Wie das Aalbäumle im Corona-Sommer lebt

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Das Aalbäumle Sonntag um 11 Uhr: Wanderer, Fahrradfahrer, viel Platz, genügend Abstand aber gleichmäßig gut besucht. "So soll es sein in Coronazeiten", freuen sich die Malteser.

Wie die Maltesergruppen Aalen und Unterschneidheim bis in den Herbst hinein eine gute alte Aalener Tradition am Leben erhalten.

Aalen

Wohlauf, die Luft weht frisch und rein", geht es einem fast unweigerlich durch den Kopf. Es ist Sonntag, nicht mehr so ganz früh am Morgen. Wir machen uns von der Triumphstadt aus auf den Weg aufs Aalbäumle. Schon von Weitem hat ja die wehende Fahne gezeigt, dass die Bewirtung geöffnet ist.

Nach der Kündigung der Pächterin Inge Birkhold zum Ende der Sommersaison 2019 hatte es lange nicht danach ausgesehen. Aber Aalen ohne bewirtetes Aalbäumle? Eigentlich undenkbar.

Nachdem vorerst kein passender Pächter zu finden war, schrieb die Stadt deshalb mitgliederstarke Vereine an. Die Malteser meldeten sich als erste. "Wie machen die das und wie läuft es?", sind unsere Fragen an sie.

Oben treffen wir uns mit Peter Schmidt, einem tatkräftigen Vollblut-Unterfranken aus Schweinfurt. Ein Landsmann also und wir verstehen uns sofort prächtig. Er ist bei den Maltesern (und auch sonst) vielfach engagiert und sofort fällt auf: Bei der Truppe ist die Stimmung hervorragend. Das ist eine eingeschworene, hoch engagierte Gemeinschaft.

Auch die Frage "Wie machen die das?" ist schnell geklärt. "Betreuungseinheit der Einsatzeinheiten" heißen die Zauberworte. Die ist bei den Maltesern aus Unterschneidheim stationiert und ausgestattet unter anderem mit einer kompletten Feldküche mit Grills, Fritteusen, Kühl- und Eisschränken und vielem mehr. Einsatzkonzept und hohe Hygienestandards inklusive. Mehr "Equipment" geht kaum.

Und das Know-how? "Die Malteser sind wie etwa die Bundeswehr auch ein Querschnitt durch die Gesellschaft", erläutert Peter Schmidt. Soll heißen: Mit im Helferboot auf dem Aalbäumle sind unter anderem zwei Köche, ein Elektriker, eine Systemgastronomin, zwei Servicetechniker und einige Berufe mehr.

Es gibt erstmals auch Eis auf dem Aalbäumle.

Peter Schmidt

"Wir wachsen mit der Aufgabe und das schweißt uns auch zusammen", erläutert Peter Schmidt stolz. Erfahrung hat man natürlich auch vom Weindorf auf dem Stadtfest her.

Natürlich ist das Projekt Aalbäumle in erster Linie auch gut für die Malteserkasse und es können weitere Projekte wie die "Herzenswünsche" und Ähnliches angegangen werden. "Läuft gut und genau richtig. Nicht zu viel und nicht zu wenig", zieht Peter Schmidt ein erstes Resümee. Nicht zu vergessen natürlich die viele Hilfe von allen Seiten, von der Stadt und vor allem auch von Albrecht Barth von der Löwenbrauerei Aalen. "Die brennen für das Aalbäumle. Das spürt man sofort", nennt es Peter Schmidt.

Angeboten wird auf dem Aalbäumle "alles wie es der Schwabe mag". Also unter anderem Würstle, Steaks, Obatzter, Kaffee und Kuchen, Getränke und erstmals auch Eis. Das Equipment macht‘s halt möglich.

Was sagen die Besucher dazu? Durchgehend "begeistert, dass die Malteser das machen", sind die Befragten. Oliver und Sigrid Kopp zum Beispiel sind zehn bis zwölf Mal im Jahr hier oben. "Wäre ewig schade ums Aalbäumle", sagen sie. Auch für Markus Mayer, 53, aus Aalen ist es "ganz normal, dass man sonntags hier hoch kommt. "Schlichtweg begeistert" sind auch Theo Withelm und Regina Schuler aus Fulda. Sie sind zum ersten Mal hier und mit dem MTB hochgefahren "weil es im Reiseführer steht".

Kleine Anekdote: "Natürlich müssen wir auch die Fahne hissen", lacht Peter Schmidt und erinnert sich "mit Grausen" an die schmale Leiter, die von der Plattform des Turms weiter nach oben zum Mast führt. "Aber Malteser können ja alles, habe ich mir da gesagt und einfach unsere Höhenretter angerufen", erzählt Schmidt weiter.

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