Wenn sich alles ums Wasser dreht

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Interkulturesses Frühstück mit Friedensgebet zum Auftakt der Interkulturelle Woche.
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Auftakt der Interkulturellen Wochen in Aalen mit vielen Gästen und einem spannenden Thema. So gehen die Interkulturellen Wochen weiter.

Aalen

Der Vorplatz des Bildungszentrums Bohlschule in strahlendem Sonnenschein. Der Auftakt zu den interkulturellen Wochen könnte nicht besser gelingen. Die Stadtverwaltung und die Aalener Migrantenvereine laden zum interkulturellen Frühstück. Nach der Premiere 2019 ist es die zweite Auflage mit knapp 100 Menschen aus unterschiedlicher Kulturen. Der Slogan des Tages, der sich an zwei der 17 Unesco-Nachhaltigkeitszielen orientiert, lautet: Wasser. Welche Bedeutung hat das Element in den großen Weltreligionen? In allen eine Wichtige. So jedenfalls kommentieren an Stellwänden Gäste. Das zeigen zudem ein Vortrag und eine Plakatwand.

Viel praktischer geht daneben zu. Um eine Plastikwanne sitzen Kinder. Neben ihnen liegen Tannenzapfen, Legosteine, eine Muschelschale und Wäscheklammern. Daniela Dorrer von der Stadt fordert die Kinder zum Test: „Was sinkt, was schwimmt?“ Die Kinder sind mit Feuereifer dabei. „Ich nehm den blauen Legostein“, ruft die fünfjährige Mahi und freut sich, dass das Teil an der Oberfläche bleibt. Auch Remas ist begeistert. Die Elfjährige legt einen Teebeutel hinein. „Der wird sinken“, sagt sie sicher. Einige stimmen ihr zu. Das Miteinander zählt, die Herkunft spielt keine Rolle.

Wie auch an den Tischen, wo leckere Speisen verzehrt werden. An einem großen interkulturellen Büfett haben sich sechs Vereine beteiligt. Der afrikanische Kulturverein steuert „Gateau“ mit Fisch und Karotten bei; ebenso ein Beignet, ein süßes Hefegebäck. Wenige Schritte entfernt hat im Namen des Interkulturellen Gartens die Familie Feda arabisches Essen zubereitet. „Unser Konzept geht auf“, sagt Uta-Maria Steybe, die städtische Integrationsbeauftragte. Das Essen bringe die Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammen und bringe sie ins Gespräch. Das schaffe Verständnis für das Gegenüber.

Verständnis füreinander haben sie schon: Behice, Karin und Oliver. Sie kommen aus Wasseralfingen und unterhalten sich angeregt, während sie essen. Ganz zufällig haben sich die Drei beim Frühstück wieder getroffen - nach der langen „Pandemie-Pause“. „Wir kennen uns über die Kinder und die Schule“, sagt Karin und betont, wie wichtige solche Veranstaltungen seien. „So entsteht kultureller Austausch“, sagt Oliver. Und Benice findet, dass der Respekt vor der anderen Kultur wachse, wenn sich die Menschen besser kennen.“

Für Dialog, Frieden und ein gutes Miteinander werben beim interreligiösen Friedensgruß Pfarrer Bernhard Richter, Mehtap Derin (aakademie-Verein), Imam Furkan Kiziltepe (Fatih Moschee), Pierre Kedagni und Frankline Ndam (afrikanischer Kulturverein), Adila Aziz und Farhana Ejaz (Ahmadiyya Gemeinde) und Thiruarul (tamilische Gemeinde).

Für Musik beim Frühstück sorgten das Trio Martin Kronberger, Yasin Öztürk und Selim Bulut sowie die Trommler des afrikanischen Kulturvereins.

So gehen die Interkulturellen Wochen weiter:

„Tänze aus fernen Ländern“ (nur für Frauen): Donnerstag, 23. September, 9 bis 12 Uhr, open door, im evangelischen Gemeindehaus, Friedhofstraße; mitzubringen: gute Laune & Getränke; Anmeldung unter: preuss@diakonieverband-ostalb.de.

Gemeinsames Fußballspielen: Donnerstag, 23. September, 17 bis 20 Uhr, Vorplatz Bohlschule; die Teilnehmendenanzahl ist auf sieben Spieler pro Team begrenzt; Anmeldung unter: lithos03@hotmail.fr

Zweisprachige Kinderbuchlesung, Deutsch und Italienisch: Freitag, 24. September, 15.30 bis 16.30 Uhr, Stadtbibliothek, 2. Stock; Eintritt: kostenlos;Alter: ab 4 Jahren; Anmeldung erforderlich unter Tel. (07361)522583; weitere Termine: Infos bei der Vhs.

Oliver, Karin und Benice (v.l.) beim interkulturellen Frühstück auf dem Bohlschulvorplatz.

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