Wenn der Wiener Walzer auf Marokko trifft

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Song BigBand SG und Marokko
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Wie die Big Band des Schubart-Gymnasiums gemeinsam mit marokkanischen Musikern einen Song geschrieben hat.

Aalen

Blasmusik von der Ostalb mit marokkanischer Musiktradition verbinden – das klingt ein wenig verrückt. Aber es funktioniert, wie ein Projekt am Schubart-Gymnasium beweist. Zwischen den Kontinenten hin und her wurde Musik digital verschickt, bis am Ende ein Song stand, hinter dem sowohl die Aalener Schülerinnen und Schüler der SG-Big Band als auch die professionellen Musikerinnen und Musiker der Künstlervereinigung „Troupe Orchid“ aus dem marokkanischen Beni Mellal stehen.  

„Dialog der Kulturen“ ist das Format, mit dem das Goethe-Institut das Musikprojekt unterstützt hat. Die Idee, in solch einen Dialog zu treten, gibt es schon länger. Projektchef Uli Krug ist Mitglied von New Limes, einem Verein, der schon in Mannheim den interkulturellen Austausch über den BKJ – den Verband für interkulturelle Kinder- und Jugendbildung - mit Frankreich und dann Marokko ins Leben rief.  „Damals allerdings noch mit Skype, da gab es Zoom noch gar nicht“, sagt Krug. Marokko sei nach der Silvesternacht in Köln im Jahr 2016 dann vor allem als das Land wahrgenommen worden, aus dem junge Männer nach Deutschland kommen, um hier Frauen zu vergewaltigen. Eins kam dann schließlich zum anderen: Ein Projekt des Goethe-Institutes, in dem es um das Schreiben eines binationalen Songs ging, Krugs Verbindung zum Leiter der SG-Big Band Magnus Barthle und die Idee, die „Blastradition der Ostalb mit marokkanischer Percussionskultur“ zu verbinden wurde zum Projekt. Das startete noch vor den Sommerferien 2021 in einer ersten Videokonferenz, in dem sich die Aalener den Marokkanern vorstellten.  

Der fertige Song ist auf der Homepage des SG zu hören

Tempo, Rhythmus, Tonart – aus den Proben heraus wurden dann „Riffs“ improvisiert – mit einer ganz unterschiedlichen Basis. „Ich hatte schon mal solche Musik gehört“, erinnert sich einer der Schüler an die Anfänge des Projektes, als er zusammen mit zwölf anderen Schülerinnen und Schülern Anfang diesen Jahres im Musiksaal der Schule zusammensitzt.  „Für mich war das schon was Neues“, so eine Schülerin. Hin und her gingen die Aufnahmen – „Es war spannend, was die anderen jeweils damit machen“, sagt Krug.

Meist habe es gefallen, manchmal nicht. „Dann haben wir das gesagt, sie haben es verändert und dann hat es gepasst“, erklärt einer Schüler. (Blonder rechts). Nun ist der Song fertig und auf der Homepage des Schubart-Gymnasiums zu hören. Gnawa, eine marokkanische Musiktradition,  trifft Wiener Walzer, Sintir, eine Langhalslaute und Tbol, eine Zylindertrommel trifft auf Trompete und Big Band Jazz. „Ob arm oder reich, am Ende sind wir alle gleich“, singen die Schülerinnen und Schüler dazu. Auch die Marokkaner singen, doch noch wurde der Text nicht übersetzt. Sinngemäß gehe es aber darum, dass es, „egal wo hin man geht, wichtig ist, was man in seinem irdischen Leben auf die Reihe bekommt“, so Krug.

Kultureller Austausch: nun soll ein Video entstehen

Der Song ist fertig, das Projekt aber noch lange nicht zuende.  Uli Krug und Magnus Barthle diskutieren mit den Schülerinnen und Schülern darüber, wie man den kulturellen Austausch noch weiter pflegen könnte. „Ich kenn mich noch zu wenig mit Marokko aus“, sagt einer der Schüler. „Ja, wir sollten zeigen, was gibt es denn dort Besonderes?“ unterstützt Krug die Idee. Und Barthle ergänzt: „Wichtig ist es  ja, den kulturellen Austausch auch sichtbar zu machen.“ Essen verbindet – und so wird die Idee geboren, eventuell Linsen und Spätzle zu kochen, ein Video zu machen und nach Marokko zu schicken. Und umgekehrt. „Und dann könnten wir ja gemeinsam an einem Tisch sitzen“, sagt Krug. Beschlossen ist das noch nicht. „Wir können ja erst mal Ideen sammeln, was uns einfällt und die in der schulinternen Messenger-Gruppe verschicken“, sagt Magnus Barthle. Sicher sei aber „dass wir das nach dem Ende der Pandemie ja auch irgendwie gemeinsam live auf die Bühne bringen möchten.“

Es war spannend, was die anderen jeweils damit machen.“

Uli Krug, Projektleiter
Song BigBand SG und Marokko
Ein „Dialog der Kulturen“. Die Big Band des Schubart-Gymnasiums hat gemeinsam mit marokkanischen Musikern einen Song geschrieben. Die Musik wurde digital hin und her verschickt.

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