Wie 21 Aalener Schulen digital werden

+
Nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern auch die Lehrkräfte stehen vor großen Herausforderungen im Umgang mit den neuen Medien an den Schulen. ÌÌFoto: opo
  • schließen

Sieben Schulen wurden bereits mit insgesamt 275 Displays und 204 Medientischen ausgestattet. Gemeinderäte drängen auf mehr Unterstützung von Lehrern im Umgang mit den Geräten.

Aalen

Die IT- Ausstattung der 21 städtischen Schulen in Aalen gleicht einer rasanten Aufholjagd. Das vom Gemeinderat im November 2019 beschlossene Tempo des Medienentwicklungsplans hatte das Gremium im Herbst 2021 weiter beschleunigt. Demnach sollen die städtischen Schulen bereits bis Ende dieses Jahres mit einem Digitalpaket erstausgestattet sein. „Ich glaube, dass wir aktuell einen guten Ausstattungsstand haben“, zog Schulbürgermeister Karl-Heinz Ehrmann in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses eine Zwischenbilanz. Robert Gentner, Leiter des Amtes IT und Digitalisierung, sprach von einer „gewaltigen Aufgabe“. „Aber wir sind auf dem Weg.“ - Ein Überblick.

Breitbandausbau: Ein Breitbandanschluss steht lediglich noch aus bei der Braunenbergschule Wasseralfingen, bei Greutschule, Kappelbergschule Hofen und Langertschule. Laut Gentner sei an Grauleshofschule und Langertschule zunächst noch kein Breitbandanschluss geplant, da sie über Vodafone angeschlossen seien.

Breitbandgeschwindigkeit: Wie der Gemeinderat im vergangenen Herbst beschlossen hat, erhalten die Grundschulen eine Leistung von jeweils 100 Mbit/s down- und upstream; die weiterführenden Schulen jeweils 300 Mbit/s. „Sollte die Geschwindigkeit nicht ausreichen“, so Gentner, „werden die Leitungen gegebenenfalls auf eine höhere Leistung angepasst“. Aus der momentanen Überprüfung allerdings könne man keine Engpässe feststellen.

Medientisch und digitale Tafel zum Erproben: Der Amtsleiter für IT und Digitalisierung spricht von einer „vorgezogenen Teilausstattung“, die jede Aalener Schule bekommen soll, die noch nicht digital ausgestattet wurde. Diese sollen künftig etwa ein halbes Jahr vor der Vollausstattung bereits einen Medientisch und eine digitale Tafel erhalten. „Damit die Lehrer sich mit den neuen Geräten vertraut machen und den Umgang im Unterricht erproben können“, so Gentner. Die Auslieferung der Geräte laufe bereits für die Gartenschule Ebnat, die Braunenbergschule Wasseralfingen, die Schwarzfeldschule Dewangen und die Grundschule Waldhausen. Auch die Reinhard-von-Koenig-Schule Fachsenfeld habe bereits von der vorgezogenen Teilausstattung profitiert. Allerdings kämpfe man auch hier mit Lieferschwierigkeiten, gab Gentner zu bedenken.

Auszahlung der 2,7-Millionen Euro Fördergelder in Kürze: um die Förderung abrufen zu können, haben fünf Schulen exemplarisch ihren Medienentwicklungsplan in Zusammenarbeit mit dem Landesmedienzentrum (LMZ) ausgearbeitet. „Die Zertifikate des LMZ sind ausgestellt. In Kürze erwarten wir die Auszahlung der Fördergelder“, so der Amtsleiter.

Mit digitalen Klassenzimmern - mit insgesamt 275 Displays und 204 Medientischen wurden bereits ausgestattet: Schillerschule, Kocherburgschule, Realschule auf dem Galgenberg, Theodor-Heuss-Gymnasium, Kopernikus Gymnasium, Karl-Kessler-Schule und Uhland-Realschule. Aktuell, so Gentner weiter, wird an der Gemeinschaftsschule Welland und dem Schubart Gymnasium an der passiven Infrastruktur gearbeitet. Heißt: Es werden etwa Kupfer- und Glasfaserkabel verlegt, Stecker und Dosen gesetzt. Noch in diesem Jahr sollen die zwei Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) und die restlichen zehn Grundschulen folgen.

Schulungen für Lehrer: Die Stadtverwaltung hat in Zusammenarbeit mit der Vhs Aalen Workshops für Lehrkräfte entwickelt, um den Umgang mit den digitalen Geräten zu vereinfachen. Gentner: „In diesem Jahr sind wieder zwei neue Schulungen geplant.“

Ralf Meiser (Grüne) lobte das „sachverständige Engagement“ des neuen Amtes für IT und Digitalisierung. „Schneller, als Sie das machen geht es nicht mehr.“ Eine große Herausforderung sieht Meiser darin, dass die Geräte künftig von Lehrern und Schülern effizient genutzt werden. „Viele Lehrer arbeiten noch mit ihren privaten Geräten, weil sie mit den neuen noch nicht umgehen können.“ Seine dringliche Bitte an die Stadtverwaltung: die Schulleitungen nicht alleine zu lassen. „Unterstützung in technischer und administrativer Hinsicht ist ganz, ganz wichtig!“

Auch Hartmut Schlipf (CDU) legt großen Wert darauf, dass Schüler und Lehrer künftig effizient mit den Geräten umgehen können. „Wir haben sehr viel Geld investiert.“

Hermann Schludi (SPD) stört sich daran, „dass es von außen immer so dargestellt wird, als würde der Gemeinderat hier nur Fehler machen“. Er betonte: Die Digitalisierung der Aalener Schulen sei eine Erfolgsgeschichte, „auch wenn noch Lernfelder offen sind“. Schludi: „Wir sind auf einem richtigen Weg. Lassen Sie uns das nicht schlechtreden!“

Franz Fetzer (FW) erkennt „sehr wohl, dass das Mögliche gemacht wird“. Seiner Meinung nach aber bräuchte man noch ein paar Leute mehr für die Umsetzung. „Wir kämpfen dauernd mit ellenlangen Fehlerlisten in den Geräten“, berichtete der Lehrer aus dem Schulalltag.


Arian Kriesch (FDP/FW) warf ein: „Wenn der Support mit den eigenen Leuten nicht funktioniert, müssen wir das nach außen vergeben.“

Schneller, als Sie das machen geht es nicht mehr.“

Ralf Meiser, Grünen-Stadtrat

Über 24 Millionen Euro für die digitalen Schulen

Die Investition: Im November 2019 hatte der Gemeinderat beschlossen, die Aalener Schulen digital fit zu machen. Dafür werden etwa 24,4 Millionen Euro bereit gestellt. Nur gut zehn Prozent davon sollen aus Landesmitteln und dem Digitalpakt Schule fließen. Insgesamt stellt der Bund dafür im Zeitraum bis 2024 Finanzhilfen in Höhe von fünf Milliarden Euro zur Verfügung. Die Mittel werden nach Königsteiner Schlüssel auf die Länder verteilt. Auf Baden-Württemberg entfallen 650 Millionen Euro.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

Kommentare