Wortgewaltig gegen die Willkür der Fürsten

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Mit Abstand und draußen: SchwäPo-Redaktionsleiter Jürgen Steck übergibt ein Exemplar des 2021er-Aalen-Taler fürs Stadtarchiv an dessen Leiter, Stadtarchivar Dr. Georg Wendt.
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Im Jahr 2021 gibt's den Aalen-Taler mit Schubart als Motiv. Stadtarchivar Dr. Georg Wendt über die Bedeutung des berühmten Aalener Sohnes.

Aalen

Er war Literat, Journalist und Komponist – und er musste in Gefängnis, weil er recht offen zu politischen Entwicklungen Stellung nahm. Christian Friedrich Daniel Schubart (1739 bis 1791) verlebte seine Jugendjahre in Aalen, der freien Reichsstadt und wohnte in der heutigen Rossstraße. Schubart gilt als berühmtester Sohn der Stadt. Ihm ist die 2021er-Ausgabe der SchwäPo-Reihe „Aalen Taler“ gewidmet: Vor 230 starb der Dichter, vor 130 Jahren wurde ihm zu Ehren ein Denkmal errichtet. Ein Exemplar dieses Talers hat die SchwäPo fürs Aalener Stadtarchiv reserviert – und mit Stadtarchivar Dr. Georg Wendt darüber gesprochen, welche Bedeutung Schubart heute noch hat.

Wie bedeutend ist Schubart für die Stadt Aalen?

Dr. Georg Wendt: Die Aalener brauchten zwar fast ein Jahrhundert, um zu erkennen, was für ein Genie Schubart war. Dafür ehrten sie ihn danach umso mehr: Eine Straße, eine Schule, eine Jugendherberge, ein Preis und mehrere Denkmäler tragen seinen Namen. Nicht nur so mancher Oberbürgermeister, auch viele Bürger hielten und halten Schubart in Ehren. Sei es für sein sprachliches Können als Vorbild der Stürmer und Dränger, sei es für seinen politischen Einsatz gegen die Fürstenwillkür seiner Zeit.

Was kann uns Schubart heute noch sagen?

Schubarts Opfer im Kampf gegen Fürstenwillkür zeigt uns noch heute, was echte staatliche Tyrannei bedeutet.

2019 wurde die Schubart-Gesellschaft gegründet. Welche Pläne werden dort derzeit geschmiedet?

Im April 2022 organisiert die Gesellschaft gemeinsam mit der Universität Stuttgart und dem Württembergischen Geschichts- und Altertumsverein eine Tagung über Schubart und Wilhelm Weckherlin als Journalisten. Für den Abendvortrag planen wir mit einem Starjournalisten. In Vorbereitung des Schubartliteraturpreises am 24. Juli arbeite ich außerdem gerade die Ursprünge des Preises seit 1955 auf.

Was sollte man gelesen haben von Schubart?

Äußerst amüsant sind die Geislinger Schuldiktate, in denen Schubart frustriert über seine Erfahrungen als Lehrer schreibt. Da kann sich bestimmt auch heute so mancher Lehrer des Schubart-Gymnasiums einfühlen. Anhören kann man sich die übrigens in unserem Podcast „Schubart zum Hören“: www.schubart-gesellschaft.de/hoeren .

Können Sie uns ein „wortgewaltiges“ Zitat nennen und einordnen?

Schubart mochte seine Aalener gerade dafür, dass sie nun mal so waren, wie mancher Aalener noch heute ist. Er beschrieb das liebevoll-spöttisch folgendermaßen: „In der Reichsstadt Aalen, wo zwischen Bergen, Eichenwäldern und dem fischewimmelnden Kocher 3000 gesunde, knochenfeste, rauschallende, altdeutsche Menschen wohnen, hatte die ganze Bürgerschaft die Namen Kasper, Balthes oder Mecher. Die meisten Mädels hießen Urschel, Bärbel oder Ketter. Die Aalener sind geschäftig, wild und stark wie ihre Eichen, trotzige Verteidiger ihres Kittels, ihrer Misthaufen und ihrer donnernden Mundart.“

Zum Jubiläum gibt's den Schubart-Taler

Der Aalen-Taler ist ein echtes Unikat, Sammler- und Schmuckstück zugleich. Seine Prägung zeigt das Schubart-Denkmal in Aalen. Schubart war ein bekannter Deutscher, Dichter, Komponist und Journalist. Er wuchs in Aalen auf. Das Denkmal am Bahnhof in Aalen wurde 1891 zum 100. Todestag von Schubart geschaffen und feiert in diesem Jahr sein 130-jähriges Jubiläum.

So kann der Taler bestellt werden: telefonisch unter (07361) 594 292 oder unter www.schwaebische-post.de/goldsilber. Die Goldtaler sind nur per Vorbestellung und Vorauskasse erhältlich. Die Lieferdauer für einen Goldtaler beträgt circa vier bis sechs Wochen. Weitere Infos unter (073 61) 59 4 2 92.

Der Silber-Taler kosten für Nicht-Abonnenten 79,95, für SchwäPo-Abonnenten 69,95 Euro.

Der Gold-Taler kosten für Nicht-Abonnenten 1049,95 Euro, für SchwäPo-Abonnenten 899,95 Euro. Dazu kommen Versandkosten (jeweils 5,95 Euro).

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