Zukunftsvisionen für Aalen

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Kirsten Seydelmann, Margarete Rödter, Anita Miller, Pia Geiger erläutern ihre Projekte.

Gesprächsabend zum Thema gemeinschaftlich Leben

Aalen. Für das Sommerprojekt „Planet der Herzen“ des Theaters der Stadt Aalen stellten sich Akteure von verschiedenen gemeinschaftsgetragenen Projekten der Region vor. Eingeleitet wurde das Thema mit einer Zukunftsvision für Aalen: Der Wandel in eine lebenswerte Zukunft gelingt und 2030 gibt es in jedem Stadtviertel wenigstens ein Gemeinschaftshaus. Gemeinwohlorientiertes und klimagerechtes Leben ist bei den Aalenerinnen und Aalenern angekommen.

Margarete Rödter von UtopiAA hob hervor, wie der Lockdown die unterstützende Kraft von Gemeinschaft bewusstgemacht habe. „Ohne tragende und stützende Gemeinschaft schaffen wir unser Leben nicht - und auch nicht unser Überleben“, sagte sie. Angesichts der Klimakatastrophe „müssen wir reduzieren und Ressourcen sparen“. Dies bedeute „konkret, wir müssen lernen zu teilen, uns zu vernetzen, zu verbinden und unsere Gemeinschaftsfähigkeit voranbringen“, so Rödter.

Bei der Vorstellung von existierenden Gemeinschaften gaben Heiko und Nicole Baumeister von der Neuen Siedlergemeinschaft Pelzwasen-Zebert einen spannenden Einblick in den über 700 Mitglieder starken Siedlerverein. In dem vor circa zwei Jahren angemieteten Quartiershaus haben Kinder, Jugendliche, Familien, Frauen, Männer, Jung und Alt Platz, man tauscht sich aus, teilt, inspiriert sich, vernetzt sich, hilft und unterstützt sich, feiert zusammen. Hilfreiche Unterstützung bei der Projektentwicklung wurde von der Stabsstelle für Quartierentwicklung der Stadt geleistet.

Peter Kuch stellte den vor zwei Jahren gegründeten Share Verein, den Westhausener Geräteverleih vor. Inspiriert hat die Initiatorinnen und Initiatoren dafür das Konzept von Professor Dr. Braungart „cradle to cradle“: Der Verbraucher mietet die Gebrauchsgegenstände vom Hersteller, der seinerseits für beste Qualität sorgt. Der Share Verein besitzt und verleiht nur hochwertige Geräte, bei Maschinen ausschließlich elektrobetriebene. Im Augenblick warten die Mitglieder auf die Ankunft von subventionierten Lastenrädern, die im ländlichen Raum zur Mobilitätswende beitragen sollen.

Im Zentrum von Aalen, an der Stadtkirche 18, hat UtopiAA seit fast zwei Jahren seinen Treffpunkt. Fünf „Utopist*innen“ stellten das Projekt vor, das sich als Sammelpunkt von Aalenerinnen und Aalenern versteht, die sich für die Verwirklichung der 17 Nachhaltigkeitsziele und dadurch für eine globale gerechte und friedliche Welt einsetzen. UtopiAA sieht sich auch als Lernfeld für Eigeninitiative und selbstverantwortliches Handeln, die Gemeinschaft organisiert sich als „Bienenstock“, mit unterschiedlichen „Waben“. In diesem Sinne ist es ein Experiment für neue Formen gesellschaftlichen Wirkens.

Abschließend wurden Projekte auf die Tafel geschrieben, die gemeinschaftsgetragen und zukunftsorientiert vor Ort wirken, von Food Sharing bis Kochergarten, Repaircafé, Tauschring und mehr - eine Ermutigung für die weitere Entfaltung von „gemeinschaftsgetragen in die Zukunft“.

Links: Die genannten Initiativen im Netz: www.siedler-pelzwasen.de, https://westhausener-geraetering-weshare.de, www.utopiaa.de

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