Wie robust sind unsere Schutzmasken?

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Ohne Maske lässt sich Dampf in jede Richtung pusten – trägt man jedoch eine Maske, sollte es nicht möglich sein, die Luft so einfach zu verwirbeln.
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Experimentieren und Forschen ist im Explorhino-Mitmachmuseum beim Ferienprogramm das A und O.

Aalen

Wieso tragen wir Masken? Und welche Mund- und Nasen-Bedeckung schützt uns und unsere Mitmenschen am besten? Diesen Fragen sind acht Kinder im Mitmachmuseum Explorhino nachgegangen. Das Motto des Ferienprogramms lautete: "Dem Virus auf der Spur."

Unter der Leitung von Kerstin Dellemann unternahmen die jungen Forscher gleich mehrere naturwissenschaftliche Experimente mit ihren Masken. Mit verschiedenen Methoden testeten sie, wie gut ihre eigenen Mundschutzmasken sind und welche Mundbedeckungen nicht ganz so gut geeignet sind.

Dass Masken Feuchtigkeit auffangen ist jedem, der diese für einen längeren Zeitraum trägt, bekannt. "Beim Sprechen und Atmen sammelt sich die Feuchtigkeit unter der Maske an", erläutert die Kursleiterin. Bei den einen weiche die Luft seitlich an der Maske hinaus. "Bei Brillenträgern, wie mir zum Beispiel, beschlagen auch mal die Gläser", gibt Kerstin Dellemann lachend zu.

Doch lässt sich beispielsweise eine Kerze mit einer Maske auspusten? Und funktioniert es auch mit einem Stofftaschentuch? Für einen Großteil der kleinen Forscher war dies mit ihren mitgebrachten Masken unmöglich – doch mit einem einfach gefalteten Taschentuch war die Kerze schnell aus. Fünf- bis sechsmal ließ sich das Taschentuch falten, bis die Kinder die Kerze nicht mehr auspusten konnten.

Es geht um den Spaß am Experimentieren.

Kerstin Dellemann Kursleiterin Explorhino

Für Experiment Nummer zwei nebelte Kerstin Dellemann den Raum mit einer Dampfmaschine etwas ein. "Beim Sprechen kann man ohne Maske sehen, wie der Rauch entweicht. Wenn eure Masken dicht sind, sollte das nicht passieren", erläuterte sie. Im Nebel stehend, hielten die Masken der Forscher dicht – egal wie stark sie pusteten.

Doch wie viel Feuchtigkeit kann eine Maske aufnehmen? Oder etwas genauer: Wie viele Wassertropfen passen auf eine Maske? Bei diesem Experiment war Konzentration gefragt. Denn mit einer Pipette tropften die Kinder Wasser auf die Masken. Je nach Art der Maske fielen die Ergebnisse unterschiedlich aus. "Bei mir sind es schon über 1000 Tropfen", verkündete eine kleine Forscherin stolz.

Doch neben den vielen Experimenten war für Kerstin Dellemann eines wichtig: "Es geht nicht darum, welche Maske am besten ist, sondern um den Spaß an der Naturwissenschaft und dem Experimentieren."

Neue Corona-Abstrichstelle am Starttag voll ausgelastet

Aalen

Seit Mittwochabend ist die neue zentrale Corona-Abstrichstelle für den Ostalbkreis in den ehemaligen Räumen der städtischen Musikschule Aalen in Betrieb. Gleich zum Start ist sie voll ausgebucht, berichtet Landrat Klaus Pavel. 36 Patienten haben sich vorab beim Gesundheitsamt angemeldet – ohne vorherige Anmeldung ist ein Abstrich nicht möglich. "Das ist im Fünf-Minuten-Takt hier organisiert", erklärt Pavel. Drei Stunden lang ist jeweils montags bis freitags von 18 bis 21 Uhr geöffnet. Die Uhrzeit sei auf Reiserückkehrer und Personen, die sich tagsüber allein um die Familie kümmern müssen, abgestimmt, sagt Pavel.

So funktioniert die zentrale Abstrichstelle

Der angemeldete Besucher betritt die ehemalige Musikschule zum Haupteingang. Nur wer keine Symptome hat, kann hier getestet werden. Für Patienten mit Symptomen sind im Ostalbkreis zwölf Corona-Schwerpunktpraxen zuständig, an die der Hausarzt überweist. Nach den Formalitäten am Eingang geht es in den ehemaligen Musiksaal, der mit weißen Stellwänden unterteilt ist. An einem schlichten Tisch nimmt ein Arzt den Abstrich vor – Stäbchen ganz tief in den Mund rein – schon erledigt. Zum Hinterausgang geht es wieder raus. Einbahnstraßensystem.

