Zitroneneis aus der Chemieküche

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Dr. Jana Weßing erklärt jungen und älteren Forschenden, was Flüssigstickstoff alles kann. In der Ferien hat das Mitmachmuseum von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
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Immer mittwochs wird auf dem Areal vor Aalens Mitmachmuseum experimentiert. Im Rampenlicht steht dabei flüssiger Stickstoff.

Aalen

Seifenblase nach Seifenblase spuckt die Maschine vor dem Explorhino aus. Doch um die Kräfte, die dafür sorgen, dass die durchsichtigen Kugeln in der Luft nicht gleich zerplatzen, geht es an dieser Stelle nicht. Im Rampenlicht steht Stickstoff. Flüssiger Stickstoff. Dr. Jana Weßing, stellvertretende Leiterin des Explorhino-Sience-Centers, zeigt immer mittwochs vor dem Mitmachmuseum, was der 196 Grad kalte Stoff kann.

Bananen werden vereist, Luftballons geschrumpft und Eis hergestellt. Ja, richtig gelesen: Am Ende kredenzt Jana Weßing den Zuschauerinnen und Zuschauern leckeres Zitroneneis, direkt aus der Chemieküche.

Bevor die Forscher das Eis kosten können, wird experimentiert. Jana Weßing nimmt einen Luftballon und pustet diesen auf. Währenddessen stülpt sich Assistent Jonas Ehmann Handschuhe über und kippt Flüssigstickstoff in eine Schale, es dampft. "Wie bekomme ich den Luftballon in die Schale", fragt die stellvertretende Leiterin in die Runde. "Das geht doch gar nicht", ruft eines der Kinder. Und ob es geht. Behutsam drückt sie den Ballon in die Schale. Nichts passiert. Zumindest noch nicht. "Die Luft im Ballon wird nun kalt und zieht sich langsam zusammen", erklärt die Wissenschaftlerin. "Die Luftmoleküle bewegen sich weniger, wenn es kalt wird und brauchen weniger Platz." Und siehe da: Stück für Stück schrumpft der Luftballon. In der Schale bleibt eine faltige, harte Kugel zurück.

Ob man den Ballon wieder in seine ursprüngliche Form versetzen kann? Jana Weßing hebt den Ball mit einer Pinzette aus der Schale. Dieser bläst sich zwar auf, doch so richtig rund wird er nicht. Das Experiment hat der Ballon mit einer Frostbeule überstanden. Zumindest scheint es so. Denn nach wenigen Sekunden – bumm – platzt er. "Die Luft dehnt sich schneller aus als das Gummi", erklärt die Wissenschaftlerin.

Physik und Chemie werden mit Argwohn betrachtet.

Dr. Jana Weßing Explorhino-Science-Center

Die Becher stehen bereit, der Mixer ist angeschlossen: Es wird Zeit für Experiment Nummer zwei. "Eigentlich wollten wir einen Eiswagen kommen lassen. Aber wir können Eis viel spektakulärer herstellen", erklärt Weßing, die die Idee zur Aktion hatte. Los geht's denkbar simpel: Weßing kippt Joghurt, Sahne, Zucker und Zitrone in eine Schüssel. Soweit, so normal.

Nun kommt Assistent Jonas Ehmann ins Spiel. Er kippt Flüssigstickstoff dazu, sorgt für Rauch. Die Wissenschaftlerin rührt die Masse mit dem Mixer, der Rauch wabert aus der Schüssel. Die Prozedur erinnert an die Herstellung eines Zaubertranks. Der Unterschied: Das Produkt macht nicht unbedingt stärker, erfrischt dafür aber die Besucher. Die Zutaten verbinden sich und ein cremiges Eis entsteht. "Die Wassermoleküle in der Masse sind durch den Stickstoff gefroren", erklärt Weßing den Kindern, die mit Bechern vor dem Experimentiertisch stehen. Im Eis sei der Stickstoff übrigens nicht mehr. "Der wurde gasförmig und ist verdampft." Während Kinder und Eltern Eis löffeln, verrät die stellvertretende Leiterin, warum es das Angebot gibt. "Physik und Chemie werden immer mit Argwohn betrachtet. Mit den Experimenten will ich zeigen, dass man mit den Naturwissenschaften viel Spaß haben kann."

Wer neugierig geworden ist, kann immer mittwochs, 14 Uhr, in den Ferien das Explorhino besuchen. Dann wird auch gezeigt, wie eine Banane vereist wird.

Vor dem Explorhino wird in den Sommerferien experimentiert – bei Regen solls's unter einen Pavillon gehen, wie Jana Weßing sagt.
Mit einer Frostbeule hat der Luftballon das Experiment vorerst überstanden.

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