Wohnmobilplätze: Rat einigt sich auf Kompromiss

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Acht Wohnmobilstellplätze entstehen auf Beschluss des Gemeinderats am Parkplatz bei den Limesthermen an der Osterbucher Steige (im Bild rechts).
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Da die Plätze am Hirschbachbad während des Umbaus zum Kombibad unattraktiv seien, sieht die CDU-Fraktion Handlungsbedarf.

Aalen

Sollen die Stellplätze für Wohnmobile vom Hirschbach an die Limesthermen verlegt werden? Diese Frage hat bereits der Ausschuss für Umwelt, Technik und Stadtentwicklung (AUST) in der Vorberatung heiß diskutiert. Der Gemeinderat hat sich – ebenfalls nach längerer Diskussion – in der vergangenen Sitzung für einen Kompromiss entschieden: Die Stellplätze an der Osterbucher Steige bei den Limesthermen werden gebaut, die Plätze am ehemaligen Hirschbachbad werden aber nicht zurückgebaut. Bei Bedarf könnten Wohnmobilisten die Plätze später also wieder nutzen.

Hintergrund: Die Idee geht zurück auf einen Antrag der CDU-Fraktion zum Haushaltsplanentwurf 2019. Weil das frühere Hirschbachfreibad zum Kombibad ausgebaut wird, würden die Stellplätze neben der Baustelle unattraktiv, so die Begründung. Die Stadtverwaltung hatte daher als alternativen Standort die Limesthermen vorgesehen. Die Suche sei ergebnisoffen gewesen, betonte Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle. In Abwesenheit von Oberbürgermeister Thilo Rentschler saß er der Sitzung des Gemeinderats vor.

Meinung der Wohnmobilisten: Die Leiterin des Bauordnungsamts, Susanne Ritz, outete sich als Wohnmobilistin, die seit 25 Jahren regelmäßig als solche unterwegs sei. Sehr gerne steuere sie dabei Thermalbäder an, wie zum Beispiel die Altmühltherme in Treuchtlingen oder die Therme in Erding. Auch Stadträtin Sigrun Huber-Ronecker (Grüne) ist oft mit dem Wohnmobil unterwegs. Sie steuere gerne aber auch stadtnahe Plätze an.

Meinung der Fraktionen: Michael Fleischer von den Grünen und Claus Albrecht von den Freien Wählern nannten als Vorteil der Stellplätze am Hirschbach, dass sie stadtnah sind. Thomas Wagenblast (CDU) sprach dagegen von der Osterbucher Steige als einem reizvollen Ort. Von Verbannung aus der Stadt heraus könne daher keine Rede sein.

Zwei Standorte: Roland Hamm (Linke) schlug vor „das eine zu tun und das andere nicht zu lassen“, also die Stellplätze an den Limesthermen zu bauen und die Stellplätze am Hirschbach zu behalten. „Die Position der Linken hat Charme“, sagte Norbert Rehm. „Aber zwei Standorte können wir uns nicht leisten.“ Stattdessen schlug er vor, die Plätze am Hirschbach aufzuwerten. Während der Bauzeit am Kombibad komme es zu Problemen, das müsse man hinnehmen.

Der Kompromiss: Wagenblast schlug als Kompromiss vor, die Plätze am Thermalbad zu bauen, die Plätze am Hirschbach aber nicht sofort zurückzubauen. Dr. Thomas Battran ging drauf ein. „Wir können ja eine Saison lang schauen, ob die Menschen das annehmen“, sagte er. Albrecht schlug vor, in den Beschlussantrag mitaufzunehmen, den Rückbau noch nicht zu vollziehen. Emil Pöltl (AfD) sagte: „Ich habe früher schon gesagt, dass wir am besten beide Standorte behalten sollten. Im AUST bin ich dafür belächelt worden.“

Die Kosten: Die Sitzungsvorlage nennt 150 000 Euro als Kostenpunkt für die Verlegung der Stellplätze, 12 000 Euro davon für den Rückbau der Plätze am Hirschbach. Arian Kriesch (FDI) gab aber zu bedenken, dass der Kompromiss auf Dauer Kosten verursache, daher gelte es zu priorisieren. Rehm bekräftigte: „Wir können den Platz am Hirschbach so nicht behalten. Das ist schwierig. Steidle antwortete: „Das ist nicht schwierig, wenn man 12 000 Euro spart und dafür zwei Standorte bekommt.“ Hermann Schludi (SPD) sagte: „Unterhalt für ein paar Wohnmobilstellplätze: Das ist doch lächerlich!“

Antrag auf Vertagung: Fleischer bestand aber darauf, die Folgekosten für diese Entscheidung zu berechnen, dem Gemeinderat in einer neuen Sitzungsvorlage zur Verfügung zu stellen und die Entscheidung bis dahin zu vertagen. Steidle aber rief die Rätinnen und Räte dazu auf, die Entscheidung jetzt zu treffen. „Ich bitte Sie, Verantwortung zu tragen“, sagte er. Fleischers Antrag auf Vertagung wurde daraufhin mit 22 zu 20 Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt.

Die Abstimmung: Im abgeänderten Beschlussvorschlag hieß es letztendlich, dass die Wohnmobilstellplätze für 138 000 Euro zu den Limesthermen an die Osterbucher Steige verlegt werden, dass die Stellplätze am Hirschbach aber zunächst nicht zurückgebaut werden. 27 Rätinnen und Räte stimmten dem so zu, 15 stimmten mit Nein, einer enthielt sich.

Wir sollten das eine tun und das andere nicht lassen.“

Roland Hamm, Stadtrat (Linke)

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