Wenn die Rente nicht zum Leben reicht

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Wegen seiner geringen Rente hat das Ehepaar G. Schulden angehäuft, jetzt droht die Kündigung der Wohnung.
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Eine geringe Rente hat das Ehepaar G. in die Schulden getrieben.

Aalen. Immer mehr Rentner können von ihrer Rente kaum leben. Wie sich das anfühlt, wissen Herr und Frau G. (Name geändert). Beide haben ihr Leben lang geackert. Sie (63) als Reinigungskraft, er (69) am Fließband. Immer unter Zeitdruck, immer viele Wochenstunden für wenig Geld. Auf die hohe Kante legen konnten sie davon so gut wie nichts.

Vor über zehn Jahren, als der Immobilienmarkt noch längst nicht so viel abwarf wie heute, haben sich sie sich entschlossen, ihr über 100 Jahre altes Häuschen zu verkaufen. Die Mutter von Herrn G. hatte es ihnen zu Lebzeiten überschrieben. Zuletzt drohten notwendige, aber teure Sanierungen.

Das Ehepaar G. entschloss sich für den Umzug in eine kleine Mietwohnung. Drei Zimmer, 80 Quadratmeter, 900 Euro warm. Von dem kleinen Erlös ihres Häuschens leisteten sich die beiden neue Möbel und eine neue Küche. Weil Frau G. zuletzt nur noch 500 bis 600 Euro netto monatlich verdiente, war das, was vom Häusleverkauf übrig geblieben war, nach und nach für den alltäglichen Lebensunterhalt aufgebraucht.

Seit rund 30 Jahren leidet Frau G. unter Diabetes. Seit wenigen Jahren hat sie offene Füße - zwei Zehen mussten bereits amputiert werden. Die 63-Jährige bezieht eine Erwerbsminderungsrente von 600 Euro, ihr Mann erhält 1000 Euro Rente.

„Das sind nur knapp 200 Euro über dem Anspruch auf eine Grundsicherung“, sagt Jörg Dolmetsch von der Sozial- und Lebensberatung der Diakonie. Richtig schlimm wird es, wenn dann Ratenzahlungen für notwendige Anschaffungen dazukommen, wie beim Ehepaar G. „Da rutschen sie schnell ins Existenzminimum“, weiß Dolmetsch.

„Als unsere Waschmaschine kaputt war und wir eine neue kaufen mussten, habe ich noch nicht gewusst, dass es solche Geräte günstig im Kaufhaus der Caritas gibt“, sagt Frau G. Das Ehepaar stottert 20 Euro monatlich dafür ab, weitere 25 Euro für eine neue Brille. Denn der Diabetes schädigt zunehmend auch Frau G.'s Augen. Es kam, wie es kommen musste. Nach und nach häuften sich Schulden. Die Bank kündigte den überzogenen Dispokredit, pfändete die auf dem Konto angefallenen Schulden. Das Rentnerpaar konnte die Wohnungsmiete nicht mehr zahlen. „Es drohte massiv die Kündigung“, berichtet Dolmetsch.

Herr und Frau G. hatten Glück. Ihr Vermieter zeigte Geduld und vermittelte den beiden den Kontakt zur Diakonie. „Wir haben bereits gemeinsam mit dem Ehepaar einen Haushaltsplan aufgestellt und Wohngeld beantragt“, so Dolmetsch. Eine Antwort indes stehe noch aus.

Um eine drohende Kündigung abzuwenden, will die SchwäPo-Aktion „Advent der guten Tat“ der Vermieterin die beiden ausstehenden Monatsmieten in Höhe von insgesamt 1800 Euro überweisen. Bitte helfen Sie mit, liebe Leserinnen und Leser!

Ulrike Wilpert

Bitte spenden Sie:

Stichwort: Advent der guten Tat,

Konto KSK Ostalb, IBAN: DE 41614500500110050500; oder Konto VR-Bank Ostalb, IBAN: DE 05614901500101010001.

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