Weiterer Weg in Aalen soll nach Frau benannt werden

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Die Treppen am Rötenberg könnten bald Brigitte-Geßler-Weg heißen.
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Diesen Vorschlag machen die Soroptimistinnen für die Treppen am Rötenberg. Gemeinderatsausschuss berät am Mittwoch darüber.

Aalen. Das Leben vieler Menschen auf dem Rötenberg hat sie beeinflusst, sich eingesetzt vor allem für Kinder und Frauen, Bildungschancen eröffnet. 2012 starb die Leiterin des Jugend- und Nachbarschaftszentrums, Brigitte Geßler, im Alter von 52 Jahren. Der Club Aalen/Ostwürttemberg von Soroptimist International schlägt vor, den bisher namenlosen Treppenweg auf dem Rötenberg nach ihr zu benennen. Die Stadtverwaltung unterstützt den Vorschlag. Die Entscheidung trifft der Gemeinderat am Donnerstag, 21. Juli. Der zuständige Ausschuss berät das Thema am Mittwoch, 6. Juli, vor.

„Brigitte Geßler hat früh erkannt, dass es eine herausfordernde Aufgabe unserer Gesellschaft ist, Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Weg in eine selbstständige Zukunft zu unterstützen.“ Das schreibt Andrea Stockhammer, die Präsidentin des SI-Clubs Aalen/Ostwürttemberg an Oberbürgermeister Frederick Brütting. Ihr Brief liegt den Sitzungsunterlagen bei. Geschrieben hat sie ihn im Februar. In Aalen diskutierte man da gerade über die Straßennamen im Baugebiet Tannenwäldle.
Der OB hatte sich in öffentlicher Sitzung dafür ausgesprochen, zumindest eine der drei neuen Straßen nach einer Frau zu benennen, da weibliche Straßennamen in Aalen und anderswo deutlich unterrepräsentiert seien. Zum Hintergrund: 1087 Straßen gibt es in Aalen. 233 davon sind nach Personen oder Vornamen benannt. 209 männlich und 24 weiblich. Zieht man von den 24 weiblichen Straßennamen diejenigen ab, die nur nach einem weiblichen Vornamen, einer Kirche oder Kapelle benannt sind, bleiben 17 Straßen in Aalen, die nach Frauen benannt sind. Darunter zum Beispiel: Auguste-Kessler-Straße, Bertha-von-Suttner-Weg, Caroline-Fürgang-Straße, Droste-Hülshoff-Weg oder Edith-Stein-Weg.

Für seine Forderung, eine Straße im neuen Baugebiet nach einer Frau zu benennen, bedanken sich die Soroptimistinnen bei OB Brütting. Damit setze er sich für die Gleichstellung von Frauen ein. „Dies trägt zum Sichtbarmachen von Frauen im städtischen Raum und im öffentlichen Leben einer Gesellschaft im hohen Maße bei“, schreibt Präsidentin Stockhammer.
Am Ende sind es sogar zwei Straßen geworden, die am Tannenwäldle nach Frauen benannt wurden. Im März entschied sich der Gemeinderat auf Vorschlag der CDU-Fraktion für Frieda Heilbron und Annemarie Tugendhat als Namensgeberinnen für zwei Straßen. Zwei bedeutenden Aalener Frauen, die wegen ihres jüdischen Hintergrunds verfolgt wurden. Die dritte Straße heißt „Am Tannenwäldle“.

SI-Club will sich einbringen

Der SI-Club will sich, so Stockhammer, in die Benennung von Straßen im ganzen Stadtgebiet einbringen. „Die Problematik beschränkt sich nicht auf ein aktuelles Baugebiet“, schreibt die Präsidentin. Den Rötenberg nennt sie „ihre Siedlung“, also Geßlers Siedlung, daher sei es passend, dort einen Weg nach ihr zu benennen. Die Treppen seien eine wichtige Verbindung vom Rötenberg Richtung Kulturbahnhof und Innenstadt. Da die Häuser in der Nähe alle über den Saumweg und Hangweg erschlossen sind und diese Adresse tragen, entstünde außerdem kein organisatorischer Aufwand für die Anwohner, argumentieren die Soroptimistinnen weiter.

Die Stadtverwaltung befürwortet den Vorschlag, heißt es in der Sitzungsvorlage. Sollte der Gemeinderat entscheiden, den Treppenweg Brigitte-Geßler-Weg zu nennen, soll dort außerdem ein Schild aufgestellt werden, dass über das Wirken der Namensgeberin informiert. Der Ausschuss für Kultur, Bildung und Finanzen (KBFA) berät das Thema am Mittwoch, 6. Juli, vor. Die Sitzung beginnt um 15 Uhr im großen Sitzungssaal im Rathaus.
Als ein weiteres Thema steht auf der Tagesordnung, den Platz an der Ecke Südlicher Stadtgraben/An der Stadtkirche „Rudolf-Duala-Manga-Bell-Platz“ zu nennen. Der Prinz aus dem heutigen Kamerun lebte als Kind und Jugendlicher Ende des 19. Jahrhunderts in Aalen und ging dort zur Schule.

Die Treppen am Rötenberg könnten bald Brigitte-Geßler-Weg heißen.

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