Nach Betriebsschluss um 21 Uhr gehen die Proben ans Labor. Nach spätestens 48 Stunden soll das Ergebnis feststehen.

Zuspruch für Aalen als zentrale Anlaufstelle

Aalens Oberbürgermeister Thilo Rentschler lobt die "gute und geräuschlose Zusammenarbeit" mit dem Landkreis. "In der Musikschule schließt sich damit ein Kreis", sagt er und erinnert an die ehemalige Taufbachklinik, die es an dieser Stelle nach dem Zweiten Weltkrieg gab. Seine Schwiegermutter habe dort zwei Jahre als Kinderkrankenschwester gearbeitet.

Das ist im Fünf-Minuten-Takt organisiert.

Klaus Pavel Landrat

Pavel betont, dass man die Abstrichstelle durch eine Fieberambulanz ergänzen könnte – sollte das notwendig werden. Ein zweites Zentrum könnte man in Schwäbisch Gmünd in Betrieb nehmen. Doch bei einem größeren Andrang soll personell zuerst in Aalen aufgerüstet werden. Diese Strategie unterstützt der Gmünder Notfallpraxisbeauftragte Dr. Bertold Schuler. "Wir sind zunächst zurückhaltend", sagt er. Vor allem, da die im Frühjahr schnell eingerichtete Gmünder Fieberambulanz nicht so stark nachgefragt wurde, wie zunächst angenommen.

Auch der Leiter der zentralen Abstrichstelle, Dr. Manuel Kieninger, spricht sich für die zentrale Stelle aus. Der Dienstplan mit Ärzten stehe bis Ende September. "Die Lokalität ist hervorragend geeignet", sagt er.

Geplant ist die Abstrichstelle bis mindestens Frühjahr 2021, sagt Pavel. Schon deshalb sei es in dem Gebäude besser, als mit Zelten und Containern zu arbeiten.

Pavel betont, dass der Ostalbkreis in der Pandemie sehr gut dastehe. Aktuell gelten 47 Personen als erkrankt. Den allermeisten gehe es mittlerweile wieder gut. Allerdings berichtet Klinikchef Professor Dr. Ulrich Solzbach davon, dass vor allem schwer erkrankte Patienten, die beatmet werden mussten, ganz unterschiedliche Folgeerkrankungen im ganzen Körper hätten und noch länger mit den Folgen zu kämpfen hätten.

Öffnungszeiten und die Regeln für Coronatests

Die Abstrichstelle ist ausschließlich für Personen im Ostalbkreis ohne Symptome von Montag bis Freitag von 18 bis 21 Uhr geöffnet. Eine Terminanmeldung ist verpflichtend.

Die Terminvergabe erfolgt über das Gesundheitsamt. Dieses ist von Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr unter Telefon (07361) 5031901 erreichbar.

Kostenfreie Tests sind möglich für:

Reiserückkehrende aus dem Ausland. Bitte Nachweise mitbringen.

Personen, die vom Gesundheitsamt zur Testung aufgefordert werden, weil sie gegebenenfalls als Kontaktperson ermittelt wurden. Bitte Ausdruck der Mail des Gesundheitsamtes mitbringen.

Lehrkräfte und Beschäftigte in Schulen, Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege.

Schwerpunktpraxen gibt es für Personen, die Symptome einer Covid-19-Erkrankung aufweisen. Auch hier bittet die Landkreisverwaltung um eine telefonische Terminvereinbarung über den Hausarzt, der dann überweist.

Konzentration ist bei den Experimenten gefragt.
Wie viele Wassertropfen hält eine Mund- und Nasenbedeckung aus, bevor sie anfängt zu tropfen? Antwort: sehr viele.
Die zentrale Abstrichstelle für den Ostalbkreis wurde am 2. September im Gebäude der ehemaligen Musikschule in Aalen eröffnet – bislang wurden dort 1400 Tests gemacht.
Auf Wunsch des Fotografen stellen Dr. Manuel Kieninger und OB Rentschler einen Abstrich nach.
Weiße Stellwände sorgen für etwas Privatsphäre beim Corona-Rachenabstrich.
Die neue zentrale Abstrichstelle für den Ostalbkreis ist in den Räumen der ehemaligen Aalener Musikschule in der Hegelstraße 27. Ganz in der Nähe ist auch eine Bushaltestelle.
Auf Wunsch des Fotografen stellen Dr. Manuel Kieninger und OB Rentschler einen Abstrich nach.
Weiße Stellwände sorgen für etwas Privatsphäre beim Corona-Rachenabstrich.

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