Zoff ums Mittagessen: Das ändert sich an zwei Aalener Schulen

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Schüler in der Mensa.
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Die Grünen im Gemeinderat kritisieren, dass Eltern sich fürs ganze Jahr aufs vegetarische oder nicht vegetarische Menü festlegen müssen.

Aalen

Nach der Schulkindverpflegung fragte Ralf Meiser (Grüne) am Ende der vergangenen Gemeinderatssitzung. Teils scharf kritisierte er dabei den Schulbürgermeister Karl-Heinz Ehrmann. Meiser erinnerte an seine Anfrage vom 26. Januar zum Thema. Damals hatte er vorgebracht, dass seinen Informationen zufolge das System zur Essensbestellung an Aalener Schulen geändert werden sollen und darunter die Flexibilität und Qualität der Schulkindverpflegung leide.

Er hatte gefragt, welche Schulen das betrifft, warum das System geändert wird und mit wem das abgestimmt wurde. Bis zur vergangenen Sitzung habe Meiser noch keine Antwort erhalten. „Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Sie Dinge, die Ihnen nicht so ins Konzept passen, auf die lange Bank schieben“, sagte Meiser zu Ehrmann.

Der Bürgermeister antwortete, dass er den Entwurf eines Antwortschreibens an Meiser bereits gesehen habe und dass es ihm am Tag nach der Sitzung zugehen werde. „Auch ich habe mir die Bombenentschärfung nicht gewünscht“, sagte Ehrmann. Zum Hintergrund: Im neuen Baugebiet am Tannenwäldle wird eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet, die am Samstag, 5. März, entschärft werden soll. Die Evakuierung der Anwohner organisiert das Dezernat von Bürgermeister Ehrmann. Zur Sache antwortete der Bürgermeister, dass es sich um die Bestellsysteme an der Greutschule in Aalen und der Kappelbergschule in Hofen gehe. Dort habe man als Pilotprojekt ein neues Bestellsystem eingesetzt. „Das hat sich aber nicht bewährt“, sagte der Bürgermeister. Daher setze man nun an der Kappelbergschule und an der Greutschule das System ein, das auch andere Schulen benutzen. Am Essensangebot ändere sich nichts. „Es geht lediglich ums Bestellsystem“, betonte Ehrmann. Meiser antwortete: „Wenn sich ein System nicht bewährt hat, dann ist es der falsche Schritt, auf ein schlechteres System zurückzugreifen.“

Im Gespräch mit der SchwäPo erläuterte der Grünen-Stadtrat später die Bestellsysteme genauer. Früher hätten Eltern kurzfristig online zwischen zwei verschiedenen Gerichten auswählen können und sich für einen Tag für die vegetarische Option entscheiden und für den folgenden Tag ein Gericht mit Fleisch oder Fisch bestellen können. Nun gehe nichts mehr online und nichts mehr kurzfristig.

Bis zum 4. Februar haben die Eltern Meiser zufolge einen Zettel ausfüllen und sich fürs ganze Jahr festlegen müssen, ob ihr Kind das vegetarische Menü oder das klassische Menü mit zweimal die Woche Fleisch, einmal Fisch und zweimal fleischlos bekommt. Meiser, der betont in der Sache für die gesamte Grünen-Fraktion zu sprechen, hätte sich gewünscht, dass der Gemeinderat früher informiert worden sei. „So dass wir hätten reagieren können“, sagte er.

Er freut sich aber, dass der Brief, den Ehrmann versprochen habe, inzwischen eingegangen sei, so wie zugesagt am Tag nach der Sitzung. Der Bürgermeister sage darin zu, losgelöst von den aktuell beschlossenen Entwicklungen an der Greut- und Kappelbergschule das Thema Mittagessen an Grundschulen und weiterführenden Schulen im Herbst mit dem Gemeinderat zu diskutieren und zukunftsfähig aufzustellen. Das begrüßt Meiser ausdrücklich.

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