Wohnen auf dem Markuskirchenareal

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Der Ausschnitt des Siegerentwurfs: Die geplanten vier Mehrfamilienhäuser mit Flachdach und Balkonen sind gut zu erkennen.
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Das Preisgericht präsentiert den Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs. Was nach dem Abriss von evangelischer Kirche, Gemeindehaus und Kita im Hüttfeld entstehen soll.

Aalen

Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann die evangelische Markuskirche samt Gemeindezentrum und Kindergarten im Hüttfeld abgerissen wird. Denn seit Donnerstag ist bekannt, was auf dem rund 4000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Erwin-Rommel-Straße, Ruland-Ayßlinger-Weg und der Karl-Mikeler-Straße geplant ist. Im Architektenwettbewerb mit insgesamt fünf teilnehmenden Büros hat sich das Preisgericht einstimmig für den Entwurf des Aalener Architekten Bernd Liebel (Liebel Architekten) entschieden.

Die Spitze der Stadtverwaltung präsentierte gemeinsam mit Dekan Ralf Drescher und dem Vorsitzenden des Preisgerichts, Architekt Wolfgang Riehle, den Siegerentwurf. „Bernd Liebel ist es gelungen, ein Ensemble mit hohen Qualitäten zu schaffen“, lobte Wolfgang Riehle.

Präsentieren das Modell des Siegerentwurfs für die künftige Wohnbebauung auf dem Areal der Markuskirche im Hüttfeld. V.l: Franziska Tagscherer (Aalener Wohnungsbau), OB Thilo Rentschler, Wolfgang Riehle (Vorsitzender des Preisgerichts), Architekt Bernd Liebel, Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle und Dekan Ralf Drescher.

Der Siegerentwurf: Kern der Planung sind 41 Wohnungen in vier Mehrgeschosshäusern mit Flachdach, die um eine Mitte angeordnet sind. „Die einzelnen Baukörper sind stark differenziert. Mit kreuzförmigen Grundrissen ist Liebel eine Reminiszenz an die vormalige Kirche gelungen“, hebt Riehle die Besonderheit des Entwurfs hervor. Mit einer durchdachten Anordnung von Wohnräumen und Balkonen respektiere der Architekt die Privatsphäre der Bewohner und schaffe eine hohe Wohnqualität, wie sie der von Privathäusern gleichkomme. Das Neue werde sich auf gelungene Art einfügen in die kleinteilige Umgebungsbebauung im Hüttfeld, meinte der Vorsitzende des Preisgerichts; auch wegen der aufgesetzten Staffeldächer.

Die Vorgeschichte: Vor drei Jahren hat die evangelische Kirchengemeinde im Zuge ihres Immobilienkonzepts Abschied genommen von der Markuskirche im Hüttfeld, die seither geschlossen ist. Die Kirchengemeinde hat das Areal mit Kirche, Gemeindehaus und Kindergarten an die Aalener Wohnungsbau verkauft. „Wir als Kirche wussten, dass es Sinn macht, sich zu konzentrieren und den Bestand zu optimieren“, sagt Dekan Ralf Drescher. Was der Kirche wichtig war: Das Areal nicht an den Meistbietenden zu verscherbeln, sondern in Verhandlungen mit der städtischen Wohnungsbau zu gehen. Drescher: „So konnten wir im Verkaufsvertrag fest verankern, dass 25 Prozent der entstehenden Wohnungen für Menschen mit schmalem Geldbeutel gewidmet werden.“

Die Herausforderung: Das Areal der Markuskirche liegt inmitten eines kleinteiligen Wohnbaugebiets aus den 1960er Jahren, es dominieren Einzelhäuser auf großen Grundstücken. „So würde man heute nicht mehr bauen wollen“, sagte OB Thilo Rentschler. Umso sensibler war die Wettbewerbsaufgabe anzugehen, den Neubau in das Gesamtumfeld einzufügen.

Bei der Beurteilung, so Riehle, spielte daher auch eine wesentliche Rolle, wie viel erlebbares Grün und wie viel Grundstücksfläche übrig bleibt. Kurz: die Klimaverträglichkeit der späteren Bebauung. Baubürgermeister Wolfgang Steidle schätzt am Siegerentwurf vor allem die geplante Durchgrünung des neuen Quartiers und die soziale Komponente: Die Anordnung der Häuser um ein Zentrum, das zum gemeinsamen Treffpunkt der Bewohner werden kann.

Bernd Liebel ist es gelungen, ein Ensemble mit hohen Qualitäten zu schaffen.“

Wolfgang Riehle, Vorsitzender des Preisgerichts

Wie es weitergeht: Zahlen und Fakten

Das Bauleitplanverfahren, das mit einem Aufstellungsbeschluss eingeleitet wird, solle so früh wie möglich, aber nicht vor Herbst beginnen, meinte Baubürgermeister Wolfgang Steidle.

Die Anwohner wurden frühzeitig ins Boot geholt, beteuert der OB. Direkt im Anschluss an die Präsentation des Siegerentwurfs am Donnerstag fand eine Anwohner-Information im Stadthallen-Restaurant statt.

Investor der vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 41 Wohnungen ist die Aalener Wohnungsbau. 50 Prozent der Wohnungen sollen verkauft werden, 25 Prozent werden als Sozialwohnungen günstig vermietet und weitere 25 Prozent werden zu normalen Konditionen vermietet.

Abgerissen werden die Markuskirche, das Gemeindehaus und der Kindergarten. „Wobei wir derzeit noch nicht wissen, ob der Bedarf künftig tatsächlich den Bau eines neuen Kindergartens an dieser Stelle erfordert“, so der OB.

Noch steht es, das Gebäude der evangelischen Markuskirche im Hüttfeld, das die Kirchengemeinde an die Wohnungsbau verkauft hat.

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