Wie der Wochenmarkt zur Normalität zurückkehrt

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Marktbeschicker Jens Häcker lobt die Kunden auf dem Wochenmarkt: Die Menschen sind überwiegend vorsichtig und halten sich an die Abstandsregeln.

Marktbeschicker sind überwiegend zufrieden mit der Resonanz. Die meisten Kunden halten sich an die Corona-Regeln.

Aalen

Samstag, 9 Uhr, auf dem Aalener Wochenmarkt – recht ruhig scheint der Besuch auf den ersten Blick zu sein. Die Menschen halten Abstand, stehen in lockerer Schlange geduldig vor den Ständen, nur wenige tragen eine Maske. Am Stand selbst setzen die meisten dann die Maske aber doch auf, wenn sie ihre Einkäufe tätigen. Auch Gespräche werden meist unter Beachtung des Mindestabstands geführt, man freut sich, draußen zu sein.

Jens Häcker, Zweiter Vorsitzender der Gemeinschaft der Marktbeschicker, sagt: "Es hat sich alles eingependelt. Die Menschen sind überwiegend vorsichtig, diszipliniert und vernünftig." Heute sei es etwas ruhiger, da der eine oder andere doch im Urlaub oder auf einem Kurztripp sei zum Ende der Ferien. "Wichtig und vorteilhaft ist, dass Läden und Gastronomie wieder geöffnet haben", ergänzt er. Das sorge für eine Belebung der Stadt.

"Ich fühle mich sicherer als in jedem Geschäft oder im Supermarkt, da das Geschehen ja draußen ist", erzählt Melanie Gässler, die am Pflanzenstand der Firma Schmid wartet. Trotzdem wäre es ihr lieber, wenn mehr Marktbesucher eine Maske tragen würden. Die Stände sind weiter auseinander gezogen als üblich, einige sind von der Marktleitung in die Reichsstädter Straße verlegt, um den Kundenstrom zu entzerren und die Abstandsgebote der Corona-Verordnung besser umzusetzen.

Michael Kaschek aus Neresheim kommt schon seit Jahren jeden Samstag auf den Aalener Wochenmarkt, auch in Zeiten der Corona-Pandemie. "Man kann alle notwendigen Regeln einhalten, die Leute sind vernünftig, auch an den Ständen wird nicht gedrängelt." Gegen 10 Uhr wird der Besucherstrom merklich dichter, das Abstand halten wird stellenweise schwierig. Verkäuferin Alexandra Drefs von Früchtehaus Hieber: "In den ersten Wochen nach dem Lockdown kamen die meisten gleich morgens um 7.30 Uhr zum Einkaufen, um 11 waren wir dann allein. Jetzt hat sich das wieder wie zur Vor-Corona-Zeit eingependelt."

Lob für die Stadtverwaltung

Die Kunden waren uns durchgehend treu.

Christine Kurz Marktbeschickerin

Das bestätigt auch Christine Kurz, die mit ihrem Biostand direkt vor dem Rathaus steht. "Die Kunden waren uns durchgehend treu, jetzt kommen sie wieder gut verteilt über den Vormittag", erklärt sie.

Susanne Krauß, die hier einkauft, fühlt sich sicher und kam auch fast jeden Samstag her. Hedwig und Karl Günther, ein Ehepaar aus der Risikogruppe, fühlen sich ob des steigenden Besucherstroms zwischen den Marktständen doch unsicher. Sie wählen dann einen Umweg über Seitensträßchen, um zu "ihrem" Gemüsestand am unteren Marktplatz zu kommen. "Hier ist es uns jetzt zu dicht", sagen sie.

Zufrieden zeigt sich Klaus Irtenkauf, Vorsitzender der Marktbeschicker, mit dem Verlauf in den vergangenen Wochen. "Wir konnten gut mit den Verantwortlichen in der Verwaltung zusammen arbeiten, konnten vieles leicht regeln und organisieren", resümiert er. Der Besuch und das Beachten der Regeln haben sich nach den ersten Wochen schnell eingependelt. Positiv sei, dass die Gastronomiebetriebe wieder geöffnet hätten und auf dem Markt keine Maskenpflicht herrsche. "Nun hoffen wir, dass die verlagerten Stände bald zurückkehren können, denn sie haben durchaus Umsatzeinbußen", betont er.

Der Wochenmarkt Aalen ist samstags und mittwochs wieder wie gewohnt von 7 bis 12.30 Uhr geöffnet. Die in der Corona-Krise um eine Stunde verlängerte Öffnungszeit wurde beendet. Vier Stände befinden sich aufgrund der Abstandsgebote der Corona-Verordnung weiter in der Reichsstädter Straße.

Jürgen Eschenhorn

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