben den Zirkus währenddessen über Wasser gehalten.

Nun soll ein neues Programm – zu dem etwa das sogenannte Todesrad, ein Fakir, viele Luftnummern und andere Auftritte, die noch eine Überraschung bleiben sollen, dazugehören, eine Wiedergutmachung bieten.

Demnach trudeln in den kommenden Tagen nach und nach die Artisten ein. Dann gehe es darum, die Choreografien einzustudieren. "Das machen wir normalerweise etwas früher", sagt Quaiser und lacht, "aber dieses Jahr ist alles etwas anders." Das ganze Team sei geimpft – und auch bei den Artisten achte sie auf die Impfung. Zudem versuche man, bis zur Premiere kostenlose Schnelltests vor dem Zelt anbieten zu können.

Die Haltung zum Tierschutz

"Quaiser" ist übrigens der Künstlername der jungen Zirkusdirektorin. "Der kommt von meinen Großeltern mütterlicherseits, ich komme aus einer Zirkusfamilie", erzählt sie. Die Hommage an die Großeltern sei aber nicht der einzige Grund für den Künstlernamen. Denn regelmäßig sei sie Anfeindungen von Tierschützern ausgesetzt.

Quaiser selbst befürwortet die strengen Kontrollen des Veterinäramts in Zirkusbetrieben. "In unserer Branche gibt es viele schwarze Schafe." Die Kontrollen seien streng. "Wenn wir irgendwohin kommen, müssen wir uns beim Veterinäramt melden", erzählt sie. "Wir werden dann so gut wie jede Woche kontrolliert."

Man mag skeptisch gegenüber Zirkussen eingestellt sein. Doch Besucher seien oft überrascht, wie zutraulich die Tiere sind. "Die Tiere haben Vertrauen, weil wir sie gut behandeln", betont die Zirkusdirektorin. Und wenn etwas bei einer Live-Show nicht so funktioniere, wie gewünscht, lasse man die Tiere in Ruhe und zwinge sie nicht, die Darbietung fortzuführen.

Tiere werden aufgenommen

Während die Pferde aus der Zucht stammen, gebe es andere Tiere, die zufällig ein Zuhause in dem Zirkus gefunden haben. Ein scheuer Hund wagt sich etwa in die Manege vor. "Den haben wir an der Autobahn gefunden", berichtet Quaiser. Andere Hunde seien vor dem Zirkus angebunden worden – auch die habe man aufgenommen. Und ein Bison, das zum Zirkus gehört, habe man vor der Schlachtung gerettet, nachdem es Komplikationen bei der Geburt gab. "Mein Lebensgefährte es mitgenommen und mit der Flasche aufgezogen."

Durch die Hilfe, die nach dem Einsturz des Zirkuszelts zustande kam, seien Freundschaften entstanden – auch mit Personen, die eine negative Meinung gegenüber des Zirkus' hatten. "Die kamen mit Heuballen her, um zu helfen und haben gesehen, dass es den Tieren sehr gut geht." Und Quaiser betont: "Die Tiere kommen zu uns meistens, wenn sie ganz klein sind und bleiben, bis sie einschlafen."

Die Premiere des Weihnachtscircus Alessio findet am Mittwoch, 22. Dezember, statt.

Zirkusdirektorin Tina Quaiser vor dem Todesrad in der Manege.

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