Zeichen setzen für den Frieden

+
Antikriegstag
  • schließen

Pfarrer Bernhard Richter und die DGB-Regionsgeschäftsführerin Bärbel Mauch halten Reden, Dr. Rolf Siedler und Markus Braun musizieren bei der Veranstaltung am Marktbrunnen.

Aalen

Im Jahre 1957 hat der DGB den Antikriegstag quasi erfunden und seither wird alljährlich am 1. September gemahnt. So auch in Aalen, wo sich am Donnerstag, um 17 Uhr, rund 80 Menschen mit einigen Fahnen und Transparenten um den Marktbrunnen versammeln.

Musikalisch begrüßt werden sie von Dr. Rolf Siedler an der Gitarre und Bassist Markus Braun. „Hast du, toter Soldat mal ein Mädchen geliebt? Sicher nicht, denn nur dort, wo es Frieden gibt, können Zärtlichkeit und Vertrauen gedeihn“, singt Siedler. „Es ist an der Zeit“ von Reinhard Mey ist eines der Lieder, die sich die beiden ausgesucht haben.

Pfarrer Richter ärgert sich über Montagsspaziergänger

Pfarrer Bernhard Richter listet am Mikrofon dann die Millionen Toten auf, die das Nazi-Regime und der 2. Weltkrieg gefordert haben. Gedenken sei wichtig, besonders in einer Zeit, in der Putin einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führe, sagt Richter.

Zu Montagsspaziergängern, die das bezweifeln, meint er: „Da versammeln sich Leute, die sind gegen alles, und die verdrehen auch manchmal alles. Wir müssen aufpassen, dass am Ende nicht Putin, sondern Olaf Scholz oder Robert Habeck für den Krieg verantwortlich gemacht werden. Solchem Unsinn dürfen Demokraten nicht tatenlos und unwidersprochen zusehen!“ Frieden und Freiheit seien verletzliche Güter, die verteidigt werden müssen, „aber bitte nicht an der Wahrheit vorbei“.

Der Ukraine-Krieg sei ein Verbrechen, dem ein Ende gemacht werden müsse, und dann zitiert Richter Dietrich Bonhoeffer: 'Wenn ein Wahnsinniger in Berlin über den Kurfürstendamm rast, dann dürfen wir nicht nur die Verletzten versorgen und die Verwundeten trösten, sondern wir müssen dem Rad in die Speichen fallen, also den Wahnsinnigen stoppen.“ Für Abrüstung, für Frieden schaffen ohne Waffen sei er, sagt Richter, meint aber, dass Putin am grünen Tisch nicht zur Vernunft zu bringen sei.

DGB-Frau Bärbel Mauch wirbt für Diplomatie statt Waffen

Diese Hoffnung noch nicht aufgegeben hat die Ulmer DGB-Regionsgeschäftsführerin Bärbel Mauch. Ja, Putin wolle die Ukraine vernichten, drohe dem Land, der ganzen Welt mit dem Einsatz nuklearer Waffen. Dennoch dürfe es nicht nur um den Einsatz militärischer Mittel zur Friedenssicherung gehen. Wer nach diplomatischen Verhandlungen zur Beendigung des Krieges verlange, werde belächelt und als naiv dargestellt. Ein Unding, denn: „Wir Gewerkschaften warnen genau vor diesem Trugschluss - Frieden lässt sich nämlich nicht mit Waffen schaffen.“

Daher sei der DGB gegen einen neuen, weltweiten Rüstungswettlauf. „Diplomatie, Entwicklungszusammenarbeit, eine faire Handelspolitik und Konfliktprävention“ nannte sie als Alternativen. Statt das Zwei-Prozent-Ziel der NATO zu erfüllen, solle die Bundesregierung lieber an der weltweit kontrollierten Abrüstung festhalten. „Wir fordern Berlin auf, endlich die Waffenexporte zu beschränken und das Rüstungsexportkontrollgesetz in Kraft zu setzen. Damit wäre klar, wer definitiv keine Waffen erhalten darf“, sagte Mauch.

Die Sanktionen gegen Russland träfen Deutschland hart. Die Bundesregierung sei daher in der Pflicht, die Energiepreise abzufedern. Insbesondere Menschen mit geringen Einkommen brauchten die Sicherheit, dass sie nicht im Winter im Kalten sitzen. Auch Unternehmen müsse geholfen werden, „aber nicht mit der Gießkanne und schon gar nicht denen, die daraus Gewinne schöpfen“, sagt Mauch.

Solidarität sei die Lösung für alle Probleme. „Wir müssen diese Herausforderungen gemeinsam bewältigen, wenn wir künftigen Generationen ein Leben in Frieden und Sicherheit ermöglichen wollen“, endet Mauch.

Danach spricht Margarete Rödter einen lyrischen Text, der ihre Gedanken zu Krieg darlegt.

Pfarrer Richter bittet am Ende alle zum Friedensgebet in die Stadtkirche. Zuvor noch würdigt er den ehemaligen Zweiten IG-Metall-Bevollmächtigten Josef Mischko im Publikum, der den Antikriegstag in Aalen viele Jahre lang maßgeblich geprägt habe, für dessen „großes und großartiges Engagement“.

Von links: Markus Braun und Dr. Rolf Siedler
Antikriegstag DGB-Regionalleiterin Bärbel Mauch
Antikriegstag
Antikriegstag
Antikriegstag
Antikriegstag
Bernhard Richter, Dr. Rolf Siedler und Markus Braun (von links) begrüßen die Friedensaktivisten zur Veranstaltung. Foto: hag

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Kommentare