Wünsche an OB-Kandidaten

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Die OB-Kandidaten Frederick Brütting und Marcus Waidmann im Gespräch mit Carola Moser, Sabrina Rekic, El Mostafa El Farissi, Edona Ljutfiji und Ivana Talevska.
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Nicht alle Aalenerinnen und Aalener dürfen am Sonntag wählen. Vier nicht EU-Bürgerinnen und -Bürger wandten sich direkt an die OB-Kandidaten.

Aalen

Sie wohnen in Aalen, dürfen aber am Sonntag nicht wählen. Denn sie sind keine Bürgerinnen und Bürger der EU. Das betrifft rund 4900 Aalenerinnen und Aalener. Vier von ihnen haben am Donnerstag bei einer Veranstaltung der Volkshochschule (Vhs) zwei OB-Kandidaten getroffen und Wünsche geäußert. Frederick Brütting (SPD) und Marcus Waidmann (AfD) drückten ihre Anerkennung dafür aus, dass sie sich einbringen. Die Veranstaltung war Teil des Projekts „Bring dich ein – your voice matters“.

Schnelles Internet: Ivana Talevska wünscht sich flächendeckend schnelles Internet. „Ich komme aus Mazedonien und dort ist die Internetverbindung besser.“ Sie wohnt in Unterkochen und denkt vor allem an die Menschen, die von zu Hause arbeiten. Waidmann stimmte zu. „Momentan passiert ein bisschen was, aber noch nicht genug“, sagte er. Brütting führt das Problem auf die vielen unterschiedlichen Systeme in Deutschland zurück, Kupfer da, Glasfaser dort. „Wir brauchen Glasfaser bis nach Unterkochen“, sagte er. Außerdem sprach er sich dafür aus, das öffentliche W-Lan in der Stadt zu reaktivieren.

Gerechter Mietmarkt: El Mostafa El Farissi aus Marokko erzählte, dass es für jemanden, der wie er in Zeitarbeit arbeitet, schwierig sei, eine Mietwohnung in Aalen zu finden. Denn Eigentümer würden lieber an jemanden mit Festanstellung vermieten. „Wir brauchen mehr sozialen Wohnungsbau“, sagte Waidmann. „Die ganzen Quartiere, die wir gerade hochziehen, arbeiten am Problem vorbei.“ Die meisten Wohnungen dort würden für teueres Geld verkauft. „Die pennen schon lange auf dem Rathaus“, sagt Waidmann. Brütting würde nicht sagen, dass man das Problem in Aalen verschlafen habe. „Man hat andere Prioritäten gesetzt.“ 25, 30 oder 40 Prozent der Neubauwohnungen entstehen ihm zufolge bei der städtischen Wohnungsbau für den sozialen Wohnungsbau. Er wies darauf hin, dass die Quote in Heubach, wo er Bürgermeister ist, bei 100 Prozent liege.

Kinderbetreuung für alle: Sabrina Rekic aus Bosnien sprach das Thema Kinderbetreuung an. Sie wünscht sich, dass alle einen Platz bekommen und dass die Kosten dafür günstiger werden. Waidmann sagte, in den zwei Jahren, in denen er Stadtrat sei, seien in Aalen fünf oder sechs Kindertagesstätten entstanden oder erweitert worden. „Trotzdem gibt es noch zu wenige Plätze.“ Brütting schlägt schnellere und kleiner Lösungen vor. Zum Beispiel einen Kindergarten in ein bestehendes Gebäude zu integrieren, einen Naturkindergarten zu eröffnen oder betreute Spielgruppen anzubieten. Außerdem sprach er sich dafür aus, Elternbeiträge nach dem Einkommen zu berechnen. Wer mehr verdient, soll mehr bezahlen. Waidmann ist dagegen, weil er niemanden verpflichten möchte, seine Einkommensverhältnisse offen zu legen.

Begrünung: „Wie kann unsere Stadt grüner werden?, fragte Edona Ljutfiji aus dem Kosovo.Waidmann gab ihr recht, dass die Stadt grüner werden müsse, Bepflanzung mache nur dann Sinn, wenn sie ohne zusätzliche Bewässerung auskomme. Brütting schlägt vor, nicht nur Flächen, sondern auch Fassaden und Dächer zu begrünen.

Projektkoordinatorin Carola Moser stellte weitere Wünsche vor, die gesammelt wurden. Brütting und Waidmann nahmen die gesammelte Liste mit. Den drei anderen Kandidatinnen und Kandidaten geht sie per E-Mail zu.

Wie kann unsere Stadt grüner werden?“

Edona Ljutfiji, Deutsch-Schülerin aus dem Kosovo

Stefan Schmidt trägt keine Maske und geht wieder

OB-Kandidat Stefan Schmidt erschien zum Termin in der Vhs ohne Maske. Er habe ein Attest, sagte er, als ihn die Leiterin, Dr. Nicole Deufel, auf die Maskenpflicht ansprach. „Sie bringen mich in eine ganz schwierige Situation“, sagte Deufel. Aber sie wolle ihn nicht ausschließen. Wenn niemand etwas dagegen habe, dass er keine Maske trägt und er sein Attest vorlege, könne er bleiben. Niemand im Raum protestierte. Schmidt zog es aber trotzdem vor, zu gehen. „Ich möchte Sie nicht in eine ungute Situation bringen“, sagte er. ks

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