Wort zum Sonntag

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Bernhard Richter, evangelischer Pfarrer in Aalen

Glück im Unglück?

Aalen. „Eigentlich freue ich mich und bin glücklich,“ sagt ein Mann. „Aber wenn ich das Leid auf der Welt anschaue und jetzt auch noch das Unglück der Menschen bei der Unwetterkatastrophe, schäme ich mich, weil ich glücklich bin.“ Eine Frau schreibt: „Wenn ich mein Leben befrage, so fällt mir etwas auf: Glückliche Momente kamen oft überraschend, aus heiterem Himmel.
Sie haben etwas von einem unerwarteten Geschenk. Ein Anruf auf der Arbeit und ein riesengroßes Problem scheint gelöst. Ein trübseliger Tag, plötzlich findet jemand das rechte Wort und alles sieht anders aus. Morgens aufwachen mit guter Laune bei schönstem Vogelgezwitscher. Die Frage eines Kindes, die mich aus meinen Gedanken reist und zum Lachen bringt. Glückliche Momente erwischen mich oft ungeplant, sie überfallen mich wie aus heiterem Himmel. Auf einmal ist da eine Leichtigkeit im Raum, die vorher nicht da war. Eine Leichtigkeit, die ich nicht mühsam erkämpfen muss, weil sie mir in die offenen Hände fällt. Ganz so, wie es in einem in der Bibel beschrieben wird: „Seht nur die Vögel unter dem Himmel, sie säen nicht, sie ernten nicht und unser Vater im Himmel ernährt sie doch.“ – Matthäus 6.26)“
Darf man Glück empfinden bei so viel Unglück auf der Welt? Wie gut, wenn Menschen glücklich oder zufrieden sind! So elementar genährte Menschen bekommen Kraft, vor dem Unglück und Leid der Welt nicht die Augen zuzumachen. Leid und Elend werden auch künftig zum Leben und dieser Welt dazu gehören. Da braucht es ein weites Herz und eine gehörige Portion Empathie, Hoffnung und Gutes weiterzugeben. Also, dankbar sein fürs Glück, aber die im Unglück nicht alleine lassen, sondern helfen, wo immer es geht. Ganz nach dem Herzen Gottes und getreu des biblischen Wortes: Wer auf das Wort des Herrn achtet, findet Glück; wohl dem, der auf ihn vertraut (Sprüche 16.20).

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