Weiterer Abschnitt des Kochers soll renaturiert werden

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Im Bereich Triumph und Union Areal steht die Kocherrenaturierung an.
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Bis 2023 soll der Fluss zwischen Landratsamt und Firma Seydelmann wieder in einem naturnahen Bett fließen. Rund 4,55 Millionen Euro nimmt die Stadt dafür in die Hand.

Aalen

Ein weiterer Abschnitt des Kochers wird renaturiert, vorausgesetzt, der Gemeinderat fasst in der Sitzung am Donnerstag, 30. September, den Baubeschluss dazu. In der Vorberatung im Ausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST) gab es eine einstimmige Empfehlung an den Gemeinderat, das zu tun. "4,55 Millionen Euro sind sehr gut angelegtes Geld", sagte Bau- und Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle, der in Vertretung vom Oberbürgermeister Thilo Rentschler die Sitzung leitete. Sobald die Maßnahme umgesetzt sei, bedeute sie "HQ100-Freiheit für die ganze City". Als "HQ100" wird ein statistisch gesehen alle 100 Jahre auftretendes Hochwasser bezeichnet. Steidle bedankte sich beim Land für den Zuschuss. 2,2 Millionen Euro Fördergeld sind zugesagt.

"Das ist eine Jahrhundertchance, um in diesem Bereich voranzukommen", sagte Stefan Pommerenke vom städtischen Tiefbauamt, der die Pläne im Detail vorstellte. Zum Beispiel ging er darauf ein, dass im Bereich der Brücke Burgstallstraße geplant sei, den Kocher tiefer zu legen. Das soll eine etwaige Flutwelle abfangen. Zum Thema Aufenthaltsqualität am Wasser stellte er zum Beispiel Sitzstufen am Ufer vor. Wenn der Gemeinderat in der kommenden Sitzung zustimmt, schreiben die beiden beteiligten Büros die Arbeiten gemeinsam aus. Noch dieses Jahr sollen sie dann vergeben werden. Die Arbeiten könnten dann im Januar 2022 mit den notwendigen Rodungen beginnen. Wenn alles glatt geht, könne man Mitte 2023 Eröffnung feiern, so Pommerenke. So reagierten die Stadträtinnen und Stadträte:

Doris Klein (Grüne): "Wir stimmen zu", sagte Doris Klein von den Grünen. Sie fragte zu den Gewässerrandstreifen nach und kündigte für den nicht öffentlichen Teil der Sitzung einen Antrag dazu an.

Thomas Wagenblast (CDU): Der Fraktionsvorsitzende signalisierte Zustimmung auch seitens der CDU-Fraktion. "Das ist ein Ansporn auch üfr andere, kleinere Fließgewässer", sagte er und fragte nach, wie der Stand am Kombibad Richtung Röthardt sei. Steidle antwortete darauf: "Am Hirschbach sind die privatrechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen." Will heißen: Die Stadt hat die Grundstücke dort gekauft, um den Hirschbach renaturieren zu können.

Andrea Hatam (SPD): Für die SPD-Fraktion sagte Andrea Hatam die Zustimmung zu. Wie wichtig der Hochwasserschutz sei, habe man kürzlich erst gesehen. Außerdem sei es eine schöne Sache, wenn man sich dort gerne aufhalte.

Albrecht Schmid (SPD): Fraktionskollege Albrecht Schmid geriet mit Blick auf die Finanzierung etwas in Rage. Ein Teil, nämlich 850 000 Euro, soll verwendet werden, der ursprünglich für die Beseitigung des Bahnübergangs Walkstraße in den Haushalt eingestellt war. Er forderte, dieses Vorhaben so schnell wie möglich anzugehen. Steidle antwortete, dass man das Geld in den Haushalt eingestellt habe, weil man die Zusage erwartet habe, die dann doch nicht gekommen sei. Hier sei man abhängig von der Bahn.

Jürgen Opferkuch ( Freie Wähler): Der Stadtrat sprach Bedenken an, die ein Investor südlich der geplanten Renaturierung habe. Zum Hintergrund: Thomas Gartenmeier und sein Cousin Jochen Schneider möchten auf dem Gelände der früheren Firma Heizöl Gartenmeier Mehrfamilienhäuser bauen und befürchten, diese wegen der Kocherrenaturierung weiter von der Grundstücksgrenze abrücken zu müssen. "Sind deswegen Probleme zu erwarten?", fragte Jürgen Opferkuch. "Das hat keine Auswirkungen auf diesen Beschlussantrag", antwortete Steidle. Die Sitzungsunterlage hält außerdem fest, dass die Renaturierung nur Grundstücke betrifft, die der Stadt oder dem Landkreis gehören.

Emil Pöltl (AfD): Für die AfD-Fraktion sagte Emil Pöltl die Zustimmung zum Vorhaben zu.

Im Bereich Triumph und Union Areal steht die Kocherrenaturierung an.

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