Wenn auf den Etagen des Car-Towers Pflanzen wachsen

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Ein aktuell wichtiges Projekt der Aalener Wohnungsbau ist das ehemalige Martinskirchenareal. Dort entstehen 35 moderne Wohnungen in fünf Mehrfamilienhäusern sowie elf Reihenhäuser.
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Aalener Wohnungsbau-Geschäftsführer Robert Ihl und OB Thilo Rentschler ziehen Bilanz. Überraschender Blick auf die Zukunft.

Aalen

Wie steht es um die im Jahr 2014 gestartete gemeinsame Wohnbauoffensive von Stadt und Aalener Wohnungsbau? Antworten darauf haben jetzt Oberbürgermeister Thilo Rentschler und der Geschäftsführer der Aalener Wohnungsbau, Robert Ihl, bei einem Pressegespräch gegeben. Es war wohl die letzte, gemeinsame Presseerklärung der beiden. Der Vertrag des 69-jährigen Ihl mit der städtischen Tochtergesellschaft läuft zum Jahresende aus, und OB Rentschlers Amtszeit endet bekanntlich am 30. September.

Davor lässt Ihl noch eine Katze aus dem Sack. Es geht um den Car-Tower am Wirtschaftszentrum (Wi.Z). Der Parkturm wird seit Jahren nicht genutzt. Jetzt soll dort an der Ulmer Straße eine neue Form des Anbaus betrieben: Vertical Farming nennt man diese städtische Landwirtschaft über mehrere Etagen. „Im Car-Tower werden künftig Früchte und Gemüse geerntet“, sagt Ihl über das spezielle Vorhaben der Wohnungsbaugesellschaft in Zusammenarbeit mit der Uni Triesdorf, das nichts mit Wohnungsbau zu tun hat.

Wohin es bei der Wohnraumentwicklung der städtischen Tochter bis 2025 geht, beschreibt Ihl mit einer Investitionssumme in Höhe von 120 Millionen Euro. Der Geschäftsführer nennt das Markuskirchenareal und das Hofacker-Areal als Beispiele für künftiges modernes innerstädtisches Wohnen.

Der Car-Tower des Wi.Z soll umgenutzt werden.

In der Bilanz zum Wohnungsbau sind sich Rentschler und Ihl einig. „Mehr geht eigenlicht nicht, wir haben viele gute Projekte angestoßen und vieles realisiert“, formuliert Rentschler das Fazit. „Wir haben im Schnitt pro Jahr 200 Wohnungen gebaut“, sagt Ihl. 50 Prozent habe die Wohnungsbau verkauft, um nicht in finanzielle Schieflage zu geraten. Die anderen 50 Prozent seien Mietwohnungen – davon die Hälfte wiederum Sozialwohnungen. Ihl beschreibt damit einen wesentlichen Beitrag der städtischen Tochter an der kommunalen Offensive, mit der bezahlbarer Wohnraum geschafft werden sollte und soll.

Im Car-Tower werden künftig Früchte und Gemüse geerntet.“

Robert Ihl, Geschäftsführer

Dabei ist, laut Ihl, die Nachfrage gesunken. Woran er das festmacht? An der Zahl der Miet-Interessenten für eine Wohnung der Aalener Wohnungsbau. Laut einer neuesten Abfrage der Gesellschaft suchen aktuell 552 Menschen eine Wohnung (2019: 1094; 2020: 825); davon dringend: 8 Prozent, also 44 Personen.

Rentschler hat eingangs die Wohnungsbaupolitik der Stadt erläutert. Er spricht von Innen- und Quartierentwicklung, erinnert daran, dass Aalen mittlerweile 69 000 Einwohner zählt, für die es entsprechende Infrastruktur brauche und blickt auf das Aalener Modell der Wohnungsbauoffensive.

Der OB unterlegt das Modell mit Zahlen. 25 Prozent aller neu gebauten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern sind im Aalener Modell Sozialwohnungen. Die Förderung des Sozialwohnungsbaus bezuschusst die Stadt mit 180 Euro pro Quadratmeter. Was das konkret bedeutet? Bei einer 75-Quadratmeter-Wohnung und einer Belegungsbindung von 15 Jahren fördert die Stadt den Neubau der Mietwohnung mit 13 500 Euro. „Hinzukommt eine Förderung durchs Land in Höhe von 40 000 Euro“, sagt der OB und rechnet weiter. Damit sei die Miete für eine Sozialwohnung um ein Drittel günstiger als eine vergleichbare Wohnung, die sich am Mietspiegel orientiert.

Überschuss, Eigenkapital & Co.

Robert Ihl nennt weitere Zahlen – die des vergangenen Jahres. Der Jahresüberschuss betrage 2,47 Millionen Euro (1,8 Millionen im Jahr 2019), Geld das bei der Wohnungsbau bleibe. Die Eigenkapitalquote liege über 28 Prozent, die Bilanzsumme bei 110 Millionen Euro (2019 hat die Aalener Wohnungsbau die 100-Millionen-Euro-Grenze geknackt).

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