Wohnungsnot: Stadt sucht nach leerstehendem Wohnraum und spricht Besitzer an

+
Blick auf die Aalener Innenstadt. Auf Besitzer, die ihre Häuser oder Wohnungen leerstehen lassen, möchte die Stadt gerne zugehen.
  • schließen

Städtische Innenentwicklungsmanagerin will gezielt auf Haus- und Wohnungsbesitzer zugehen. Wie die Stadt Aalen in den Dialog treten will.

Aalen.

Die Wohnungsnot in Aalen ist seit Jahren groß. Wohnraum ist knapp. Bei der Suche nach leerstehenden Wohnungen und Häusern sind der Stadt indes die Hände gebunden. „Wir führen keine Statistik über leer stehenden Wohnraum. Es gibt keine Rechtsgrundlage, die dazu verpflichtet, leerstehenden Wohnraum an die Kommune oder andere Behörden zu melden“, sagt Stadtsprecherin Karin Haisch.  Es bleibt eigentlich nur der Weg der Überzeugungsarbeit. Inzwischen hat die Stadt Aalen eine Personalstelle, eine so genannte Innenentwicklungsmanagerin geschaffen. Sie soll vor allem über Möglichkeiten informieren, wie Leerstände effektiv umgenutzt werden können und welche Fördermöglichkeiten es gibt.

Verlassene Häuser, leerstehende Stockwerke … so mancher Wohnungssuchende blickt verzweifelt in leere Immobilien. „Vor allem in Zeiten, in denen Wohnraum knapp ist und händeringend bezahlbarer Wohnraum gesucht wird, schlummert dort ein großes Potenzial“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Aalen. Die Gründe für einen Leerstand können vielfältig sein. Im Rathaus ist man überzeugt: „Oftmals bedarf es lediglich eines Anstoßes oder einer Anlaufstelle für Eigentümer, um vorhandene Potenziale zu aktivieren und ganz oder teilweise leerstehenden Gebäuden neues Leben einzuhauchen.“

Leerstand ist schlecht für ein Quartier

Oftmals wissen die Angehörigen oder Eigentümer nicht so recht was mit dem leerstehenden Gebäude passieren soll, wenn kein unmittelbarer Eigenbedarf vorhanden ist. In einigen Fällen leben die Eigentümer auch gar nicht vor Ort, um sich um die Gebäude zu kümmern. Die Immobilie wird dann oft lange Zeit nicht saniert und wirkt sich negativ auf das nachbarschaftliche Wohnumfeld aus. „Durch neue Nutzer können die Gebäude wieder mit Leben gefüllt werden. Nicht nur die Gebäude selbst werden dadurch in ihrer Wertigkeit erhalten, sondern es entsteht ein Mehrwert für die gesamte Umgebung“, betont Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle. Die neuen Bewohner engagieren sich in Nachbarschaftshilfen, kaufen beim Bäcker und Metzger um die Ecke ein und stärken somit vorhandene Versorgungseinrichtungen. „Ein gewisser Prozentsatz an Leerstand ist in jeder Stadt vorhanden und notwendig, um Wanderungsbewegungen in der Bürgerschaft zu ermöglichen“, erläutert Sabine Rieger, Leiterin des Stadtplanungsamtes. Dennoch muss das Thema Leerstand in den Fokus rücken, da hier viel Potenzial brachliegt.

 „Für die neuen Bewohner gibt es eine Bandbreite an Fördermöglichkeiten zur Beseitigung von Leerständen und die ökologische Aufwertung der Grundstücke“, erläutert Innenentwicklungsmanagerin Ann-Kathrin Schneele. Denn durch die städtischen Förderprogramme zur Stärkung der Innenentwicklung werden umfassende Modernisierungen von Wohngebäuden, Fassadenanstriche und Pflanzungen von Bäumen, Hecken und Sträuchern im Garten gefördert.

Mögliche erste Anlaufstellen

In den ländlich geprägten Ortsteilen können Förderanträge im Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum gestellt werden. Über Bundesfördermittelgeber (KfW, BAFA etc.) werden Einzelmaßnahmen gefördert. Zudem können die Stadt, aber auch ansässige Immobilienbüros, Architekten sowie Gutachter erste Anlaufstellen bei der Entwicklung oder dem Verkauf von leerstehenden Gebäuden sein.

Ergänzend sollen im Laufe des Frühjahrs Eigentümer direkt von der Stadtverwaltung angeschrieben werden, um in einen Dialog über weitere Entwicklungsmöglichkeiten zu treten. Durch Änderungen in der Gesetzgebung ist es seit kurzem leichter, Dachgeschosse oder Untergeschosse zu einer Wohnung auszubauen.

Die richtigen Ansprechpartner

  • Umfassende Modernisierungen, Abbruch von landwirtschaftlich genutzten Gebäuden, Fassadenanstriche:
  • Ann-Kathrin Schneele, Mail: innen@aalen.de, Telefon: (07361) 52-1557
  •  
  • Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum und Baumpflanzungen:
  • Alena Röhrich, Mail: gruenflaechenamt@aalen.de, Telefon (07361) 52-1374
  • Bauberatung:
  • Bürgerbüro Bau, Mail: bauordnungsamt@aalen.de, Telefon (07361) 52-1430
  • Energie:
  • Energiekompetenzzentrum Ostalb, Telefon (07173) 185516

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

Kommentare