Wie Rettungssanitäter mit Corona umgehen

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Annika Muras desinfiziert den Rettungswagen. Sie ist FSJlerin beim DRK-Rettungsdienst Aalen.

Warum die Einsatzkräfte seit März weniger Krankentransporte fahren.

Aalen. Kaum ist der Alltag im DRK-Rettungsdienst für Annika Muras zur Routine geworden, stellt das Corona-Virus alles auf den Kopf. Die Rettungssanitäterin hat ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im September 2019 bei der Rettungswache Aalen begonnen. Durch Corona hat sich dort vieles verändert: Annika Muras muss wie alle Rettungs- und Notfallsanitäter eine Schutzmaske und Handschuhe tragen. Wird ein Patient mit Atemwegserkrankungen transportiert, müssen die Sanitäter den Rettungswagen danach desinfizieren. "Durch diese Schutzmaßnahmen fühle ich mich sicher", sagt Annika Muras, "obwohl wir zwischen Krankentransporten, Rettungsdienst und der Schicht auf der Rettungswache viel Kontakt zu Patienten haben." Zwar sei das Infektionsrisiko geringer, wenn sie zuhause arbeiten würde, fährt Annika Muras fort. Sie sieht aber klare Vorteile darin, gerade jetzt im Rettungsdienst zu arbeiten: "Wir sind immer über aktuelle Entwicklungen informiert und uns der Gefahr durch das Virus sehr bewusst." Dadurch werde das eigene Verhalten automatisch umsichtiger. "Und schlussendlich senke ich dadurch mein eigenes Infektionsrisiko", stellt Annika Muras fest. Trotzdem vermeiden alle Kollegen den Kontakt untereinander so gut wie möglich.

Neben Annika Muras arbeiten 80 Notfallsanitäter, zehn Rettungssanitäter und mehrere Freiwillige beim Rettungsdienst. Obwohl sie in unterschiedliche Schichten eingeteilt sind, wurden auf der Rettungswache verschiedene Bereiche eingerichtet, um für räumlichen Abstand zwischen den Menschen zu sorgen. Die Qualität ihres FSJ sieht Annika Muras durch das Virus nicht gefährdet. "Wir machen sicher andere Erfahrungen als die Jahrgänge vor uns", sagt sie, "aber das meine ich nicht negativ."

Zu diesen Erfahrungen zählen neben den geänderten Sicherheitsvorkehrungen auch ein leichter Rückgang der Einsatzzahlen. "Auffällig ist, dass sich die Zahl der Krankentransporte im März und Anfang April um 19 Prozent reduziert hat", so Rettungsdienstleiter Marc Sachsenmaier. Das liege daran, dass viele planbare Operationen verschoben werden und daher weniger Patienten verlegt werden.

Notfallsanitäter Markus Schlipf sieht einen weiteren Grund in den Ausgangsbeschränkungen der letzten Wochen: "Durch diese Beschränkungen und auch durch das Home Office haben wir weniger Verkehr auf den Straßen. Daher sinken die Unfallzahlen."

Carina Reichert

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