Wie Aalen smart werden will

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Die Bundesregierung fördert die digitale Modernisierung der Kommunen durch sogenannte Smart-City-Modellprojekte. Aalen hat sich gemeinsam mit Heidenheim erfolgreich um Fördergelder beworben. Archivgrafik
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Die Stadt stellt gemeinsam mit Heidenheim einen Förderantrag für das Projekt "Smart Cities made in Germany". Das verbirgt sich dahinter.

Aalen

Aalen will smart werden, die Digitalisierung vorantreiben – das ist nichts Neues. Was neu ist: Die Kocherstadt macht gemeinsame Sache mit Heidenheim. Fünf Maßnahmen wollen die Kommunen unter dem Motto "#AA-HDHGemeinsamDigital" voranbringen. Dazu stellen die Städte einen Förderungsantrag im Bundesministerium für das Modellprojekt "Smart Cities made in Germany".

Am vergangenen Mittwoch wurde das Gemeinschaftsprojekt den Mitgliedern des Kultur-, Bildungs- und Finanzausschusses vorgestellt.

Worum geht's? Der Bund fördert laut Sitzungsvorlage die digitale Umrüstung der Kommunen. Für smarte Strategien werden Städte demnach mit bis zu 65 Prozent gefördert. Ziel des Projekts seien lebendige Kommunen. Die Modellprojekte sollen beispielhaft für andere Kommunen smarte Ansätze entwickeln und erproben, so die Vorlage weiter. Vorteil der Kooperation von Aalen und Heidenheim ist, dass "die Übertragbarkeit von Maßnahmen bereits innerhalb des Projekts aufgezeigt wird".

Das planen Aalen und Heidenheim: In einer intelligenten Stadt ist alles vernetzt – vom Mülleimer bis zu den Parkhäusern. Fünf Projekte nehmen sich die Kommunen gemeinsam zur Brust. "Wir wollen ein digitales Stadtentwicklungskonzept erstellen", sagte Wirtschaftsförderer Felix Unseld in der Sitzung. Dabei soll die Bevölkerung eingebunden werden. In Workshops werde es darum gehen, welche smarten Dienstleistungen sich Bürgerinnen und Bürger wünschen.

"Außerdem wollen wir einen konvergenten Netzplan erstellen", sagte Unseld und erklärte: "Das Netz wird so ausgebaut, dass alle Smart-City-Anwendungen zusammenpassen – vom intelligenten Mülleimer bis zum 5-G-Netz."

Zudem planen die Kommunen eine "Urbane Cockpitlösung". Online sollen Bürgerinnen und Bürger künftig abrufen können, wie stark etwa die Lärmbelastung an einem bestimmten Ort ist. Und: Eine App soll laut Vorlage Autofahrern in der Stadt freie Stellplätze zeigen, also schlaue Parken ermöglichen. Das Konzept sieht auch eine Lösung für die urbane Logistik vor. Ziel sei, dass die Paketdienste nicht mehr in die Innenstadt fahren müssen. Angedacht seien etwa Umschlagplätze, an denen die Pakete auf emissionsfreie Autos verladen werden.

Das kostet's: "Das Projekt ist in zwei Phasen eingeteilt", sagte Unseld. In der ersten Phase werden die Kommunen demnach mit 2,5 Millionen Euro gefördert, also jeweils 1,25 Millionen Euro für Aalen und Heidenheim. Der Eigenanteil betrage pro Stadt 437 500 Euro. "Wenn Phase A erfolgreich ist, wird man vom Bund aufgefordert, auch Phase B durchzuführen." Dafür bekommen Kommunen demnach weitere Fördermittel.

Das sagen die Rätinnen und Räte: "Das Thema Smart City ist wichtig und nicht nur etwas fürs Silicon Valley", sagte Thomas Wagenblast (CDU). Die Verbindung Aalen-Heidenheim sei "prima". Wagenblast sorgte sich um den Datenschutz und schlug vor, das smarte Parken nicht nur aufs Auto, sondern auf alle Fahrzeuge auszuweiten. Sprich: zum Beispiel auch an Pedelecs zu denken. Hermann Schludi (SPD) könnte sich vorstellen, die Stadt Schwäbisch Gmünd für das Projekt mit ins Boot zu holen.

Einen entsprechenden Antrag haben die Kommunen bereits beim Bund eingereicht. Der Gemeinderatsbeschluss dazu muss laut Vorlage nachgereicht werden. Einstimmig empfahlen die Mitglieder des Ausschusses am Mittwoch die Bewerbung an dem Projekt "Smart Cities made in Germany" dem Gemeinderat. Dieser wird am Donnerstag, 25. Juni, darüber entscheiden.

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