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Wieso fahren zwischen Stuttgart und Aalen so alte Züge?

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Einer der alten TRI-Züge, die zum Beispiel auf der Strecke von Stuttgart nach Aalen fahren.
Einer der alten TRI-Züge, die zum Beispiel auf der Strecke von Stuttgart nach Aalen fahren. © Blaß, Constantin

Bahnanbieter Arverio modernisiert seine Züge, um irgendwann mal Stuttgart 21 anfahren zu können. Daher kommen Fahrgäste auf der Strecke zwischen Stuttgart und Aalen zu einem besonderen Erlebnis.

Aalen. Stuttgart 21 wirft seine Schatten voraus: Zugbetreiber Arverio oder auch SWEG im Stuttgarter Netz lassen bis Dezember 2025 ihre Züge nach und nach auf die ETCS-Technik um. ETCS steht für European Train Control System.

Mit dem neuen System wird es im „Digitalen Knoten Stuttgart“ keine klassischen Lichtsignale mehr geben. Ziel ist es, mittels ETCS mehr Zugverkehr auf der vorhandenen und neuen Infrastruktur abzuwickeln. Zugleich soll der Betrieb zuverlässiger und der Instandhaltungsaufwand geringer werden.

Lesen Sie hier: Auf Strecke nach Aalen: Zugbegleiter sorgt mit Durchsagen für Gelächter

Der technische Fortschritt bedeutet im Alltag: Es stehen nicht alle 66 elektrischen Triebzüge von Arverio (früher Go-Ahead Baden-Württemberg) zur Verfügung, um den öffentlichen Personennahverkehr im gewohnten Umfang aufrechterhalten zu können.

TRI-Ersatzzüge: Kein WLAN, keine Steckdosen, aber Fenster zum Öffnen

Seit Dezember 2022 kommen daher nostalgische Ersatzzüge von TRI Train Rental zum Einsatz. Sie fahren nicht im bekannten „bwegtDesign“ und bestehen grundsätzlich aus einer Lok, vier Mittelwagen und einem Steuerwagen. Unterwegs sind die Züge auf der Murrbahn RE90, der Remsbahn MEX13 sowie auf der Frankenbahn RE8. Die TRI-Zügen dürfen wie die Arverio-Züge mit dem Deutschlandticket genutzt werden.

Für Bahn-Kunden sind die Fahrten mit TRI, während woanders Akku-Züge unterwegs sind, ein Trip in die Vergangenheit. Kein WLAN, keine Steckdosen, keine Barrierefreiheit, keine Klimaanlage. Dafür Türen mit Handhebel und Fenster, die sich öffnen lassen. „Vor allem Baureihen, die zwischen 1968 und 1980 gebaut wurden, kommen zum Einsatz“, sagt TRI-Geschäftsführer Tobias Richter.

Mit seinem Zugverleih besetzt Richter in Deutschland eine Nische, Konkurrenz gibt es kaum, weshalb 2022 der Zuschlag des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg für den Ersatzverkehr nicht überraschend kam. „Wir kaufen ausrangierte Fahrzeuge, arbeiten sie auf und verleihen sie bei Bedarf auf Zeit weiter“, sagte Tobias Richter im Gespräch mit den Stuttgarter Nachrichten.

Aktuell befinden sich 15 Streckenlokomotiven und über 100 Reisezugwagen im Eigentum der TRI Train Rental. Laut Angaben des Unternehmens sollen in Zukunft auch klimatisierte Doppelstockwagen für den modernen Nahverkehr folgen.

Weitere Besonderheiten bei den TRI-Zügen

TRI-Fahrplan: Wann die Retro-Züge zwischen Stuttgart und Aalen fahren

Wer mit den Retro-Ersatzzügen von TRI fahren will, kann deren Einsatz dem Fahrplan entnehmen: www.arverio-bw.de

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