Wellness in Therme und Sauna werden teurer

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Die Aalener Limes-Thermen verändern ab 1. Oktober ihre Tarifstruktur. Statt bisher drei Stunden Badezeit müssen sich die Gäste zwischen dem Tarif für zwei oder vier Stunden entscheiden.
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Wie und weshalb die Stadtwerke Aalen die Tarif- und Preisstruktur für die Limes-Thermen ändern und ab wann die neue Struktur gilt.

Aalen

Die Stadtwerke verändern für die Limes-Thermen zum 1. Oktober ihre Preis- und Tarifstruktur. Saunieren und Baden werden teurer – erstmals wieder seit Januar 2018. Doch auch in der Struktur der Tarife ändert sich einiges. So können Badegäste künftig zwischen einem Kurzzeittarif (10,20 Euro) mit der Dauer von zwei Stunden  und einem Langzeittarif (19,40 Euro) mit vierstündiger Dauer wählen. Der bisherig klassische Standardtarif (11,50 Euro) mit drei Stunden Badezeit entfällt. Neu ist auch, der Wochenend- und Feiertagszuschlag für Therme – 2 Euro – und die Sauna – 1 Euro. Die Rabatte für Energiekunden der Stadtwerke werden beibehalten. Hinzukommt, dass künftig auch die Spionkarte ins Rabattsystem aufgenommen wird. Darüber haben jetzt der Stadtwerkechef Christoph Trautmann und OB Frederick Brütting informiert.

Warum es teurer wird

Zwei wesentliche Punkte nennt der Geschäftsführer der Stadtwerke als Ursache für die Preiserhöhung. „Wir haben vor mehr als vier Jahren, Anfang 2018, zuletzt die Preise erhöht“, stellt Trautmann fest. Seither sei aber die Welt nicht still gestanden. Trautmann erläutert, dass die Stadtwerke nun in der Situation seien, in der die Stadtwerke die Entwicklung der Kosten an der Kasse weitergeben müssten.

Dabei nennt Trautmann die steigenden Energiekosten sowie die Personalkosten durch Tariferhöhungen. Das andere sei das Urteil des Bundesfinanzhofes, wie mit Eintritten von Bädern umzugehen sei. Da die Limes-Thermen kein reines Sportbad seien, gelte statt sieben Prozent wie bisher nun die 19-prozentige Umsatzsteuer, die als Mehrwertsteuer die Eintrittspreise entsprechend erhöhe. Bei diesem rein steuerlichen Thema hätten weder die Stadtwerke noch die Stadt Aalen finanzielle Vorteile.

Was sich ändert

Die Stadtwerke reagieren darauf – und drehen einfach an der Preisschraube. Mitnichten, wie der Stadtwerke-Geschäftsführer erläutert. Es gehe darum, trotz der Krisen und der veränderten Bedingungen ein einfaches und bezahlbares Angebot zu machen.

Die neuen Thermentarife: Ein Kurzzeittarif mit der Dauer von zwei Stunden sowie ein Langzeittarif mit einer Dauer von vier Stunden ersetzen den bisher dreistündigen Thermenbesuch. „Die beiden Kurzzeittarife am Mittag und am Abend entfallen“, sagt Trautmann. Damit liegt der Eintritt zum Normalpreis für zwei Stunden bei 10,20 Euro; für vier Stunden bei 19,40 Euro.

Vor allem mit dem Langzeittarif entspreche man den Wünschen der Badegäste, so Trautmann weiter. Indem man den Kurzzeittarif buche und die Nachzahlmöglichkeit (künftig 5,40 Euro) nutze, bestehe weiterhin die Möglichkeit, wie bisher drei Stunden in den Limes-Thermen zu baden.

Die Saunatarife: Im Saunabereich werde ebenfalls ab 1. Oktober ein zusätzlicher Kurzzeittarif eingeführt; hier für drei Stunden, die im Normaltarif 16,50 Euro kosten. Dieser Tarif ergänze das bisherige Tagesticket (17,50 Euro), das weiterhin existiere. Damit haben wir, wie bei der Therme, ein günstiges Einstiegsangebot“, betont der Stadtwerkechef.

So kann man sparen: Die Rabattstruktur mit den Tarifen SWA+ und SWA ++ bleibt unangetastet. „So profitieren Energiekunden der Stadtwerke Aalen mit ihrer Kundenkarte weiterhin“, so Trautmann. Als Beispiel – Einzeleintritt Therme (2 Stunden), mit dem SWA+ Tarif: 9,30 Euro; mit dem SWA++ Tarif 8,40 Euro; (vier Stunden) 17,70 Euro bzw. 16,00 Euro.

Im Rabattsystem berücksichtigt werde ab 1. Oktober die städtische „Spionkarte“. Ermäßigte Eintritte und spürbare Einsparungen ergeben sich durch den Kauf von Zehnerkarten – auch für Nicht-Stadtwerkekunden.

Neu – Wochenendzuschläge: Ab 1. Oktober gelten für Therme und Sauna Wochenend- und Feiertagszuschläge. „Diese sind in vielen anderen Thermen mittlerweile üblich“, sagt Trautmann. Die Zuschläge, die zusätzlich zum jeweiligen Tarifpreis erhoben werden, fallen freitags ab 17 Uhr, samstags, sonn- und feiertags den ganzen Tag über an. In Zahlen: 2 Euro für die Thermen, ein Euro für den Saunabereich.

Gutscheine: Flexiblere Wertgutscheine lösen die bisher erhältlichen Sachgutscheine ab. „Die neuen Gutscheine können mit einem frei wählbaren Wert gekauft und für alle Produkte und Tarife genutzt werden“, erläutert Trautmann. Die Sachgutscheine, egal ob für Therme oder Sauna, können weiterhin eingetauscht werden. Dabei zeigen sich die Stadtwerke kulant. „Es werden auch Gutscheine eingelöst, die nicht älter als fünf Jahre sind.“ Das bedeutet laut Trautmann, dass in diesem Jahr Gutscheine noch nutzbar sind, die 2017 oder später gekauft wurden. Damit laufe das alte System erst im Jahr 2027 aus, mit Gutscheinen, die in diesem Jahr gekauft wurden.

Die Zukunft der Thermen

Dass die Limes-Thermen eine Zukunft haben, dazu steht sowohl Christoph Trautmann wie auch OB Frederick Brütting. Der Oberbürgermeister erinnert an neben bereits getätigten Investitionen auch daran, dass die Stadtverwaltung vorgeschlagen habe, die Bäder auch in der jetzigen Situation geöffnet zu lassen. „Weil die Bäder in Aalen einen hohen Stellenwert haben und für mich persönlich einen wichtigen Teil in der Gesundheits- und Daseinsvorsorge darstellen.“

Ziel sei es, die Thermen nachhaltig weiter zu entwickeln. Das bestätigt auch Trautmann. Man diskutiere derzeit mit dem Aufsichtsrat, wie man die Thermen realistisch umgestalten könne. Den Zwischenstand gebe es 2023 im Gemeinderat. Der diene, so Trautmann, als Basis für einen diskussions- und meinungsbildenden Prozess. Ans Bad handanlegen werde man voraussichtlich in der Mitte des Jahrzehnts.

Was noch geplant ist

Bis Jahresende sind noch einige Veranstaltungen in den Thermen geplant.Eine „Lange Saunanacht“ ist am Samstag, 8. Oktober, ab 21 Uhr.„Römische Nacht - antik“ heißt es am Samstag, 22. Oktober, ab 20 Uhr.

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