Wo Sie jetzt Ihren kostenlosen Schnelltest bekommen

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Dorothee Salzer-Korkut von der Stern-Apotheke bei einem sogenannten Bürgertest in einem Zelt vor der Apotheke. Auch hier muss man sich vorher anmelden.
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Seit dem 8. März kann sich jeder einmal in der Woche anlasslos auf Corona testen lassen. Wie das genau funktioniert.

Aalen

Am Wochenende doch mal spontan die Oma besuchen. Einen Termin bei der Kosmetikerin wahrnehmen. Die Sorge, sich beim eigenen Schulkind angesteckt zu haben. Die Motive, einen Corona-Schnelltest zu machen, können unterschiedlich sein. Man muss auch gar keine haben. Fest steht: Seit dem 8. März hat jede Bürgerin und jeder Bürger die Möglichkeit, sich anlasslos einmal in der Woche kostenlos testen zu lassen. Anlaufstellen gibt es mehrere.

Die Testzentren des DRK: Hier kann sich neben Schülern, Lehrern und Erziehern auch jeder andere für diesen "Bürgertest" anmelden. Online oder telefonisch. Vier Testzentren gibt es: in Aalen, Bopfingen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd. "Wo man seinen Test macht, ist egal", sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Matthias Wagner. Was soviel heißt: Wer in Aalen keinen Termin bekommt, der kann auf eines der anderen Testzentren ausweichen – im Notfall auch außerhalb des Ostalbkreises, so Wagner. Es seien schon Österreicher, Münchner, Heidelberger und ein Freiburger im Testzentrum Greut gewesen. Noch seien die Kapazitäten ausreichend, so Wagner. "Aber es werden deutlich mehr, die einen Test wollen." Mittlerweile setze auch das DRK die "Nasenbohrer-Tests" ein, bei denen das Stäbchen nicht so weit nach hinten geführt werden müsse.

Dass 80 Millionen Bürger wöchentlich getestet werden, hält Wagner für utopisch, das sei gar nicht zu schaffen. Zudem vermisse er dafür noch umsetzbare Strategien. Deshalb sei es gut, vorausgesetzt, es gibt genügend Tests, wenn sich die Bürger selbst morgens testen würden. Coronatest und Zähneputzen in einem Rutsch.

Die Apotheken: Nicht alle Apotheken haben die Möglichkeit, eine Infrastruktur für die kostenlosen Bürgertests zu schaffen. "Bis jetzt sind die Anforderungen an die Räumlichkeiten noch extrem hoch", so Anette Jäger, Apothekerin in der Aalener Innenstadt. Momentan habe man dafür keine Möglichkeiten. Bisher sei die Nachfrage danach aber ohnehin noch nicht groß. Vielmehr erkundigen die Kunden nach Schnelltests für zuhause. Schon hier sei der Aufklärungsbedarf sehr hoch. "Man muss immer wieder betonen, dass der Test tagesaktuell ist", so Anette Jäger. Dem einen oder anderen müsse man sogar erklären, dass ein Test eben keine Impfung sei.

In der Stern-Apotheke hat man bereits vor drei Wochen die Gegebenheiten für Schnelltests geschaffen. Hier testen die Mitarbeiterinnen in einem Zelt vor dem Eingang jeden, der sich zuvor angemeldet hat. Nachdem man seine Einwilligungserklärung vor der Türe abgegeben hat.

Wir sind bereit, haben die Tests da und gute Voraussetzungen.

Dr. Josef Zech HNO-Zentrum Aalen

Seitdem es das kostenlose Angebot gibt, bekommen dort 25 Menschen in der Woche einen Rachen- und Nasenabstrich. Nächste Woche soll das Angebot aufgestockt werden. "Es ist eine Momentaufnahme, der Stand der Dinge", betont Apothekerin Dorothee Salzer-Korkut, deren Mitarbeiterinnen auch in Schulen und Kitas testen. Wer sich ohne Anlass einfach testen lassen wolle, solle das auch wöchentlich machen. "Die Tests sind sinnvoll, um die Pandemie anzugehen", ist sie überzeugt. Und betont: "Wer Erkältungssymptome hat, muss sich auf jeden Fall weiterhin an den Hausarzt wenden."

Bald anbieten will man die Bürgertests auch in der Apotheke im Facharztzentrum. Mitte nächster Woche, aber auf jeden Fall vor Ostern soll es dort losgehen, so Apotheker Dr. Gerwig Igel. "Es haben sich auch schon einige online dafür angemeldet", berichtet er. Die Apotheke hat im ersten Stock des Gebäudes ausreichend Räumlichkeiten. Rund um die Uhr wird dort trotzdem nicht getestet. "Wir bieten bestimmte Zeitfenster an und man muss einen Termin ausmachen", so Igel, der seinen Kunden im Moment zwar keine Abstrich-, aber dafür Spucktests anbieten kann. Die Bürgertests aber kaufen Apotheker extra ein und rechnen diese dann mit der Kassenärztlichen Vereinigung ab, erklärt Igel. Dazu komme mehr bürokratischer Aufwand: Igel muss, wie jeder Apotheker, der die Tests anbietet, dies beim Ordnungsamt melden und wöchentlich seine Fallzahlen ans Gesundheitsamt übermitteln.

Arztpraxen: Auch die Ärzte, die bereits die Bürgertests anbieten, müssen Ordnungs- und Gesundheitsamt informieren, wie Dr. Josef Zech vom HNO-Zentrum Aalen erklärt. Das Zentrum am Ostalbklinikum habe mit 300 Quadratmetern Fläche ausreichend Platz und schaffe Zeit dafür während der regulären Sprechstunde. "Wir sind bereit, haben die Tests da und gute Voraussetzungen, aber das läuft erst an", sagt Zech. Das Testergebnis gebe es nach 15 Minuten. Solange könne sich der Getestete im Freien bewegen, denn das HNO-Zentrum sei komplett abgekoppelt von der Klinik. "Der Getestete kann währenddessen die Praxisräume verlassen, wenn es erforderlich ist", so Zech. Einfach nur hingehen, das funktioniere aber nicht. Auch hier muss man vorher telefonisch einen Termin vereinbaren. "Damit nicht alle auf einmal in die Praxis kommen", so Zech. "Aber wir sind gut gerüstet."

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