Wohnen am Tannenwäldle: Wo die Fassade grün werden soll

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Der Ausschuss für Stadtentwicklung befasst sich einmal mehr mit dem „Wohnen am Tannenwäldle“. 
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Der Ausschuss für Stadtentwicklung befasst sich einmal mehr mit dem „Wohnen am Tannenwäldle“. Es geht um energetische Details, aber auch um die Fassadenbegrünung.


Aalen. Wie kann man die Stadt noch lebenswerter machen? Das sei die Frage, die die Planer beim Bebauungsplan „Wohnen am Tannenwäldle“ leitet, so Baubürgermeister Wolfgang Steidle. Vergangenen Donnerstag legten er und sein Team dem Ausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (ATUS) den ersten Auslegungsbeschluss zur Beratung vor. 345 Wohneinheiten sollen insgesamt am Tannenwäldle entstehen, so Steidle. Wenn im Herbst die neuen Vergabekriterien für die Bauplätze feststehen, dann können man diese dann auch nach diesen vergeben. Die Erschließung laufe aktuell im Plan.

Der Diskussionsbedarf über die Pläne für das neue Wohnquartier ist groß - auch nach bereits gefassten Beschlüssen. Das zeigte die Vorberatung. Die Frage nach dem richtigen energetischen Konzept und damit zusammenhängenden Details, die Frage nach der Bezahlbarkeit, all das treibt die Ausschussmitglieder einmal mehr um.

Sorge um die Nachfrage

„Es fehlen noch genaue Festsetzungen in Bezug auf die energetische Seite“, merkt Michael Fleischer (Grüne) an. Seine Fraktion würde gerne die Grundstückskaufverträge einsehen. Wärmepumpen, wie jetzt in Teilen geplant, seien mit Vorsicht zu genießen. Das Verbot von der Aufständerung von Photovoltaikanlagen sei zu restriktiv.

„Der Detaillierungsgrad an Festsetzungen ist maximal erreicht“, sagt Thomas Wagenblast (CDU). Die nun in den Entwurf eingearbeitete Fassadenbegrünung in Richtung Hirschbach sei eine  wichtige Geschichte“. Er sei aber immer noch skeptisch, ob das Wohngebiet insgesamt nicht „zu elitär“ werde. 

Auch er sehe die Gefahr, dass die Wohneinheiten für manche Menschen nicht mehr erschwinglich werden, fügt Karl-Heinz Vandrey (SPD) hinzu. Ihn interessiere, wie hoch die Nachfrage eigentlich für das Wohngebiet nun eigentlich sei. Die Begrünung der Fassaden in Richtung Hirschbach begrüßt auch Vandrey als „sehr, sehr wichtiges Element.“ 

Klaus Albrecht (Freie Wähler) mahnte an, die Realität nicht zu vergessen und damit die Entwicklungen auf dem Finanzmarkt. Gebote und Verbote seien veränderten Zeiten und damit auch den gestiegenen Zinsen anzupassen. „Bitte überprüfen sie da Thema Fernwärme noch einmal“, so Albrecht in Bezug auf kleine Wohneinheiten. 

Unsicherheit bei Förderungen

„Der Bebauungsplan für das Wohnquartier ist in groben Zügen richtig“, sagte Manfred Traub (Zählgemeinschaft). Manche Gebote, die darin enthalten seien, seien richtig, andere gewagt. Aber auch er stimme zu. 

Die Liste der Interessenten sei lang, berichtet Stefan Overmann vom Stadtmessungsamt. Jeden Tag gebe es Anrufe, vor allem von großen Investoren. „Der Preis schreckt nicht ab. Die Lage, das Innovative, das zieht an.“ Insgesamt gesehen gebe es aber noch einige Unsicherheiten, auch in Bezug auf zukünftige Förderprogramme. Auch deshalb gebe es noch keinen Grundstückskaufverträge, so Overmann in Richtung Michael Fleischer. 

Wolfgang Steidle ging auf die Befürchtung ein, dass das Wohngebiet zu teuer für die meisten sei. Er wies darauf hin, dass man auch hier die Quote für den sozialen Wohnungsbau einhalten werde. 

Das Nahwärmenetz sei bereits im Aufbau, die Strecken in der Verlegung, erklärte Stefan Pommerenke vom Tiefbauamt. Das Verbot der Aufständerung für die Photovoltaik-Anlagen werde man aus der Vorlage nehmen, so OB Frederick Brütting nach der Abstimmung mit einer Enthaltung. Insgesamt fuße die Vorlage aber auf bereits gefasste Beschlüsse. Nun sei man gespannt auf die Rückmeldungen aus der Öffentlichkeit.

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