Wie die Schättere unter ihrem neuen Lokführer weiter dampft

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Eineinhalb Monate stand die "Schättere" leer. Jetzt stellt sie der neue Pächter Joachim Klutz wieder unter Dampf.
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Der neue Pächter Joachim Klutz führt die schwäbische Vesperstube in der Alten Heidenheimer Straße weiter. Eröffnung ist Montag, 2. November.

Aalen

Ein neuer Lokführer sitzt im Führerstand der "Schättere": Joachim Klutz ist der neue Pächter und Wirt des schwäbischen Traditionswirtshauses in der Alten Heidenheimer Straße. Mit ihm feiert die Vesperstube ihren Neustart am Montag, 2. November. Und das nur rund eineinhalb Monate, nachdem der seitherige Wirt Jörg Müller ein letztes Mal den Schlüssel im Schloss des beliebten Lokals umgedreht hat.

Stammgäste und die, die es noch werden wollen, freuen sich über den "Glücksfall" für die schwäbische Gastronomie, die ein Aalener jetzt beinahe nahtlos weiterführen will.

"Dass ich in der Aalener Gastro-Branche bleibe, war für mich von Anfang an klar", sagt Joachim Klutz. 18 Jahre war der heute 51-Jährige im Investmentbanking tätig, bevor der Finanzstratege vom Schreibtisch hinter die Theke wechselte. "Die Gastronomie liegt in der Familie", erklärt er den ungewöhnlichen Branchenwechsel. Seine Tante habe einst den Löwenkeller am Galgenberg betrieben, die Großmutter hatte in den 1950er Jahren den "Hirsch" in Unterkochen. Und Schwager Michael Wiedenhöfer führt die Waldstube Eichenhof.

In die Wirtshauskultur ist Joachim Klutz einst mit der Bierhalle eingestiegen, bevor er sich dann auf die Ostertag-Gastronomie fokussiert hat. Ende November 2019 hat er seine Gesellschafteranteile daran verkauft. Seither ist er wieder auf der Suche nach einem bodenständig-schwäbischen Lokal.

Schättere bleibt Schättere!

Joachim Klutz Pächter und Wirt

"Mit der Schättere bietet sich für mich jetzt eine gute Gelegenheit", sagt er. Mit seinem Vorgänger Jörg Müller sei er sich schnell einig geworden, habe den auf fünf Jahre ausgelegten Pachtvertrag von ihm übernommen, mit der Option auf weitere fünf Jahre. Was Klutz besonders gefällt, sind die vielen Parallelen zwischen Bierhalle und "Schättere", wie die Größe, die vertraute Gastlichkeit und die typisch schwäbische Küche.

Aus diesem Grunde will er das Konzept unverändert beibehalten: "Schättere bleibt Schättere", verspricht Klutz und denkt dabei an die früheren Inhaber Horst und Christine Müller, die – wie später auch Sohn Markus Müller – der Traditionswirtschaft ihren typischen Charakter und eine liebenswerte Seele verliehen haben.

Und so bleibt die Inneneinrichtung unverändert, bis auf wenige Details: Hier noch ein paar Aufnahmen von der einstigen Härtsfeldbahn an der Wand, und dort noch ein paar Sitzgelegenheiten direkt an der Theke. "Denn die Gäste dürfen auch gern nur mal auf ein gutes Glas Bier oder Wein hereinkommen", betont Klutz, der sich schon auf das Schwätzle an der Theke freut. Neben dem Koch übernimmt Klutz auch die Speisekarte, samt der Schättere-Spezialität, dem "schwäbischen Dreierloi": Maultäschle, zwei Bäckla und Kartoffelsalat. Wurst und Fleisch kommen weiterhin von der Metzgerei Böhm nebenan. "Die guten Bratwürste geben wir nicht auf", schmunzelt Klutz.

Eröffnung ist am Montag, 2. November. Montag bis Freitag ist die "Schättere" ab 17 Uhr geöffnet. Der Samstag ist vorbehalten für geschlossene Gesellschaften. Sonntags bleibt die "Schättere" aufgrund der Corona-Lage vorerst geschlossen, um nicht zu viel Personal aufbauen zu müssen. Klutz: "In der Corona-Zeit macht es keinen Sinn, einen zweiten Koch einzustellen."

Joachim Klutz wird auch Pächter der i-Live-Skybar

Für die Skybar im i-live-Turm ist eine Eröffnung im Frühjahr/Frühsommer 2021 geplant. Joachim Klutz tritt als alleiniger Investor beziehungsweise Pächter auf. Im Moment stehe die Skybar im siebten Obergeschoss als veredelter Rohbau da, erzählt er. Der Architekt habe gerade den Planungsauftrag erhalten. Klutz spricht von einem besonderen architektonischen Konzept. "Es wird eine große Herausforderung, dieses Konzept auf den Teller und ins Glas zu bringen", meint er geheimnisvoll. die Skybar werde eines der wenigen Lokale sein, deren Fronten man komplett öffnen kann.

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