Zug-Lärm stört den Schlaf der Anwohner

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Anwohner des Platanenwegs in Aalen beschweren sich über laute Arbeitsgeräusche, die vom Bahnhof ausgehen.

Aalen

Ihre Nachtruhe werde nachts durch lautes Hupen gestört – und das bereits seit Ende Dezember. Anwohner des Platanenwegs halten das nicht mehr aus. "Ab zwei Uhr morgens hören wir alle in der Nachbarschaft ein so lautes Getröte, da helfen nicht einmal mehr die Ohrstöpsel", beschwert sich eine Anwohnerin. Sie vermuten, das laute Hupgeräusch kommt von den Go-Ahead-Zügen am Bahnhof. "Es hört sich in der Nacht immer so an, als würden sie vor jedem Losfahren erst einmal die Hupen testen", sagt sie weiter. Und das in jeder Nacht. "Es gibt viele, die morgens aufstehen und zur Arbeit fahren müssen", sagt sie. Doch dieses Geräusch "klaut uns die Nacht". Zwar sei das Geräusch in den letzten Wochen leiser geworden, "dennoch ist es noch gut hörbar". Wenn es erst 6 Uhr morgens losgehen würde, wäre das kein Problem.

Die Anwohner lagen mit ihrer Vermutung richtig, dies bestätigt Daniela Birnbaum, Pressesprecherin von Go-Ahead in Baden-Württemberg: Die nächtlichen Geräusche kommen vom Bahnhof. Doch die Geräusche würden nicht ohne Grund verursacht. "Die elektronischen Systeme sowie die Elektromotoren aller hochmodernen Schienenfahrzeuge verursachen stets Geräuschemissionen im Bahnhofsumfeld", erklärt Birnbaum. Dabei sei nachts die Geräuschwahrnehmung aus nachvollziehbaren Gründen jedoch oftmals stärker als tagsüber. "Doch die Fahrzeuge erfüllen alle gesetzlichen Lärmschutzbestimmungen", sagt die Pressesprecherin. Insbesondere an Wochenenden würden zudem "sehr viele Baustellen durch das DB Netz durchgeführt", erklärt sie weiter.

Die Anwohner gaben an, dass sich die Geräusche anhörten, als würden die Züge die Hupen testen. Auch dies bestätigt Birnbaum, jedoch: Die Kontrolle der Bremsanlagen, die ordnungsgemäße Funktion der Türsysteme sowie die Funktionsfähigkeit der Signalanlagen an den Elektrozügen "sind in den vom Eisenbahnbundesamt herausgegebenen und für jedes in Deutschland operierende Eisenbahnverkehrsunternehmen bindenden Verordnungen hinterlegt", erklärt Birnbaum. Ein Verzicht auf die genannten Tests könne drastische Strafen bis hin zum Entzug der Betriebserlaubnis für die Züge reichen.

Go-Ahead: Arbeitsgeräusche sind unabdingbar

Aber auch die Lüfter und Klimaanlagen sorgten für Störgeräusche. Allerdings seien diese Arbeitsgeräusche an den beiden Anlagen "unabdingbar", sagt Birnbaum. Da die Züge der Go-Ahead mit Elektromotoren betrieben werden, sei es für diese notwendig, dass sie ausreichend gekühlt werden und "nicht überhitzen". Der Geräuschpegel könne sich aber auch je nach Jahreszeit unterscheiden. Es sei daher möglich, "dass es in den Sommermonaten zu höheren Geräuschemissionen kommt als in den Wintermonaten". Derzeit sei aus den genannten Gründen eine Geräuschreduzierung "nicht möglich".

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