Zurück in den Schulbus-Alltag

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Maske tragen, Abstand halten, soweit das möglich ist. Die Einhaltung der AHA-Regeln ist aber nur möglich, wenn die Busse nicht übervoll sind. Archivfoto: Oliver Giers
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Die Rückkehr in den Präsenzunterricht bedeutet, dass wieder mehr Schülerinnen und Schüler den Bus nutzen. Wie die Beteiligten dem entgegensehen.

Aalen

Schubsen, drängeln, rumalbern. Nah dran am anderen sein. Was in normalen Zeiten in Schulbussen harmloser Alltag ist, ist in der Pandemie gefährlich. Abstand halten bleibt weiter wichtig. Nach Ferien, Lockdown, Homeschooling und Wechselunterricht geht es kommenden Montag für alle Aalener Schülerinnen und Schüler mit dem Präsenzunterricht wieder los. Und viele von ihnen sind auf den Schulbus angewiesen. Eltern und Schüler sehen dem mit unterschiedlichen Gefühlen entgegen. Die OVA als Busunternehmen und das Landratsamt Ostalbkreis sehen sich gerüstet in Sachen Schülerbeförderung.

Der Busunternehmer:

„Wir fahren in Aalen schon seit Montag zwei zusätzliche Einsätze“, sagt Peter Rau von der OVA. Wenn aber alle zur gleichen Zeit kommen würden, dann müssten manche Schülerinnen und Schüler auch im Bus stehen. Sonst brauche man mehr Busse. Für eine Stunde am Morgen. Diese Kapazitäten habe man nicht. Eine Entzerrung des Schulanfangs habe sich bisher als sinnvoll erwiesen, so Rau. Zudem gehe es in Richtung Ferien. Viele, die ihre Prüfungen hinter sich gebracht hätten, würden die Schule ohnehin nicht mehr regelmäßig besuchen. „Wir gehen davon aus, dass die Busse nicht überfüllt sind“, sagt Rau. Man müsse sehen, wie sich alles entwickle und gegebenenfalls reagieren.

Die Eltern:

„Das Risiko sollte minimiert sein“, sagt Wolfgang Schmidt, Aalens Gesamtelternbeiratsvorsitzender. Nach wie vor gelte in den Bussen die Pflicht, eine FFP2-Maske zu tragen. Hinzu komme, dass in der Schule nun zweimal in der Woche getestet werde. „Das ist jetzt eine andere Situation wie vor Weihnachten“, so Schmidt. Aber auch wenn die Inzidenz momentan niedrig sei, bleibe das Ansteckungsrisiko Thema: „Der Virus bleibt ja nicht draußen, nur weil er keine Fahrkarte gekauft hat“, sagt Schmidt. Nach wie vor seien die Eltern auch vom Landratsamt aufgefordert, Engpässe zu melden. „Die Eltern sollen dann auf den Schulleiter zugehen, Haltestelle, Uhrzeit und Busnummer mitteilen, wenn dieser zu voll war.“

Das Landratsamt:

Doch wie sorgt man dafür, dass sich im Bus alle an die Regeln halte? „Grundsätzlich sind Ordnungsamt und Fahrpersonal zuständig“, sagt Katharina Oswald, persönliche Referentin des Landrates. Angesichts von weit über 200 Schulbussen am Tag und bis zu 20 000 Schülerinnen und Schülern, die diese nutzen, greife de facto die soziale Kontrolle sowie der Appell an deren Vernunft und Einsicht. Die in den vergangenen Monaten hierbei gewonnenen Erkenntnisse und Habitualisierung würden hier eine große Bereitschaft zur Mitwirkung erkennen lassen.

Eine Schülerin:

Aktuell sei die Situation entspannt, berichtet Sophie Schäfer. Die 16-jährige Essingerin besucht das Schubart-Gymnasium Aalen. Jeden Tag 20 Minuten Busfahrt, einfach.

„Teilweise war ich während der Coronazeit sogar allein im Bus“, erzählt sie. Jetzt müsse sie wieder öfters stehen, aber noch nicht eng aufeinander. „Aber ich fühle mich auch sicher, weil wir in der Schule zweimal getestet werden“, sagt sie. Und auch die jüngeren Schüler, die oft ein wenig lebhafter seien, würden sich zumindest auf ihrer Fahrtstrecke bisher an die Regeln halten.

„Normalerweise fallen die doch ein wenig mehr auf“, sagt die Schülerin. Nun müsse man sehen, wie es wird, wenn sich wieder alle auf den Schulweg machen.

Das Risiko sollte minimiert sein.“

Wolfgang Schmidt, Gesamtelternbereitsvorsitzender

Vier Fragen zum Thema Schulbus ans Landratsamt

Welche Regeln gelten im Schulbus? In der Schülerbeförderung gilt wie im übrigen ÖPNV die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Mund/Nasen-Bedeckung, empfohlen wird weiterhin der Standard „FFP-2“. Sofern möglich sind die Busse und Bahnen gleichmäßig zu besetzen.

Gibt es eine zeitliche Entzerrung hinsichtlich des Schulbeginns und des Endes? Eine Staffelung der Unterrichtszeiten wird bereits an einzelnen Schulen, durchgeführt. Weitere Schulen folgen gemäß ihrer Möglichkeiten. Grundsätzlich wird vonseiten des Landkreises eine Entzerrung der Spitzenstunden versucht umzusetzen.

Werden wieder Verstärkerbusse eingesetzt? Derzeit ja, bereits wieder seit Beginn des Wechselunterrichts. Die Überprüfung erfolgt fortlaufend hinsichtlich Bedarf und Förderkulisse seitens des Landes.

Welche Hygieneregeln gelten für die Busunternehmen? Kinder fassen alles an … Es gelten die allseits bekannten Regeln. Die Busunternehmen reinigen in zusätzlichen Intervallen. Es sind größtmögliche Fahrzeugeinheiten im Einsatz. dot

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