Wie ein neues Zuhause fürs Kino am Kocher entsteht

  • Weitere
    schließen
  • schließen

Einen sechsstelligen Betrag investieren die Genossinnen und Genossen ins Kino am Kocher. Wie läuft's auf der Baustelle? Ein Besuch.

Aalen

In diesem Saal sollen einmal Filme über die Leinwand flimmern. Dort sollen Menschen in unterschiedliche Welten eintauchen: Dokus sehen, Kulturstreifen anschauen und, und, und. Doch von diesem Ziel ist das Programmkino im Kulturbahnhof (Kubaa) so weit entfernt wie Aalen von New York.

Kabel hängen von der Decke, Bauarbeiter bringen Wandverkleidungen an, studieren die Pläne. Wohlfühlatmosphäre? Fehlanzeige. Am 2. Oktober soll der Kubaa mit großem Tamtam eröffnen. "Wir sind zuversichtlich, dass wir dann den Spielbetrieb aufnehmen können", sagt Dr. Jan Lugtenburg, Aufsichtsrat des Kinos am Kocher, bei einem Besuch der Baustelle.

Bis dahin fließt nicht nur Muskelkraft in den Ausbau, sondern auch Geld. Einen sechsstelligen Betrag investieren die Genossinnen und Genossen in die Räume, wie Lugtenburg bilanziert. Geld für eine Erweiterung der Surroundanlage und bessere Sitze war eigentlich nicht vorgesehen. Eigentlich. Um die Technik des 21. Jahrhunderts ins Kino zu bringen, haben die Cineasten eine Crowdfunding-Aktion über die VR-Bank gestartet. 5000 Euro mussten her, daraus sind laut Lugtenburg inzwischen rund 6000 geworden. "Wir sind weit übers Ziel hinausgeschossen. Es ist interessant, wie viele Leute sich für das Kino interessieren", sagt Lugtenburg, der seit drei Wochen täglich auf der Baustelle nach dem Rechten sieht.

Und wie wird's im Innern aussehen? Lugtenburg geht aus dem Saal und steigt eine Wendeltreppe nach oben. Von einem 2,90 Meter hohen Podest lässt er den Blick in den Raum schweifen und zeigt auf die gegenüberliegende Seite. Dort komme die 8,40 x 3,60 Meter große Leinwand hin. In sieben Sitzreihen solle es 88 Plätze geben – für Paare, für einzelne Kinogänger, für Gruppen. "Auch große Menschen können in den Sitzen lümmeln", verspricht der Bauleiter. Und: Die Stufensprünge von Reihe zu Reihe sollten für jeden Gast optimale Sichtverhältnisse schaffen. Da passe das Kinomotto "Filme anders zeigen" auch zum Raum, erklärt Lugtenburg. "Wir wollen das Flair des alten Kinos in der Schleifbrückenstraße aufnehmen" – inklusive kleiner, kuscheliger Kneipe. "Die Leute sollen sich mit Wohlbehagen hier aufhalten."

Wir wollen das Flair des alten Kinos aufnehmen.

Dr. Jan Lugtenburg Bauleiter

In zwei Wochen verschwinden die Bauarbeiter der Stadt. Dann müssen die Genossen ran. "Die Stadt stellt uns den Rohbau und wir kümmern uns um den Ausbau", sagt Lugtenburg. Eine Herausforderung für Helferinnen und Helfer sei, die Sitze leicht im Halbkreis zu montieren. Lugtenburg bleibt positiv. "Wir haben schon zwei Kinos gebaut und wissen, wie's geht." Nebenher müssen die Kinomenschen auch noch die Rosa Villa in der Turnstraße räumen. Es ist also noch sehr viel zu tun.

Längerfristiges Zuhause

Welcher Film am 2. Oktober gezeigt wird, stehe noch nicht fest. Das Programm werde mit Theater und Musikschule abgestimmt. Am Eintrittspreis von sieben Euro wollen die Cineasten vorerst festhalten. "Coronabedingt könnte es vorübergehend eine moderate Preiserhöhung geben", sagt Lugtenburg. Der Bauleiter freut sich auf Oktober. "Dann haben wir ein längerfristiges Zuhause und müssen nicht immer umziehen", sagt er und blickt noch einmal durch den Raum.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL