Wichtige Säule des Bildungssystems

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Nach den Referaten entspann sich eine rege Diskussion mit den Experten Thomas Glückschalt, Dr. Karin Broszat und Marlon Lamour (vorn v.li.).

CDU Ostalb befasst sich mit der Rolle und der Zukunft der Realschulen.

Aalen. Um die Rolle und die Zukunft der Realschule ging es am Montag bei einer Informations- und Diskussionsveranstaltung der CDU Ostalb. In einer Halle der Autolackiererei  Identica Bader in Aalen waren Experten, Schulrektoren und Lehrer sowie Mitglieder der Partei, darunter der Landtagsabgeordnete Winfried Mack und der Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Thomas Wagenblast, zusammengekommen. Fazit aller Diskutanten war, dass die Realschule eine wichtige Säule des Bildungssystems bleiben und wieder gestärkt werden muss.

Hausherr Marius Josef Bader, Geschäftsführer der Firma und Gemeinderatsmitglied für die CDU, übergab das Wort an Andreas Sturm, stellvertretender bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und per Video zugeschaltet. Sturm sagte: „Viele beneiden uns um unser duales System, und die Realschule ist das Rückgrat dieses Systems“, sagte er. „Sie ist die praktische Schule, die nach ihrem Abschluss viele Möglichkeiten bietet.“ Aber sie werde seit einigen Jahren von der Politik – er nannte SPD und Grüne – geschwächt zugunsten des Abiturs und der Gemeinschaftsschule. Ein Fehler sei gewesen, die verbindliche Grundschulempfehlung abzuschaffen und die Orientierungsstufe aufzuweichen.

Marlon Lamour, Schulleiter einer Realschule in Kirchheim/Teck, sagte, die Realschule sei die beliebteste Schulart nach dem Gymnasium – und werde von der Landesregierung schlechter gestellt als Gemeinschaftsschulen. Eine gute Realschule schaffe gute Perspektiven, bereite auf Berufe vor.

Dr. Karin Broszat, Schulleiterin und Landesvorsitzende  des Realschullehrerverbandes, sagte, die Realschule sei ein „langjähriges Erfolgsmodell“, „gehe aber langsam unter“ - von mehreren Landesregierungen so gewollt. Die Schulart sei einst geschaffen worden, weil Kinder vielfältig seien in ihren schulischen Fähigkeiten. Jetzt solle – nach dem Willen von SPD und Grünen  - neben dem Gymnasium eine Einheitsschule geschaffen werden. Eltern wählten aus Ehrgeiz oft eine falsche Schulart, viele wollten auch keine Gemeinschaftsschule.  „Die CDU muss diese Vereinheitlichung verhindern“, wandte sie sich an Mack.

Thomas Glückschalt, Lehrer und Berufsorientierungsbeauftragter an der Härtsfeldschule, stieß ins gleiche Horn. Während seine Verbundschule aus Grund-, Werk - und Realschule gefragt sei und wachse, hätten Gemeinschaftsschulen in der Umgebung zu kämpfen. Mack bezeichnete die Realschule als wichtig fürs Duale System, man dürfe aber auch die Hauptschulen nicht vergessen. Diese dürfe nicht zur „Resterampe“ verkommen. Eine einheitliche Schule sei der falsche Weg.

Michael  Bader, Seniorchef der gastgebenden Firma, sagte, die Realschule hätte immer geeignete Leute für den Mittelstand, für Handwerksberufe hervorgebracht. Ähnlich äußerten sich Jochen Wörner, Schulleiter der kaufmännischen Schule Aalen, und Hartmut Schlipf, lange Lehrer und Gemeinderatsmitglied. Alle plädierten für ein dreigliedriges Schulsystem. ⋌je

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