Wie aus Geschichten Filme entstehen

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Beim Projekt „Im Auge des Orkans“ entstehen Filme, die Erlebnisse von Bürgerinnen und Bürger aufgreifen. Am 18. September werden sie gezeigt.
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Das Kunstprojekt „Im Auge des Orkans“ greift Erlebnisse und Erfahrungen von Bürgerinnen und Bürgern auf und überträgt sie in bewegte Bilder.

Aalen. Gespräche führen, Ideen entwickeln und Filme drehen – neun Künstlerinnen und Künstler sind gerade mittendrin in der Umsetzung des Projekts „Im Auge des Orkans“. Start war im Frühjahr. Wie geht es den Menschen nach mehr als einem Jahr Pandemie, was bewegt und beschäftigt sie? Mit diesem Aufruf ging Initiatorin Martina Ebel im März an die Öffentlichkeit, um Ideen und Geschichten als Anregungen für Kurzfilme zu sammeln. Diese sollen ab Mitte September auf der LED-Wand an der Kreissparkasse gezeigt werden.

Etwa 30 Bürgerinnen und Bürger aus verschiedenen Alterstufen und Milieus, in der Mehrzahl Frauen, hätten sich mit ihrer Geschichte gemeldet, erzählt Martina Ebel, die zum Aalener Künstlerkollektiv gehört. „Die Auswahl war ein spannender und schwieriger Prozess“, sagt sie. Die beteiligten Künstler haben sich jeweils für ein Thema entschieden – und damit auch für ein Gegenüber. „Jeder Bürger hat sein Thema mitgebracht“, erklärt Andreas Welzenbach. Er sei mit einer Bürgerin im Gespräch über existenzielle Fragen und habe schon eine „wunderbare Stichwortsammlung“. Daraus entwickle er Bildideen und Dramaturgie, sagt der Bildhauer.

Die Auswahl war ein spannender und schwieriger Prozess.“

Martina Ebel, Künstlerkollektiv

Nicht zu kurz kommt der Humor in Bruno Nagels Streifen mit dem Titel „Einer halte des anderen Mund“. Nagel verarbeitet Motive aus dem Dialog mit seiner Gesprächspartnerin in 24 kurzen Clips, „eine Art Dokumentarfilm in Fragmenten“.

Silke Schwab arbeitet an einem klassischen Trickfilm auf Grundlage von Scherenschnitten. Die Künstlerin thematisiert die Erlebnisse einer jungen Frau in den vergangenen anderthalb Jahren. Tanz, Bewegung, Atem – damit charakterisiert Martina Ebel ihre Produktion, bei der eine Tänzerin mitwirkt.

Ein Tänzer ist auch im Film von Jakob Arold zu sehen. In eher abstrakter Weise und vielen schnellen Schnitten verarbeitet der Künstler vom Kollektiv K die bedrückende Geschichte seiner Gesprächspartnerin. „Da musste ich oft schlucken“, sagt er.

Die Partner von Ines Tartler, ein Geschwisterpaar, sind nach anfangs enger Zusammenarbeit aus dem Projekt ausgestiegen. „Ich arbeite mittlerweile allein am Film“, erzählt die Künstlerin.

Insgesamt acht Kurzfilme sind am Entstehen. Außerdem dabei: Andreas Böhm. Er widmet sich dem Thema Verzicht. Julius Eiberger und Anselm Forcht kooperieren für ihren Streifen mit dem Klimabündnis Aalen.

Ende Juli sollen die Filme fertig sein. Gezeigt werden sie zur Premiere am Samstag, 18. September, 19.30 Uhr auf dem Sparkassenplatz. Ein Blog berichtet unter www.im-auge-des-orkans.de über das Kunstprojekt.

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