Wie die Schaustellerbranche unterstützt werden kann

+
Erst vor wenigen Tagen aufgebaut, wird der Aalener Weihnachtsmarkt wieder abgebaut.
  • schließen
  • Jürgen Steck
    Jürgen Steck
    schließen

Wer wie Georg Löwenthal sein Geld mit Weihnachtsmärkten verdient, schaut schon wieder in die Röhre. Doch es gibt Hilfen, sagt der Landtagsabgeordnete Mack.

Aalen. Jetzt ist es also raus: Auch Weihnachtsmärkte sollen geschlossen werden. So der jüngste Beschluss der Landesregierung als Reaktion auf die dramatische Corona-Lage. In Aalen sind die ursprünglich für Bratwurst, Glühwein & Co. bestimmten Ausschankhütten bereits am Freitag wieder abtransportiert worden - nachdem sie knapp zwei Wochen ungenutzt auf dem Spritzenhausplatz standen.

Klar ist, dass wir den Betroffenen jetzt helfen müssen.“

Winfried Mack, Landtagsabgeordneter

„Keine Einnahmen, keine Umsätze. Im zweiten Jahr in Folge“, stellt Georg Löwenthal fest, der in den Jahren vor Corona den Aalener Weihnachtsmarkt im Auftrag der Stadt gestemmt hat. In diesem Jahr wäre er auf dem Spritzenhausplatz zwar „nur“ Beschicker gewesen. Die Stadt Aalen hatte ihm das in der Pandemiezeit erhöhte unternehmerische Risiko einmalig abgenommen und selbst den Aufbau der Hütten in die Hand genommen. Aber jetzt wird selbst aus diesem Geschäft nichts. „Den letzten beißen die Hunde“, sagt Löwenthal. Und: „Ich denke, der Staat wird sich etwas überlegen müssen für die Schausteller.“

Der Aalener CDU-Landtagsabgeordnete Winfried Mack greift das Thema auf: „Wir müssen die Schausteller und Marktleute jetzt finanziell unterstützen, damit wir uns in Zukunft auf Weihnachtsmärkte und Volksfeste freuen können.“ Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion informiert darüber, welche Hilfen den Schaustellern und Standbetreibern zur Verfügung stehen: „Für mich ist es richtig, dass Weihnachtsmärkte in diesem Jahr nicht stattfinden können. Die Pandemie zwingt uns leider zu diesem Schritt. Klar ist aber, dass wir den Betroffenen jetzt helfen müssen.“

Wo es Hilfen gibt

Finanzielle Unterstützung könne über die folgenden drei Programme beantragt werden, so Mack: Überbrückungshilfe III Plus kann beantragt werden, sofern der coronabedingte Umsatzeinbruch bei mindestens 30 Prozent zu 2019 liegt. Die Überbrückungshilfe III Plus ersetzt je nach Höhe des Umsatzeinbruches die Fixkosten und gewährt bei einem Umsatzeinbruch von über 50 Prozent einen Eigenkapitalzuschuss.

Diese Hilfen des Bundes würden durch zwei Landesprogramme ergänzt, die wichtige Lücken der Überbrückungshilfe III Plus schließen, so Mack weiter.

Inhaber von Personengesellschaften und Einzelunternehmer können ergänzend zur Überbrückungshilfe III Plus einen fiktiven Unternehmerlohn in Höhe von rund 1000 Euro pro Monat beantragen. „Ich habe mich besonders dafür eingesetzt, dass der fiktive Unternehmerlohn kommt und dafür, dass das Landesprogramm gerade erst verlängert wurde. Dies gibt es so nur in Baden-Württemberg“, betont Mack.

„Und in dieser Woche haben wir das Landesprogramm Tilgungszuschuss Corona II bis Ende März 2022 verlängert, das – ebenfalls ergänzend zur Überbrückungshilfe – beantragt werden kann und sich gezielt auch an Schausteller, Soloselbstständige und Veranstalter der Eventbranche richtet“, so Mack. Mit dem Tilgungszuschuss Corona II werden etwa Regeltilgungsraten für betriebliche Kredite, für Raten aus Mietkaufverträgen und Leasingverträgen bis zu einem maximalen Satz von 50 Prozent gefördert.

Mehr zum Thema:

Weihnachtsmarkt-Absagen: Marktleute bekommen finanzielle Hilfe

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

Kommentare